@@1@ __Wenn man von gewissen Denkm^alern und einigen anderen Sch^opfungen des
$0003.03 Architekten absieht, so haben die Bauwerke fast ausnahmslos den Zweck, #s+begrenzte
$0003.04 R^aume#s- zu schaffen. Hierdurch sowohl, als auch durch die Anforderungen der
$0003.05 Zweckm^a^sigkeit und durch die Gesetze der Statik sind f^ur alle Geb^audearten gewisse
$0003.06 Grundbestandteile bedingt, die man nicht selten als die #.>Elemente der Baukunst#.<#H:1#G:)
$0003.07 bezeichnet hat. Dazu geh^oren die #s+begrenzende Wand#s- und das #s+sch^utzende Dach.#s- __Bei manchen Bauwerken ist das Dach zugleich #s+raumbegrenzende Decke;#s-
$0003.09 meistens findet aber eine Trennung beider Elemente statt, und das Dach erscheint
$0003.10 alsdann als sch^utzende Konstruktion der #s+eigentlichen raumbegrenzenden
$0003.11 Decke.#s- __Die raumbegrenzende Konstruktion (Wand und Decke) kann als #s+raumab-
$0003.13 schlie^send#s- oder als #s+raumtrennend#s- auftreten, je nachdem sie den Raum nach
$0003.14 au^sen hin #s+abschlie^st#s- oder denselben von einem daneben, bezw. einem dar^uber
$0003.15 gelegenen Innenraume #s+trennt#s-#H:2#G:). __Manche Bauwerke bedingen blo^s eine #s+seitliche Begrenzung#s- des von ihnen
$0003.17 eingeschlossenen Raumes, so da^s alsdann nur die volle oder gegliederte Wand, die
$0003.18 Einfriedigung, das Gel^ander, die Br^ustung etc. als raumabschlie^sende Konstruktion
$0003.19 auftreten. In den weitaus meisten F^allen wird aber auch eine #s+nach oben be-
$0003.20 grenzende#s- Konstruktion erforderlich: das Dach, bezw. die Decke. __Die Ausdehnung der Raumanlage, die zu Gebote stehenden Baustoffe und die
$0003.22 verf^ugbaren mechanischen Hilfsmittel bedingen haupts^achlich die verschiedenen Kon-
$0003.23 struktionen. Besonders ist es die Gestaltung der Decke, bezw. des Daches, welche
$0003.24 durch jene Faktoren die mannigfaltigsten Anordnungen erf^ahrt und die alsdann
$0003.25 wiederum bestimmend auf die Bildung der tragenden oder st^utzenden Wand ein-
$0003.26 wirkt. Doch sind auch auf die Konstruktion der letzteren die genannten Faktoren
$0003.27 von bedeutendem und unmittelbarem Einflu^s. Gro^se R^aume erfordern h^aufig inner-
$0003.28 halb der Wandbegrenzung noch frei stehende St^utzen, sog. #s+Freist^utzen,#s- als be-
$0003.29 sondere Tr^ager der raumbegrenzenden Decke, bezw. des raumbegrenzenden Daches. __Die der in Rede stehenden Abteilung des #.>Handbuches der Architektur#.< an-
$0003.31 geh^orenden baulichen Anlagen und Einrichtungen werden im nachstehenden wie
$0003.32 folgt gruppiert: __ __ __1) W^ande und Wand^offnungen (siehe das vorliegende Heft). __2) Einfriedigungen, Br^ustungen und Gel^ander; Balkone, Altane und Erker
$0004.03 (siehe Teil III, Band 2, Heft 2). __3) Gesimse (siehe Teil III, Band 2, Heft 2). __4) Balkendecken; gew^olbte Decken; verglaste Decken und Deckenlichter; sonstige
$0004.06 Decken-Konstruktionen (siehe Teil III, Band 2, Heft 3). __5) D^acher im allgemeinen; Dachformen; Dachstuhl-Konstruktionen (siehe Teil III,
$0004.08 Band 2, Heft 4). __6) Dachdeckungen; verglaste D^acher und Dachlichter; massive Steind^acher;
$0004.10 Nebenanlagen der D^acher (siehe Teil III, Band 2, Heft 5). __Die nachstehend zu besprechenden Konstruktionen sind unter der Bezeichnung __Die W^ande lassen sich aber auch noch nach anderen Gesichtspunkten unter-
$0005.15 scheiden, die hier Erw^ahnung finden m^ussen, da sie f^ur die Benennungen derselben
$0005.16 bestimmend sind. __Dies sind die Beanspruchungen durch physikalische Einfl^usse und die Beziehungen
$0005.18 zur r^aumlichen Begrenzung und Teilung der Bauwerke und Grundst^ucke. __In ersterer Hinsicht unterscheidet man nach der Beanspruchung durch Be-
$0005.20 lastungen -- Tragw^ande, durch seitliche Dr^ucke -- St^utz- oder Widerlagsw^ande,
$0005.21 durch Feuchtigkeit, hohe oder niedere Temperaturen und Schall -- Isolierungsw^ande,
$0005.22 durch Feuer -- Brand- und Feuermauern. Die physikalischen Einfl^usse k^onnen einzeln
$0005.23 oder zu mehreren gleichzeitig auftreten; die Benennung erfolgt aber nach dem
$0005.24 haupts^achlich in Betracht kommenden. Hier gelangen nur die W^ande insoweit zur
$0005.25 Besprechung, als dies nicht wegen ihrer engen Beziehung zu sonstigen Konstruktionen
$0005.26 in anderen Abschnitten dieses #.>Handbuches#.< geschieht. __Nach der Teilung der Geb^aude in lotrechter Richtung spricht man von
$0005.28 Grund- oder Fundamentmauern, Sockel- oder Plinthenmauern, Gescho^s- und Knie-
$0005.29 stockw^anden. __Die Umgrenzung und Teilung der Geb^aude in Beziehung auf ihre wagrechte
$0005.31 Erstreckung veranla^st die Bezeichnungen: Hauptw^ande und Nebenw^ande, Um-
$0005.32 fassungs-, Mittel-, Scheide- und Zwischenw^ande, ^au^sere und innere W^ande. Die-
$0005.33 selben haben zum Teile die gleiche Bedeutung. Die Umfassungsw^ande zerfallen
$0005.34 nach ihrer Lage zur Umgebung in Front- oder Stirn- und in Seiten- oder Giebel-<-P>
@@1@ __Die W^ande zur Umgrenzung der Grundst^ucke hei^sen Einfriedigungs- oder
$0006.05 Umgrenzungsw^ande (siehe unter C). __Alle diese Bezeichnungen erkl^aren sich selbst. Die besondere Bestimmung der
$0006.07 W^ande und die physikalischen Einfl^usse, denen sie unterliegen, bedingen die jeweilige
$0006.08 Bauweise und Wahl des Stoffes. __Wenn nun auch die Wandkonstruktionen im nachstehenden nach den einzelnen
$0006.10 Baustoffen und Baustoffzusammenstellungen getrennt zur Besprechung gelangen, so
$0006.11 lassen sich doch gewisse Dinge, wie die Wandst^arken und -Verst^arkungen und der
$0006.12 Schutz der W^ande gegen Feuchtigkeit in der Hauptsache zusammenfassend be-
$0006.13 handeln, weshalb dieselben in besondere Kapitel verwiesen sind. __Unter Quadern versteht man regelm^a^sig geformte Steine von solch ansehnlichen
$0006.19 Abmessungen (siehe den vorhergehenden Band dieses #.>Handbuches#.<, S. 9 u. 60
$0006.20 [2. Aufl.: S. 10 u. 61]), da^s man sie gew^ohnlich und zweckm^a^sigerweise mit Hilfe
$0006.21 von Hebemaschinen versetzt. Nur bei den Quadern von nat^urlichen Steinen spricht
$0006.22 man von Hausteinbau; k^unstliche Quader, die ^ubrigens im Hochbau nur ausnahms-
$0006.23 weise Anwendung finden, sind daher hier au^ser Betracht gelassen. __Zur Herstellung der Quader, ^uber deren Bearbeitung in Teil I, Band 1, erste
$0006.25 H^alfte (Art. 30 u. ff., S. 91 u. ff. [2. Aufl.: Art. 42 u. ff., S. 100 u. ff.]) dieses #.>Hand-
$0006.26 buches#.< das N^otige mitgeteilt wurde, werden zumeist die verschiedenen Sand- und
$0006.27 Kalksteine verwendet; doch werden aus ^ortlicher Veranlassung oder Zweckm^a^sig-
$0006.28 keitsgr^unden auch viele andere Felsarten, wie besonders Granit, Syenit, Diorit, Gneis,
$0006.29 Trachyt, Lava etc. benutzt. Manche der letzteren Steinarten werden h^aufig auch
$0006.30 wegen ihrer Politurf^ahigkeit und dadurch bedingten sch^onen Erscheinung bei Pracht-
$0006.31 bauten herangezogen. Uebrigens ist man heutigentags infolge der entwickelten Ver-
$0006.32 kehrsmittel wenig mehr an die Gesteine des Bauortes gebunden. Diesen gegen^uber
$0006.33 k^onnen oft solche in weit entfernten Gegenden vorkommende durch ihre Sch^onheit
$0006.34 bei geringerem Preise in Wettbewerb treten. Besonders kommt dieser Wettbewerb
$0006.35 in Frage bei Orten, in deren unmittelbarer N^ahe selbst sich keine verwendbaren
$0006.36 nat^urlichen Steine finden#H:3#G:). __Sichtbares Quadermauerwerk kommt zumeist nur bei den Umfassungsmauern
$0006.38 (^au^sere und Hofseiten) zur Anwendung. Monumentale Geb^aude machen hiervon
$0006.39 ^ofters eine Ausnahme; so l^a^st man oft im Inneren der Kirchen, in Eingangs- und
$0006.40 anderen Hallen, Treppenh^ausern von ^offentlichen Bauwerken und Pal^asten den Stein
$0006.41 in seiner nat^urlichen Farbe und F^ugung sichtbar und erh^oht wohl auch den Reiz
$0006.42 seiner Erscheinung durch Politur. Namentlich h^aufig findet man diese sog. #.>reine<-P>
$0 @@3@ ----------
$0006.43 __
__Wie schon im vorhergehenden Bande (Art. 8, S. 9 u. Art. 81, S. 66 [2. Aufl.: $0007.09 Art. 8, S. 10 u. Art. 81, S. 67]) dieses #.>Handbuches#.< ausgef^uhrt wurde, kommen die $0007.10 Quader entweder f^ur sich allein (#s+volle Quadermauer#s-) oder in Verbindung mit $0007.11 anderen Steinmaterialien zur Herstellung von Mauern in Anwendung. Im zweiten $0007.12 Falle war zu unterscheiden zwischen #s+Quaderverblendung#s- und #s+Steinfachwerk.#s- $0007.13 Bei ersterem bilden die Quader zumeist die ^au^sere, zur Ansicht gelangende Schale der $0007.14 Mauer; beim zweiten dienen sie zur Herstellung der lotrechten Teilungspfeiler und $0007.15 bezw. von deren wagrechten Verbindungen, welche zusammen die aus geringerem $0007.16 oder kleinst^uckigerem Stoff aufgef^uhrten Hauptfl^achen der Mauer einschlie^sen.
$0007.17__Quaderwerk ist im allgemeinen teuerer, als anderes Mauerwerk. Die vollen $0007.18 Quadermauern werden daher nur in denjenigen Gegenden zur Anwendung kommen $0007.19 k^onnen, wo dieser Preisunterschied gering ist. Aber auch da wird sich der Kosten $0007.20 wegen die Anwendung desselben nur f^ur schw^achere Mauern empfehlen, die man $0007.21 aus ein oder zwei L^auferreihen in der St^arke herstellen kann, weil bei solchen die $0007.22 Ausf^uhrung von gemischtem Mauerwerk in der Form von Quaderverblendung ent- $0007.23 weder nicht m^oglich ist oder keine nennenswerte Ersparnis an Kosten liefern w^urde, $0007.24 bei Verringerung der Festigkeit. Bei st^arkeren Mauern ist aber durch Einf^uhrung $0007.25 des Verfahrens der Verblendung immer eine wesentliche Ersparnis zu erzielen. Nur $0007.26 m^ussen selbstverst^andlich bei Ausf^uhrung derselben die fr^uher schon angedeuteten $0007.27 und sp^ater noch weiter zu er^orternden, behufs Erzielung gen^ugender Festigkeit not- $0007.28 wendigen Vorsichtsma^sregeln zur Anwendung gelangen.
$0007.29__Die Quaderverblendungen sind auch noch von einem anderen Gesichtspunkte $0007.30 aus bei starken Mauern vorzuziehen. Bei einer solchen w^urde das Quaderwerk $0007.31 n^amlich in den allermeisten F^allen nur an der Au^senseite zur Ansicht kommen, da $0007.32 es ja die Regel ist, die W^ande auf der Innenseite mit irgend einer Verkleidung aus $0007.33 anderem Stoff, z. B. Holz, oder irgend einem Ueberzug zu versehen. Abgesehen $0007.34 von denjenigen F^allen, in denen das volle Quadermauerwerk aus konstruktiven $0007.35 Gr^unden geboten ist, w^urden daher die vermehrten Kosten ganz unn^utz ausgegeben $0007.36 sein, wozu noch kommt, da^s sich diese Verkleidungen und Ueberz^uge auf einem $0007.37 kleinst^uckigen Steinmaterial besser anbringen lassen, als auf Quadern. Erw^ahnung $0007.38 mu^s hier auch finden, da^s volle Quadermauern von geringer St^arke Mauern aus $0007.39 anderen Materialien in gesundheitlicher Beziehung, wegen des Durchschlagens der $0007.40 Feuchtigkeit, nachstehen.
$0007.41__Die Steinfachwerke mit Verwendung von Quadern kommen insbesondere wegen $0007.42 der konstruktiven oder architektonischen Gesamtanordnung der Bauwerke zur An- $0007.43 wendung, h^aufig aber auch, um durch den Farbenwechsel verschiedener Steinarten $0007.44 zu wirken. Ersparnisr^ucksichten spielen jedoch oft auch hierbei eine Rolle.
$0007.45__Zum Steinverband werden die Steinverbindungen hinzugezogen, um gesonderte
__Das Nichtvorhandensein des M^ortels hat au^ser der g^unstigen Wirkung f^ur die
$0008.12 Erhaltung der Metalle noch den Vorteil der Beseitigung einer Ursache f^ur die Ver-
$0008.13 witterung der Steine. Die Salze, welche sich in den M^orteln, insbesondere in den
$0008.14 hydraulischen, unter der Einwirkung der Feuchtigkeit entwickeln, tragen
$0008.15 zur rascheren Zersetzung mancher Steinarten, wie der Kalksteine und
$0008.16
__
__Bez^uglich der Besonderheiten in der Anwendung der verschiedenen $0008.22 Verbindungsmittel kann auf das im vorhergehenden Bande (Abt. I, Ab- $0008.23 schn. 1, Kap. 3) Gesagte verwiesen werden.
$0008.24__In Zusammenhang mit der Verwendung oder Nichtverwendung des $0008.25 M^ortels steht die Art der Fugenbearbeitung.
$0008.26__Wir bewundern noch heute die scharfe Fugung der Quader an antiken $0008.27 und vielen mittelalterlichen Bauwerken. Sie war wegen der Nichtver- $0008.28 wendung des M^ortels notwendig. Das Mittel, welches die Griechen zur $0008.29 Erzielung des scharfen Fugenschlusses anwendeten, ist bekannt#H:5#G:). Die $0008.30 Quader von Marmor oder Kalkstein ber^uhren sich nur in den aufeinander $0008.31 geschliffenen Fugenr^andern#H:6#G:). Nat^urlich ist eine solche Bauweise nur bei sehr festem $0008.32 Gestein ausf^uhrbar und w^urde sich f^ur die bei uns gebr^auchlichen Steinarten durch- $0008.33 aus nicht eignen. Da^s man gen^ugend feine Fugen auch ohne dieses Mittel erzielen $0008.34 kann, lehren uns sp^atere Bauten anderer V^olker. Auch heutigestags ist man in $0008.35 der Regel bestrebt, die Fugenlinien auf den Maueransichten so d^unn als m^oglich $0008.36 zu machen, und zwar auch bei gleichzeitiger Verwendung von M^ortel, der entweder $0008.37 gleich beim Versetzen der Steine aufgetragen oder nachtr^aglich durch Ausgie^sen $0008.38 in die Fugenr^aume gebracht wird. Das Mittel, welches jetzt dabei h^aufig zur An- $0008.39 wendung gelangt, besteht in der Hinterarbeitung (Unterwinkelung) der Steine. Man $0008.40 l^a^st die Fugen von der Stirn nach innen zu sich erweitern. Bei den Sto^sfugen $0008.41 geringerer Bauten kann dieses Mittel ohne wesentliche Beeintr^achtigung der Festig- $0008.42 keit des Mauerwerkes wohl zur Anwendung kommen. Auch ist es dabei leicht, $0008.43 durch Zusammens^agen die sichtbar bleibende Fugendicke auf ein sehr geringes Ma^s<-P> $0 @@3@ ---------- $0008.44
__
__
__
__Aus dem in Art. 3
__
__
__Vollst^andig am Platze, ja h^aufig unentbehrlich ist der volle Quaderbau bei $0010.04 Errichtung von Denkm^alern, T^urmen, Pfeilern, ^uberhaupt bei allen Architekturen $0010.05 und Architekturteilen, die im Verh^altnis zu ihrer H^ohe geringe Querschnittsfl^ache $0010.06 erhalten.
$0010.07__
__Den Uebergang von den vollen Quadermauern zu den Verblendungen bilden $0010.11 diejenigen Mauern, bei denen im Aeu^seren ein kostbareres Material als im Inneren $0010.12 verwendet wird.
$0 @@3@ ---------- $0010.13__
__
__Bei den Quaderverblendungen m^ussen
__
__
__
__
__Unter ^ahnlichen Verh^altnissen ist gewi^s auch heute noch
$0012.34
__
__Einen gut gelungenen Versuch, dieses Verfahren auch $0012.46 bei schwachen, nur einseitig verblendeten Mauern zur Aus- $0012.47 f^uhrung zu bringen, zeigt das Frontmauerwerk des 1865 er- $0012.48 richteten Gerichtshauses zu Hagen (Fig. 9#H:13#G:).
$0012.49__
__
__
__
__
__
__In der Regel wird von einer Zusammen- $0013.29 pressung des M^ortels bei der Ausf^uhrung der $0013.30 gemischten Mauerwerke abgesehen; man be- $0013.31 gn^ugt sich bei guten Ausf^uhrungen mit der $0013.32 Durchf^uhrung der Lagerfugen der Verblendung $0013.33 durch die ganze Mauerst^arke, mit der Ein- $0013.34 schaltung von durchgehenden Binderschichten, $0013.35 mit sorgf^altiger Verbandanordnung und mit m^og- $0013.36 lichster Ausgleichung der Fugendickensummen $0013.37 in Verblendung und Hintermauerung. In F^allen, $0013.38 die besondere Vorsicht erheischen, verwendet $0013.39 man wohl auch den nicht erheblich schwinden- $0013.40 den Portlandcementm^ortel.
$0013.41__
__
__In sehr vielen F^allen mu^s man mit dem
__
__
__
__Gew^ohnlich erhalten so ver- $0014.16 blendete Mauern das Aussehen, als $0014.17 h^atten sie eine wirkliche Quaderver- $0014.18 kleidung. Richtiger w^urde es sein, $0014.19 die Anordnungen und Ma^se so zu $0014.20 w^ahlen, da^s die Anwendung von $0014.21 Platten auch ^au^serlich zum Aus- $0014.22 druck gelangt, wie in Fig. 11 an- $0014.23 gedeutet ist.
$0014.24__Auch bei Plattenverblendungen $0014.25 hat man es versucht, die Gefahren $0014.26 des ungleichm^a^sigen Setzens zu be- $0014.27 seitigen.
$0014.28__
__
__
__Eine nachtr^agliche Verblendung mit Sandsteinplatten in gr^o^serem Umfange ist $0014.49 am K^onigl. Schauspielhause zu Berlin als Ersatz f^ur den Putz zur Ausf^uhrung gelangt#H:19#G:).
$0 @@3@ ---------- $0014.50__
__
__
__
__
__
__
__An dieser Stelle sind auch die Verblendungen mit d^unnen #s+Marmorplatten#s- $0015.56 und die #s+Plattenmosaike#s- von verschiedenfarbigen Steinen anzuf^uhren. Die ersteren<-P> $0 @@3@ ---------- $0015.57
__
__Den Uebergang zu den Quaderfachwerken bilden die aus gro^sen Quadern $0016.07 hergestellten Ecken von sonst nur mit einer Verblendung versehenen Mauern. Man $0016.08 sollte es n^amlich immer der Festigkeit wegen vermeiden, auch an den Ecken die $0016.09 Bekleidung mit d^unnen Platten durchzuf^uhren. Die Quaderecken treten daher als $0016.10 Verst^arkungen (Armierungen) auf, was mit Recht in solchen F^allen gew^ohnlich auch $0016.11 in der Form zum Ausdruck gebracht wird. Im Sinne eines guten Verbandes bildet $0016.12 man, wie bei den eigentlichen Steinfachwerken (siehe dar^uber den vorhergehenden $0016.13 Band [Abt. I, Abschn. 1, Kap. 2, Art. 85, S. 69] dieses #.>Handbuches#.<), die Ecken $0016.14 mit Verzahnung aus, wobei die an der einen Seite als L^aufer erscheinenden Steine $0016.15 an der anderen als Binder auftreten (Fig. 16).
$0016.16__Ebenso verf^ahrt man, wenn an die Quaderecken die Mauern auch ^au^serlich $0016.17 mit anderem Material anschlie^sen (Fig. 17).
$0016.18__Mit dieser konstruktiv richtigen Behandlung der Ecke ist eine etwas unruhige $0017.02 Wirkung derselben verbunden. Ruhigere Erscheinung erzielt man mit einem Wechsel $0017.03 von kleineren und gr^o^seren Quadern (Fig. 18#H:21#G:), der nicht minder konstruktiv $0017.04 richtig ist. Allerdings werden dabei die gr^o^seren Quader h^aufig aus kleineren $0017.05 St^ucken unter m^oglichster Unterdr^uckung der Sto^sfugen zusammengesetzt. Oft sieht $0017.06 man davon ab, den Verband der Ecken mit den benachbarten Wandfl^achen zum $0017.07 Ausdruck zu bringen und begn^ugt sich mit lisenenartigen Streifen (Fig. 19#H:21#G:).
$0017.08__Ein Beispiel f^ur ein Quaderfachwerk mit Ziegelf^ullungen, bei welchem diese $0017.09 Anordnung des Farbenwechsels wegen gew^ahlt wurde, bietet Fig. 21#H:23#G:); Fig. 20#H:22#G:) $0017.10 zeigt dagegen ein Geb^aude, bei dem reiner Quaderbau und Quaderfachwerk, wohl $0017.11 haupts^achlich nur wegen Vermehrung der malerischen Erscheinung, zur Anwendung $0017.12 gelangten. Wie die gemischten Mauerwerke oft nur mit lotrechten Streifen von $0017.13 Quadern versehen sind, so finden sich sehr oft auch solche, in denen blo^s wagrechte $0017.14 Quader- oder Hausteinschichten zur Anwendung kommen. Der Zweck ist entweder $0017.15 der, die Festigkeit durch durchbindende Schichten von gro^sen Steinen zu erh^ohen, $0017.16 oder der, einen malerischen Farbenwechsel zu erzielen.
$0017.17__
__
__
__Obgleich die Besprechung der Formengebung der Quader in die #.>Bauformen-
$0018.02 lehre#.< geh^ort, so kann dieselbe hier doch nicht ganz ^ubergangen werden, weil die
$0018.03 Form der Quader -- es handelt sich
$0018.04 hier um die Behandlung der Stirn-
$0018.05
__Die Bearbeitung der Quader $0018.12 und ^uberhaupt der Werkst^ucke be- $0018.13 steht bei harten Steinen im Bossieren, $0018.14 Stocken, Schleifen und Polieren; $0018.15 bei weicheren Steinen im Bossieren, $0018.16 Spitzen oder Fl^achen, Kr^oneln, $0018.17 Scharrieren und Schleifen. Diese $0018.18 Bearbeitungen werden entweder alle $0018.19 hintereinander vorgenommen, oder $0018.20 man bleibt bei einer derselben stehen. $0018.21 Dies h^angt teils von der beabsich- $0018.22 tigten Wirkung, teils von den zur $0018.23 Verf^ugung stehenden Mitteln ab. Die $0018.24 kr^aftigste und monumentalste Wir- $0018.25 kung erreicht man mit den bossierten $0018.26 Quadern (Buckelquader, Bossage, $0018.27 Rustika), bei welchen innerhalb eines $0018.28 Randschlages die nat^urliche Bruch- $0018.29 fl^ache oder dieselbe mit einer etwas $0018.30 weitergehenden Zurichtung (durch $0018.31 Spitzeisen und Bossierschl^agel) stehen $0018.32 bleibt. Verfeinerungen der Bossen- $0018.33 quader sind die Spiegelquader, bei $0018.34 welchen der vorstehende Bossen eine $0018.35 regelm^a^sige Form erh^alt, die h^aufig $0018.36 mit einem Profil umzogen ist und $0018.37 welche dann in der Regel auch glatt $0018.38 bearbeitet sind. Bei sehr aufw^andigen $0018.39 Bauten findet man sogar die Spiegel- $0018.40 fl^achen mitunter noch verziert.
$0018.41__Durch das Spitzen erh^alt man
$0018.42 zwar ebene, aber noch rauhe Fl^achen
$0018.43 mit unregelm^a^sigen Vertiefungen
$0018.44 (den Spitzenhieben). Je nach der Sorgfalt, mit der das Spitzen ausgef^uhrt wird,
$0018.45 spricht man von grob (ordin^ar) oder fein gespitzter Arbeit; bei letzterer m^ussen
$0018.46 die Spitzenhiebe parallel laufen. Mit gespitzten Fl^achen begn^ugt man sich bei
$0018.47 geringeren Ausf^uhrungen oder bei Bauten, die durch ihre Massen wirken sollen.
$0018.48 Durch das Kr^oneln werden die Vertiefungen zwar gleichm^a^siger und kleiner;<-P>
@@1@
__Durch das Scharrieren geht den Quadern der Randschlag verloren, welcher die
$0019.15 Stirnfl^achen in gleicher, dem Schlageisen entsprechender Breite umzieht und die
$0019.16 Steine als Einzelteile der Mauer kennzeichnet. Bei den Bossenquadern ist er des
$0019.17 Versetzens wegen w^unschenswert; bei den gespitzten Steinen ist er notwendig, um
$0019.18 eine ebene Fl^ache herstellen zu k^onnen. Will man den glatt bearbeiteten Steinen
$0019.19 wieder zu einer st^arkeren Betonung als Einzelteile verhelfen, als dies durch die
$0019.20 Fugenlinien geschieht, so mu^s man zu besonderer Bearbeitung derselben greifen.
$0019.21 Dies kann geschehen, indem man den Steinen ringsum eine Fase gibt, so da^s
$0019.22 zwischen ihnen dreieckige, in den Mauergrund eingetiefte Einschnitte sich ergeben.
$0019.23 Gew^ohnlich l^a^st man die Fasen unter rechtem Winkel zusammen-
$0019.24
__Die Fugen kann man auch dadurch betonen, da^s man einen vertieften Rand-
$0019.32 schlag um die Quader ausf^uhrt, dessen Ebene dann den Mauergrund bestimmt,
$0019.33 w^ahrend die Fl^achen der Quader -- die Spiegel -- vor den Mauergrund vortreten.
$0019.34 Bei einfachster Ausf^uhrungsweise setzen sich die Spiegel rechtwinkelig vom Mauer-
$0019.35 grund ab (Fig. 24). Eine breitere Fuge
$0019.36
__Wir nahmen bisher an, da^s der Randschlag sich rings um den Spiegel jedes
$0020.04 Quaders herum zieht, so da^s die Fugenlinie in die Mitte des Streifens zwischen
$0020.05 den Spiegeln f^allt. Dies war auch fr^uher die
$0020.06 ^ublichste Anordnung. Jetzt f^uhrt man den
$0020.07
__
__Von den fr^uhesten Zeiten an betrachtete man es in der Regel als selbstver- $0020.21 st^andlich, Fugen nur da zu kennzeichnen, wo solche nur durch das Ma^s der Steine $0020.22 sich ergaben.
$0020.23__
__Namentlich die Renaissancezeit durchbrach diesen nat^urlichen und allein rich- $0020.27 tigen Grundsatz. Man fing an, der Verzierung zuliebe, Fugeneinschnitte auch da $0020.28 zu machen, wo in Wirklichkeit gar keine Fugen vorhanden waren, gro^se Werk- $0020.29 st^ucke scheinbar in eine Anzahl kleinerer zu zerlegen. Leider huldigt man vielfach $0020.30 auch jetzt dieser Verirrung; Bequemlichkeit der Steinhauer, Mangel an pr^ufender $0020.31 Ueberlegung seitens der Architekten f^ordern diese Scheinarchitektur.
$0020.32__Ist es verwerflich, Fugen anzudeuten, wo keine sind, so f^uhrt es nicht minder $0020.33 zu Geschmacklosigkeiten, Fugen dort zu unterdr^ucken, wo sie hervorgehoben werden $0020.34 sollten. So findet man oft Bossen- oder Spiegel-Quadermauerwerke, bei welchen $0020.35 nur die wagrechten Fugen betont, die lotrechten dagegen m^oglichst zum Ver- $0020.36 schwinden gebracht sind und die dadurch Brettverkleidungen ^ahnlich werden.
$0020.37__Zur Aufnahme bildnerischen Schmuckes bei Fassadenbildungen werden h^aufig $0020.38 die Wandfl^achen, auch von Quaderbauten, hinzugezogen. Wird eine solche Schmuck- $0020.39 form den einzelnen Quadern oder Verkleidungsplatten so zugeteilt, da^s sie sich $0020.40 innerhalb der Umgrenzung derselben bewegt, so haben wir es mit einer streng mit $0020.41 dem Verband in Einklang stehenden Verzierungsweise zu thun, m^oge sie sich auch $0020.42 bis zum Reichtum der Fassade der Certosa von Pavia oder des sog. Kaiserhauses $0020.43 in Hildesheim versteigen, wenn sie sich nur sonst rechtfertigen l^a^st. Eine solche $0020.44 bauliche und oft sehr berechtigte Verwendung des bildnerischen Schmuckes haben $0020.45 wir bei der Zuteilung desselben an einzelne an geeigneten Stellen befindliche $0020.46 Quader, z. B. Binderk^opfe, oder an Tafeln oder Scheiben, die in der Mitte von $0020.47 Wandfeldern angeordnet werden, oder an wagrecht die Wand teilende Streifen oder<-P> $0 @@3@ ---------- $0020.48
__
__
__Der streng konstruktive Boden wird verlassen, wenn die Schmuckformen sich $0021.08 ^uber mehrere Steine hinweg erstrecken, so da^s dieselben von Fugen durchschnitten $0021.09 werden. Davor ist man nun allerdings zu keiner Zeit zur^uckgeschreckt, und mit $0021.10 Recht; denn eine so ^angstliche Beschr^ankung, die Entwickelung eines Ornamentes $0021.11 nur auf die knappe Fl^ache eines Steines zulassen zu wollen, ist gar nicht durch- $0021.12 f^uhrbar. Am zur^uckhaltendsten hat sich in dieser Beziehung wohl die Gotik ge- $0021.13 zeigt; aber auch sie konnte das Durchschneiden des Zierwerkes durch Fugen nicht $0021.14 vermeiden. Doch ist zu best^atigen, da^s sie zu allermeist auf eine zweckm^a^sige $0021.15 Lage der Fugen R^ucksicht nahm.
$0021.16__Diese Ma^sregel ist es auch, die als Richtschnur f^ur die Gestaltung von Schmuck- $0021.17 formen empfohlen werden mu^s, insbesondere dann, wenn h^artere Steine zur An- $0021.18 wendung gelangen, die eine nachtr^agliche Herstellung des Ornamentes an der Fassade $0021.19 nicht gestatten, oder wenn die Fertigstellung vor dem Versetzen der Werkst^ucke das $0021.20 anzuwendende Arbeitsverfahren ist. Gestattet es die Beschaffenheit des Steines, die $0021.21 Werkst^ucke mit dem f^ur die Verzierung bestimmten Bossen zu versetzen und diesen $0021.22 erst nachher auszumei^seln, so ist dies von gro^sem Vorteil; man ist in Bezug auf $0021.23 die Zeit vom Bildhauer nicht abh^angig; das Versetzen ist leichter, weil die Sorge $0021.24 vor Besch^adigungen der zarten Arbeiten wegf^allt; unbedingt genaues Passen der $0021.25 Profile und Ornamentteile in den aufeinander folgenden Schichten oder aneinander $0021.26 gereihten Steinen ist zu erzielen m^oglich, und schlie^slich ist man eben durch den $0021.27 Fugenschnitt in der Erfindung der Form nicht behindert. Aber diese Freiheit ist $0021.28 auch die Klippe, an der so h^aufig das monumentale und konstruktive Gepr^age zu $0021.29 Grunde geht. Selbstbeschr^ankung kann auch hier nur vor Verwilderung bewahren. $0021.30 Auf einen Nachteil der nachtr^aglichen Fertigstellung der Werkst^ucke bez^uglich der $0021.31 Dauerhaftigkeit derselben werden wir sp^ater zur^uckzukommen haben.
$0021.32__So umfassend die alten V^olker, selbst die Griechen bei ihren Bauten aus
__#/+Hansen#/- in Wien soll an den Fassaden des neuen Parlamentshauses daselbst<-P>
@@1@
__Die #s+Kausis#s- war nach derselben Quelle ein Ueberziehen von Freskomalereien $0022.08 mit geschmolzenem punischem Wachs, dem etwas Oliven^ol zugemischt war und $0022.09 welches auch eingebrannt wurde. Diese Methode wurde nur des Zinnobers wegen $0022.10 angewendet, welches im Licht die Farbe ver^andert.
$0022.11__Unter den neueren Malmethoden ist die #s+Stereochromie#s- auf Steinfl^achen $0022.12 anwendbar. Mitteilungen ^uber dieselbe folgen in Kap. 4#H:27#G:).
$0022.13__Au^ser Mauern mit lotrechter Au^senseite
$0022.14 kommen auch ^ofters solche mit Anlauf, Dossie-
$0022.15
__
__
__F^ur wagrechte Lagerfl^achen ist die in Fig. 39 dargestellte Behandlung des $0023.10 Mauerhauptes eine sehr zweckm^a^sige. Um rechtwinkelige Kanten am unteren Lager $0023.11 zu erhalten, sind schmale lotrechte Abstumpfungen angeordnet und die Quaderh^aupter $0023.12 etwas flacher geb^oscht, als die angenommene Gesamtb^oschung.
$0023.13__Bei den unter freiem Himmel befindlichen Mauern ist die oberste Quaderschicht
__Bei Terrassenmauern ist auf dem oberen $0024.12 Lager gew^ohnlich eine wagrechte Aufstands- $0024.13 fl^ache f^ur eine Br^ustungsmauer oder Balustrade $0024.14 zu beschaffen.
$0024.15__Die zweih^auptigen Mauern, wie frei endigende Umfassungsmauern, Einfriedigungs-
$0024.16 und Festungsmauern, Brustwehren u. dergl. erfordern ebenfalls R^ucksichtnahme auf
$0024.17 rasche Wasserabf^uhrung, und zwar mit oder ohne Verbindung mit einem Gesims oder
$0024.18 einfachem Vorsprung vor den Mauer-
$0024.19 fluchten. In einfachster Weise erfolgt
$0024.20
__Da das Eindringen des Wassers in die Sto^sfugen zuerst die Verwitterung ein-
$0024.28 leitet und bef^ordert, so ist es f^ur die Abdeckungen zweckm^a^sig, die Sto^sfugen
$0024.29 m^oglichst davor zu sichern. Eine gute Ma^sregel ist, die-
$0024.30 selben mit schmalen Stegen einzufassen und so die Fl^achen,
$0024.31
__Die Befestigung der Deckschicht auf der n^achst darunter $0024.37 befindlichen Schicht und die der Steine der Deckschicht $0024.38 untereinander kann nach einer der im vorhergehenden Bande (Abschn. 1, Kap.) $0024.39 dieses #.>Handbuches#.< angegebenen Arten erfolgen.
$0024.40__Die schr^ag ansteigenden Abschl^usse von Mauern, welche Freitreppen oder
$0024.41 Rampen seitlich begren-
$0024.42 zen, oder von Fl^ugel-
$0024.43
__
__Fig. 51 bis 54 geben Beispiele, wie die Abschl^usse von Wangen- und Fl^ugel-
$0025.10 mauern hergestellt werden k^onnen. Am Fu^se derselben ist in der Regel ein gr^o^serer
$0025.11 Stein anzuordnen, um dem Schub der dar^uber befindlichen Steine gen^ugenden
$0025.12 Widerstand zu bieten. Insbesondere wird dieser notwendig bei der in Fig. 54 dar-
$0025.13 gestellten Abdeckung mit Platten, unter denen die wagrechten Schichten spitz aus-
$0025.14 laufen; das letztere ist hierbei zul^assig,
$0025.15
__Fig. 55 u. 56 geben Abdeckungen $0025.20 von Strebepfeilern. Die bessere Anord- $0025.21 nung ist jedenfalls die in Fig. 56 wieder- $0025.22 gegebene.
$0025.23__In Fig. 57 u. 58 sind Giebelmauer- $0025.24 abschl^usse dargestellt; der Abschlu^s in $0025.25 Fig. 58 ist vorzuziehen, weil bei dem- $0025.26 selben die Werkst^ucke eine Abw^asserung $0025.27 nach der Seite hin haben, wodurch das $0025.28 Wasser in diagonaler Richtung gef^uhrt und von den Sto^sfugen etwas abgeleitet wird.
$0025.29__Die Quader und bearbeiteten Werkst^ucke werden an ihren Platz in der Mauer
__Bei jeder Art des Versetzens m^ussen die Quader oder die Werkst^ucke, nach- $0026.12 dem das Lager genau wagrecht abgerichtet worden ist, zun^achst probeweise versetzt $0026.13 werden, um nachsehen zu k^onnen, ob sie passen, was mit der Wasser- oder Setzwage, $0026.14 dem Lot (Senkel), dem Winkelma^s und Richtscheit geschieht. Ungenauigkeiten $0026.15 werden dann m^oglichst beseitigt. Das Verr^ucken der Steine auf ihrem Lager erfolgt $0026.16 mittels eiserner Stangen mit flacher Schneide, den Setzeisen (Brechstangen). Diese $0026.17 m^ussen m^oglichst vorsichtig, wo m^oglich nur unter den Sto^sfugenseiten, zur An- $0026.18 wendung gebracht werden. Beim Versetzen aus freier Hand ist dies nicht immer $0026.19 m^oglich, woraus sich sehr h^aufig starke Besch^adigungen der sichtbar bleibenden $0026.20 Kanten ergeben. Um diese Verletzungen der Kanten zu vermeiden, legt man ge- $0026.21 w^ohnlich unter die Lagerfl^ache, auch wenn die Mauer ohne volle M^ortelfugen aus- $0026.22 gef^uhrt wird, kleine Keile von weichem Holz, Pappdeckelst^ucke, Bleistreifen etc., $0026.23 die nach dem Versetzen wieder beseitigt werden, was leicht durch das L^uften mit $0026.24 dem Setzeisen geschehen kann. Man verwendet auch wohl nur eine d^unne Schicht $0026.25 von Wei^skalk, die ^uber das ganze Lager ausgebreitet wird. Am sichersten ist es $0026.26 jedoch, unter die ganze Lagerfl^ache eine d^unne Bleiplatte (von Rollen- oder Dach- $0026.27 blei), welche um etwa 3#H:cm#G: vom Rande wegbleibt, zu legen. Kann das Blei $0026.28 mit Kalk- oder Cementm^ortel in Ber^uhrung kommen, so soll es vor der zer- $0026.29 setzenden Einwirkung derselben durch Anstrich mit Kautschukfirnis gesch^utzt werden $0026.30 k^onnen.
$0 @@3@ ---------- $0026.31__
__
__Au^ser aus dem angegebenen Grunde kommen die Bleiplatten auch zur Her- $0027.06 beif^uhrung gleichm^a^siger Druckverteilung in Anwendung. Eben deshalb verwendet $0027.07 man bekanntlich auch den M^ortel. Am besten ist es, diesen satt auf Lager- und $0027.08 Sto^sfl^achen der benachbarten Steine aufzutragen und den Quader gleichm^a^sig ein- $0027.09 zusetzen. Deshalb hebt oder kantet man nach dem Probesetzen den Quader wieder $0027.10 auf, reinigt und benetzt alle Fugenfl^achen gut mit Wasser, tr^agt einen feinsandigen $0027.11 M^ortel auf, setzt in denselben dann endg^ultig den Stein in der ausgeprobten Lage $0027.12 und rammt diesen vorsichtig mit h^olzernen St^o^sern, bis er mit den Nachbarsteinen $0027.13 der Schicht in Wage liegt. Diese Art des Versetzens macht bei Benutzung von $0027.14 Hebezeug und Wolf keine Schwierigkeiten. Trotzdem dr^uckt sich, wie die Erfahrung $0027.15 lehrt, der Quader sehr h^aufig nicht gleichm^a^sig in das M^ortelbett ein; die untere $0027.16 Lagerfl^ache des versetzten Steines kommt nicht vollst^andig mit dem M^ortel in Be- $0027.17 r^uhrung, und es verbleiben H^ohlungen.
$0027.18__
__Noch unvollkommener wird die M^ortelverteilung beim Umkanten der aus freier $0027.27 Hand zu versetzenden Quader. Um ein einseitiges Herausdr^ucken des M^ortels hierbei $0027.28 zu verhindern, ist man immer gezwungen, Holz- oder Eisenkeile oder Schiefer unter- $0027.29 zulegen, die nach dem Versetzen wieder herausgezogen werden m^ussen. Am zweck- $0027.30 m^a^sigsten d^urfte hierbei das Unterlegen von Holzkeilen in der N^ahe der vier Ecken $0027.31 des Steines sein.
$0027.32__Am unvollkommensten wird die Ausf^ullung der Fugen beim nachtr^aglichen
$0027.33 Ausgie^sen mit d^unnem M^ortel. Die Fugenr^ander werden dabei vorher mit M^ortel,
$0027.34 Thon oder Werg gedichtet und der d^unn-
$0027.35
__
__
__
__
__
__Die Sto^sfugenh^ohlungen werden in der Regel nachtr^aglich ausgegossen, um $0028.07 sie zusammens^agen und dadurch fein (scharf) machen zu k^onnen. Man verwendet $0028.08 dazu bei weichen Steinen gezahnte, bei h^arteren Steinen ungezahnte S^agebl^atter $0028.09 von Stahl oder Kupfer unter Zuf^uhrung von Wasser und feinem Sand.
$0028.10__Besondere Vorsichtsma^sregeln erheischen solche mit W^anden in Verbindung $0028.11 stehende Werkst^ucke, die wegen ihrer betr^achtlichen L^ange bei geringer Querschnitts- $0028.12 fl^ache mit dem nat^urlichen Lager in aufrechte Stellung kommen und infolgedessen $0028.13 schon bei geringem durch das Setzen des Mauerwerkes herbeigef^uhrten Drucke Ab- $0028.14 splitterungen erleiden k^onnen. Dies ist beispielsweise bei d^unnen, vor die Mauer $0028.15 gestellten S^aulensch^aften oder Diensten der Fall, die mit derselben nur durch einzelne $0028.16 Binder verbunden sind. Man nimmt nach dem Einpassen die S^aulchen zweckm^a^siger- $0028.17 weise ganz weg und versetzt sie erst endg^ultig, wenn kein merkliches Setzen mehr $0028.18 zu erwarten steht.
$0028.19__In solchen F^allen ist eine Verbindung der nachtr^aglich eingeschobenen Werk-
$0028.20 st^ucke mit den schon fr^uher versetzten durch D^ubel w^unschenswert, um sie in ihrem
$0028.21 Stande zu sichern. Um dies zu erm^oglichen, schl^agt
$0028.22 man im oberen Lager des unteren St^uckes ein D^ubel-
$0028.23
__Ueber die Verbindungsst^ucke und die zum Ausgie^sen zu verwendenden Stoffe $0028.39 vergleiche man das im vorhergehenden Bande (Art. 104 u. ff., S. 82 u. ff. [2. Aufl.: $0028.40 S. 85]) dieses #.>Handbuches#.< Gesagte.
$0028.41__Trotz aller Vorsicht werden beim Versetzen oder schon vorher Kanten und $0028.42 Ecken von den bearbeiteten Quadern und Werkst^ucken abgesto^sen; auch bei der $0028.43 Bearbeitung durch den Steinhauer ergeben sich ^ofters derartige Besch^adigungen. $0028.44 Die Arbeiter suchen dieselben in der Regel zu verheimlichen und die abgesprungenen $0028.45 St^ucke mit in Spiritus aufgel^ostem Schellack anzukitten. Diese Ausbesserungen $0028.46 haben aber keine lange Dauer. Ist es daher der Bauleitung nicht m^oglich, derartige $0028.47 Werkst^ucke zur^uckzuweisen oder wieder zu beseitigen, so ist eine Ausbesserung durch<-P> $0 @@3@ ---------- $0028.48
__
__Kleine Ausbesserungen an Fl^achen und Kanten werden in der Regel mit $0029.09 Portlandcement gemacht, dem man die Farbe des Steines durch Zusetzen von Staub $0029.10 derselben Steinart gibt. Auch Steinkitt wird zu demselben Zwecke verwendet. $0029.11 Leider werden die fehlerhaften Stellen durch derartige Ausbesserungen oft nach $0029.12 Verlauf einiger Zeit erst recht bemerklich, also das Gegenteil von dem erreicht, $0029.13 was man beabsichtigte.
$0029.14__Bei der Ausf^uhrung der Geb^aude ist es nicht zu verhindern, da^s aus h^oheren
__Trotz der eben besprochenen Schutzma^sregeln werden die Steinfl^achen nach
__Die allgemeine Reinigung erfolgt bei Sandsteinbauten durch Abschleifen mit $0029.31 feink^ornigen Sandsteinst^ucken oder durch Abwaschen mit Wasser und scharfen $0029.32 B^ursten. Diese letztere Ma^sregel empfiehlt sich in ru^sigen St^adten zur j^ahrlichen $0029.33 Wiederholung. Das Absp^ulen der Fassaden mit dem Strahle einer Feuerspritze $0029.34 gen^ugt nicht.
$0029.35__Kalkflecke werden durch mehrmaliges Absp^ulen mit verd^unnter Salzs^aure $0029.36 (1#H:kg#G: Salzs^aure auf 9#H:kg#G: Wasser) und rasches Nachwaschen mit Sodal^osung beseitigt. $0029.37 Das Abwaschen ganzer Sandsteinfassaden mit verd^unnter Salzs^aure empfiehlt sich $0029.38 nicht, weil mancher Sandstein durch die S^aure angegriffen wird, was sich durch $0029.39 einen braunen Ueberzug oder Beschlag sp^ater bemerklich macht#H:35#G:). Auch durch $0029.40 sofortiges Nachwaschen mit Sodal^osung wird diese Gefahr nicht ganz ausgeschlossen. $0029.41 Bei Kalk- oder kalkhaltigen Steinen darf selbstverst^andlich S^aure zur Reinigung nicht $0029.42 benutzt werden.
$0029.43__Fettflecke lassen sich durch Auflegen von Flie^spapier und geschabter Kreide $0029.44 oder Speckstein und Dar^uberfahren mit hei^sen Eisenst^ucken (Pl^attstahl u. dergl.) $0029.45 entfernen. Gleiche Dienste leistet Absp^ulen mit Benzin oder Petroleum, welches $0029.46 dann durch gelinde W^arme (nicht ^uber 35 Grad) zum rascheren Verdunsten<-P> $0 @@3@ ---------- $0029.47
__
__Die Reinigung von Kalkstein und Marmor bewirkt man durch Abwaschen mit $0030.04 Wasser und Seife. St^arker wirkt eine Mischung aus Kalkmilch und Seifensiederlauge.
$0030.05__
__Es empfiehlt sich, hier auch die Mittel anzugeben, die zur Beseitigung von altem $0030.11 Oelfarbenanstrich auf Stein benutzt werden. Dazu gen^ugt meist ein mehrmaliger $0030.12 reichlicher Anstrich mit warmer Lauge. Das Abl^osen erfolgt schon nach einigen $0030.13 Stunden. In Vertiefungen ist mit dem Stemmeisen oder Spitzmei^sel nachzuhelfen#H:38#G:).
$0030.14__Zu demselben Zwecke wird auch die Anwendung einer Lauge empfohlen, die $0030.15 aus 2 Teilen Holzasche, 6 Teilen Salpeter und 6 Teilen Alaun in der Weise be- $0030.16 reitet wird, da^s man diese Stoffe mit Wasser ^ubersch^uttet, bei gelindem Feuer $0030.17 zum Sieden bringt und dann ein St^uckchen Seife hinzusetzt. Die Farbenflecke $0030.18 werden mit der gekl^arten Lauge wiederholt mit einem Schwamm bestrichen und $0030.19 dann mit Wasser abgewaschen#H:39#G:).
$0030.20__Um die Mauern, welche den Witterungseinfl^ussen ausgesetzt sind, vor dem Ein- $0030.21 dringen der Feuchtigkeit durch die Fugen zu sch^utzen, ist es zweckm^a^sig, die letz- $0030.22 teren mit einem geeigneten Dichtungsm^ortel zu verstreichen, wenn nicht mit ganz $0030.23 vollen Fugen gemauert worden war. Insbesondere ist dies bei allen Abdeckungen $0030.24 notwendig. Das Ausfugen erfolgt in der Regel vor dem Abr^usten der Mauern. $0030.25 Waren die Quader in M^ortel versetzt, so kratzt man denselben aus den Fugen bis $0030.26 auf etwa 3#H:cm#G: Tiefe heraus, beseitigt den Staub durch Auskehren und Aussp^ulen und $0030.27 streicht dann den Fugenm^ortel, der bei geringeren Arbeiten aus hydraulischem Kalk $0030.28 oder Cement hergestellt wird, mit einer kleinen Kelle ein. Mit dem Fug- oder $0030.29 Fummeleisen wird derselbe dann so lange bearbeitet, bis er poliert erscheint. Beim $0030.30 Ausfugen von Mauerwerk aus weichen Steinen mit Cement ist Vorsicht insofern n^otig, $0030.31 als durch das rasche Erh^arten des Cementes ^uber die H^arte der Steine hinaus bei $0030.32 weiterem Setzen des Mauerwerkes die Kanten abgedr^uckt werden k^onnen (vergl. $0030.33 Art. 16, S. 28). Hier mu^s noch die Bemerkung Platz finden, da^s, wenn die $0030.34 Quader in M^ortel verlegt werden, es f^ur die Verfestigung desselben von Vorteil ist, $0030.35 die Fugen nicht zu d^unn zu machen.
$0030.36__Bei besseren Arbeiten verwendet man zum Ausfugen einen Steinkitt. F^ur $0030.37 Mauerwerk, welches dem Witterungswechsel ausgesetzt ist, wird folgende Zusammen- $0030.38 setzung nach Gewichtsteilen angegeben: {5{1/4}} Teile Mehlkalk, {2{1/2}} Teile Ziegelmehl, $0030.39 {1/4} Teil Glaspulver und 2 Teile Lein^olfirnis; f^ur Mauerwerk, welches best^andig $0030.40 unter Wasser ist, dagegen: 5 Teile Kalk, {2{1/2}} Teile Ziegelmehl, {1/2} Teil Hammer- $0030.41 schlag, {1/4} Teil Glaspulver und 2 Teile Lein^olfirnis#H:40#G:).
$0030.42__
__
__
__
__
__
__
__Als Fugenkitt benutzt man mit Vorteil auch hydrau- $0031.19 lischen Kalk mit Zusatz von Wasserglas. Der aus beiden $0031.20 Stoffen gemengte Brei darf nur in kleinen Mengen an- $0031.21 gefertigt und mu^s rasch verbraucht werden.
$0031.22__
__Im Bauwesen wird das Dichten der Fugen nicht
$0031.30 nur notwendig, um das Regenwasser von denselben fern
$0031.31 zu halten, sondern es wird auch zu vielen anderen
$0031.32 Zwecken erforderlich. So um die Erdfeuchtigkeit abzuhalten, wor^uber in Kap. 12
$0031.33 die Rede sein wird, ferner bei Herstellung von wasserdichten Beh^altern oder bei
$0031.34 Ableitung von Wasser oder anderen Fl^ussigkeiten. Bei diesen Arbeiten wird es sich,
$0031.35 abgesehen von anderen Ma^sregeln, die hier nicht weiter zu er^ortern
$0031.36
__Als Beispiele f^ur Ueberfalzungen diene die in Fig. 63 dar- $0031.44 gestellte englische Konstruktion eines Regenfallrohres von Stein.
$0031.45__Ist das Dichten der Fugen f^ur die Erhaltung der Mauerwerke,
__
__
__
__Auf die Dauer der Hausteine scheint auch die Art der Bearbeitung von Ein- $0032.13 flu^s zu sein. Bekannt ist, da^s das Polieren als eines der besten Erhaltungsmittel $0032.14 wirkt. Aber auch schon eine glatte Bearbeitung mu^s f^orderlich f^ur die Dauer sein, $0032.15 da an glatten Fl^achen weniger Gelegenheit zum Festhalten der Feuchtigkeit geboten $0032.16 wird und die Verdunstung der letzteren gleichm^a^sig an ihnen erfolgen kann. Auch $0032.17 Staub und Ru^s, die in ihren Ansammlungen Beh^alter f^ur die Feuchtigkeit bilden, $0032.18 k^onnen sich an glatten Fl^achen weniger gut festsetzen, als an rauhen und mit vielen $0032.19 Gliederungen versehenen. F^ur ru^sige St^adte wird sich aus demselben Grunde f^ur $0032.20 die l^angere Erhaltung eines sauberen Ansehens und der urspr^unglichen Farbe eine $0032.21 glatte Bearbeitung der Quader empfehlen.
$0032.22__Es scheint auch, als wenn die feineren Formbildungen infolge der zerst^orenden $0032.23 Einwirkung der Steinhauerwerkzeuge gegen Frostsch^aden empfindlicher seien, als $0032.24 die kr^aftigen Gliederungen. Nachgewiesen ist die Sch^adigung der Frostbest^andigkeit $0032.25 der weicheren Steine durch Bearbeitung mit schweren Werkzeugen, so z. B. von $0032.26 Sandsteinen durch das Stocken#H:44#G:).
$0032.27__Ein Umstand, der auf die dauernde Erhaltung mancher Sandsteine von Einflu^s $0032.28 ist, verdient hier noch Erw^ahnung. Die verdunstende Bruchfeuchtigkeit scheidet $0032.29 kittartige Bestandteile aus, die auf der Oberfl^ache eine feste Kruste bilden, welche $0032.30 die Witterungsbest^andigkeit wesentlich f^ordert. Einmal beseitigt, erzeugt sich dieser $0032.31 sch^utzende Ueberzug niemals wieder. Es ist deshalb zweckm^a^sig, die Werkst^ucke $0032.32 nicht lange unbearbeitet liegen zu lassen und nur fertig zu versetzen oder, wenn $0032.33 dies nicht m^oglich ist, die Nacharbeiten bald nach dem Versetzen auszuf^uhren.
$0032.34__Wegen der Ursachen der Verwitterung und der Mittel zur Dauerhaftmachung $0032.35 der Hausteine mu^s auf das in Teil I, Band 1, erste H^alfte (Art. 8, S. 62 u. Art. 43, $0032.36 S. 105) dieses #.>Handbuches#.< Gesagte verwiesen werden. Zur Erg^anzung sei hier $0032.37 noch hinzugef^ugt, da^s neuerer Zeit f^ur Sandsteine das saure holzessigsaure Eisen- $0032.38 oxydul#H:45#G:) und f^ur erdige oder por^ose Kalksteine die Fluorsilikate der Erd- und $0032.39 Schwermetalle#H:46#G:) benutzt werden.
$0032.40__Aufmerksam machen wir hier auch auf die wichtigen Untersuchungen #/+Tetmajer#/-'s $0032.41 ^uber die Best^andigkeitsverh^altnisse der schweizerischen Bausteine#H:47#G:), welche sich be- $0032.42 sonders auf Sandsteine und oolithische erdige Kalksteine erstreckten. Die Ver-<-P> $0 @@3@ ---------- $0032.43
__
__
__
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__
__Besonders sind es also die gesch^utzt liegenden Teile der Hausteine, welche $0033.17 infolge von Mangel an Luftzug und Sonne nicht austrocknen k^onnen, die zuerst $0033.18 der Verwitterung anheim fallen. Beispiele daf^ur, da^s Steine, die infolge ^ofterer $0033.19 Wasserzuf^uhrung nicht austrocknen, auch zun^achst zerst^ort werden, bieten Durch- $0033.20 binder von nicht gut entw^asserten St^utzmauern, und Sockelgesimsteile, die unter den $0033.21 rinnenf^ormigen Sto^sfugen von Spiegelquadern sich befinden.
$0033.22__Aus den mitgeteilten Beobachtungen geht hervor, da^s man zur dauernden $0033.23 Erhaltung der Quaderarbeiten anhaltende Feuchtigkeitsquellen von denselben fern $0033.24 halten und die atmosph^arischen Niederschl^age rasch abf^uhren mu^s. Auf das letztere $0033.25 ist namentlich bei den gotischen Profilen R^ucksicht genommen; doch auch bei den $0033.26 antikisierenden Profilen l^a^st sich durch zweckm^a^sige Gestaltung derselben, nament- $0033.27 lich der Wassernasen, vieles erzielen. Das erstere ist bei wagrechten oder wenig $0033.28 geneigten Fl^achen nur durch Fugendichtung und Abdeckung mit Metall oder anderen $0033.29 geeigneten Stoffen zu erreichen#H:48#G:). Selbstverst^andlich mu^s auch die Auswahl der $0033.30 Steinarten eine vorsichtige sein. An gef^ahrdeten Stellen d^urfen nur als witterungs- $0033.31 best^andig bekannte Steine Verwendung finden. So k^onnen z. B. die meisten Sand- $0033.32 und Kalksteine nicht f^ur Bauteile als geeignet betrachtet werden, welche in Ber^uhrung $0033.33 mit der Bodenoberfl^ache treten. Sind nicht ganz sichere Steinsorten zu benutzen, $0033.34 so m^ussen diese durch geeignete Anstriche oder Tr^ankungen mit wirksamen Schutz- $0033.35 mitteln dauerhafter gemacht werden#H:49#G:).
$0033.36__Da^s man in der Verwendung von wetterfesten Steinsorten aber auch vorsichtig
$0033.37 sein mu^s, lehren die Beobachtungen von #/+Viollet-le-Duc#/-#H:50#G:), die ^ubrigens mit denen
$0033.38 #/+Tetmajer#/-'s recht gut ^ubereinstimmen. Derselbe teilt mit, da^s
$0033.39
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__Au^ser der Feuchtigkeit und der mit dieser zusammenh^angenden Ausdehnung des $0034.05 gefrierenden Wassers in den Steinen ist eine der wirksamsten Verwitterungsursachen $0034.06 der rasche und h^aufige Wechsel von W^arme und K^alte. Durch die W^arme werden $0034.07 die Steine ausgedehnt, durch die K^alte wieder zusammengezogen, so da^s hierdurch $0034.08 allm^ahlig eine Lockerung des Gef^uges eintreten mu^s. Hierdurch erkl^art sich auch $0034.09 die oft beobachtete Thatsache, da^s an den Sonnenseiten, namentlich von reich ver- $0034.10 zierten Geb^auden, an welchen doch das Auftrocknen der Feuchtigkeit rascher vor $0034.11 sich geht, als an den Nordseiten, die Verwitterung rascher eintritt, als an letzteren. $0034.12 Schutzmittel hiergegen gibt es nicht; doch liegt in dieser Erfahrung die Anregung, $0034.13 auch an diesen, nach vielfacher Annahme weniger gef^ahrdeten Geb^audeseiten der $0034.14 Auswahl der Steinsorten die gr^o^ste Sorgfalt zu schenken#H:51#G:).
$0034.15__Im vorhergehenden sind schon die Vorz^uge und Nachteile des Quaderbaues $0034.16 mit zur Er^orterung gekommen, so da^s dieselben nur noch kurz zusammengefa^st $0034.17 zu werden brauchen.
$0034.18__Als Hauptvorteile desselben sind zu bezeichnen, da^s mit ihm die monumen- $0034.19 talsten Wirkungen, die festesten, standsichersten und, bei geeigneter Auswahl des $0034.20 Materials und geschickten Anordnungen, auch sehr dauerhafte Bauwerke zu erzielen sind.
$0034.21__Als Nachteile treten auf: bei vollen Quadermauern f^ur Wohngeb^aude das $0034.22 Durchschlagen der Feuchtigkeit, bei gemischten Mauerwerken die gro^se Sorgfalt, $0034.23 die auf die Verbindung der verschiedenen Steingattungen zu verwenden ist. Als $0034.24 Hauptnachteil des Hausteinbaues m^ochte wohl aber dessen Kostspieligkeit bezeichnet $0034.25 werden, die ihn im allgemeinen nur f^ur monumentale und aufw^andige Bauten in $0034.26 voller Ausdehnung als zul^assig erscheinen l^a^st. Dies kann man dagegen nicht von $0034.27 dem mit Haustein gemischten Mauerwerk sagen, namentlich nicht von der Bauweise, $0034.28 bei welcher die sog. Strukturteile von Haustein, die Fl^achen von Backsteinen oder $0034.29 Bruchsteinen mit oder ohne einen Putz^uberzug hergestellt werden und die zu den $0034.30 Quaderfachwerken im weiteren Sinne zu rechnen ist. Es spricht f^ur die gesundere $0034.31 Richtung unserer heutigen Architektur, da^s man immer mehr von jenem Schein- $0034.32 wesen zur^uckkommt, welches die f^ur die Ausf^uhrung in Stein geschaffenen Formen $0034.33 in allen m^oglichen Ersatzmitteln nachahmt. Der Mehraufwand f^ur Steinausf^uhrung $0034.34 ist oft nicht sehr gro^s, ja manchmal kaum vorhanden und lohnt sich stets durch die $0034.35 gr^o^sere Dauer und die geringeren Unterhaltungskosten.
$0034.36 @z__Die Backsteine kennzeichnen sich den Quadern gegen^uber, abgesehen vom Stoff, $0034.42 durch ihre geringe Gr^o^se und durch die fabrikm^a^sig hergestellte regelm^a^sige Form,<-P> $0 @@3@ ---------- $0034.43
__
__Wie schon im vorhergehenden Kapitel ausgef^uhrt wurde, benutzt man in den $0035.12 weitaus meisten F^allen das Hausteinmaterial nur als ^au^sere Verkleidung der im $0035.13 Inneren aus anderem Material hergestellten Mauern. Ganz besonders eignet sich $0035.14 nun der Backstein zu diesen Hintermauerungen; er wird aus dieser Rolle von den $0035.15 Bruchsteinen nur da verdr^angt, wo diese billigere Ausf^uhrung ergeben, als jene. $0035.16 Doch auch zur unverh^ullten ^au^seren Erscheinung gelangt der Backstein als Stoff des $0035.17 Mauerwerkes, insbesondere da, wo geeigneter nat^urlicher Stein f^ur diesen Zweck $0035.18 fehlt oder sich teuerer als jener stellt. Im letzteren Falle ergibt sich h^aufig eine $0035.19 Verbindung in der Weise, da^s die sog. Strukturteile (Sockel, Gesimse, Ecken, Um- $0035.20 rahmungen) aus Haustein, die Fl^achen dagegen aus Backsteinen hergestellt werden $0035.21 (vergl. den vorhergehenden Artikel). Im ersteren Falle werden auch zu den Struktur- $0035.22 teilen fast oder ganz ausschlie^slich Backsteine oder andere Ziegelwaren verwendet, $0035.23 und man spricht dann gew^ohnlich von Ziegelrohbau, Backsteinrohbau oder Roh- $0035.24 ziegelbau, im Gegensatze zum Hausteinbau und dem Bau aus gemischtem Material.
$0035.25__
__Da^s der Backstein im Backsteinrohbau oder ^uberhaupt da, wo er den Witte- $0035.44 rungseinfl^ussen ausgesetzt ist, besondere Eigenschaften haben mu^s, die in gesch^utzter $0035.45 Lage weniger in Betracht kommen, ist klar, und in der Schwierigkeit, ihm diese $0035.46 Eigenschaften zu verleihen, wozu noch Schwierigkeiten ^asthetischer Natur treten, $0035.47 liegt der Grund, warum der Backsteinrohbau im Hausteinbau einen schwer oder $0035.48 nicht besiegbaren Mitbewerber f^ur bessere Bauten findet. Die fraglichen Eigenschaften $0035.49 werden sp^ater noch eingehend zu er^ortern sein. Ueber die beim Backsteinbau zur<-P> $0 @@3@ ---------- $0035.50
__
__Zur Herstellung der ^au^seren Wandfl^achen verwendet man im Backsteinrohbau $0036.08 jetzt ziemlich allgemein besonders gut hergestellte Steine: die Verblendsteine mit $0036.09 glatten und m^oglichst gleichm^a^sig gef^arbten Au^senfl^achen; zur Ausf^uhrung der $0036.10 Hintermauerung jedoch und zu allen Mauern, die geputzt werden, die ordin^aren $0036.11 Backsteine, Hintermauerungssteine oder kurzweg Mauersteine. Diese fallen nun im $0036.12 Brande nicht gleichm^a^sig aus und werden in der Regel auch nicht nach ihrer Be- $0036.13 schaffenheit gesondert auf die Bauten geliefert. Es ist daher zweckm^a^sig, das Aus- $0036.14 suchen auf der Baustelle selbst nach drei Sorten vorzunehmen. Die scharf gebrann- $0036.15 ten Steine benutzt man zur Herstellung der Mauerk^orper, welche dem Wetter oder $0036.16 der Feuchtigkeit ausgesetzt sind oder besonders hohe Belastungen erhalten, also zu $0036.17 Grundmauern, Kellermauern, Sockeln, Pfeilern etc., die mittelgebrannten zu den Um- $0036.18 fassungen, Tragmauern, Bogen, Gew^olben und Brandmauern, die schwach gebrannten $0036.19 zu den Scheidew^anden und ^uberall da, wo dieselben bei trockener Lage keine Be- $0036.20 lastungen erhalten.
$0036.21__Die Festigkeit der Backsteinmauer beruht, au^ser auf dem richtigen Verbande, $0036.22 auf der Verkittung durch den zwischen die Fugen gebrachten M^ortel. Die allge- $0036.23 meinen Grunds^atze hierf^ur wurden schon im vorhergehenden Bande (Abt. I, Abschn. 1, $0036.24 Kap. 3) dieses #.>Handbuches#.< er^ortert; hier w^urden dem jedoch einige Einzelheiten $0036.25 hinzuzuf^ugen sein.
$0036.26__Ein Mauerk^orper wird um so fester sein, je mehr er sich einer monolithen $0036.27 Masse n^ahert. Daher wird bei einer Quadermauer die Festigkeit verh^altnism^a^sig $0036.28 mit der Gr^o^se der Quader, mit der Verminderung der Zahl der Fugen zunehmen. $0036.29 Je kleiner die Steine sind, um so gr^o^ser ist die Zahl der Fugen, um so mehr nimmt $0036.30 der Zusammenhang ab. Diesen Mangel kann man durch die Verbindung mittels der $0036.31 Bindemittel ersetzen, woraus die Bedeutsamkeit des M^ortels f^ur das Backsteinmauer- $0036.32 werk hervorgeht. Der M^ortel soll hierbei die Backsteine durch ein fest geschlossenes $0036.33 Fugennetz wie mit einem Maschenwerk umklammern. Er darf dabei aber nicht $0036.34 blo^s zu einer in sich zusammenh^angenden Masse erstarren, sondern er mu^s auch $0036.35 m^oglichst fest an den Backsteinen haften. Deshalb ist auch die Wahl des M^ortels $0036.36 durchaus nicht gleichg^ultig. Diese kann durch verschiedene Umst^ande beeinflu^st $0036.37 werden.
$0036.38__Die f^ur Backsteinmauerwerk h^aufiger zur Anwendung gelangenden M^ortel sind
$0036.39 fetter und hydraulischer Kalkm^ortel, Cementm^ortel (vorzugsweise von Portland-
$0036.40 cement), Cementkalkm^ortel und Gipsm^ortel. Diese M^ortelarten sind in Teil I,
$0036.41 Band 1, erste H^alfte (Abt. I, Abschn. 1, Kap. 3) dieses #.>Handbuches#.< ausf^uhrlich
$0036.42 behandelt worden. Der Luftkalkm^ortel kann nur bei trockener Lage des Mauer-
$0036.43 werkes benutzt werden; er braucht aber eine ausreichende Menge von Feuchtigkeit
$0036.44 und darf diese nur langsam von sich geben, um fest zu werden. Deshalb sind die
$0036.45 Backsteine vor dem Vermauern gen^ugend anzun^assen, und deshalb ist das k^unstliche
$0036.46 Austrocknen des Mauerwerkes sch^adlich. Eben darauf beruht es auch, wenn d^unne
$0036.47 Backsteinmauern, welche man in der Sommerhitze auff^uhrt, nicht fest werden. Die<-P>
@@1@
__Luftm^ortel aus Fettkalk kann man, wie schon erw^ahnt, nur bei trockener Lage $0037.17 des Mauerwerkes verwenden. Sind dauernde Feuchtigkeitsquellen vorhanden, so sind $0037.18 die hydraulischen M^ortel, die Cement- und Kalk-Cement-M^ortel oder die Kalkm^ortel $0037.19 mit hydraulischen Zuschl^agen (Puzzolanm^ortel) zu benutzen. Die Cement- und $0037.20 Puzzolanm^ortel haben zur Erhaltung ihrer Festigkeit dauernd den Zutritt der Feuch- $0037.21 tigkeit notwendig.
$0037.22__Gipsm^ortel kann man nur im Trockenen zur Verwendung bringen. Er erh^artet $0037.23 sehr rasch (unter Volumvermehrung) und kann deshalb auch wie Cementm^ortel zur $0037.24 Verwendung gelangen, wenn ein Setzen der Mauerk^orper vermieden werden soll; $0037.25 immerhin ist diese Verwendung aber wegen der Volumvermehrung eine bedenkliche. $0037.26 Infolge dieses raschen Erh^artens ist der Gipsm^ortel auch brauchbar, wenn Mauerwerk $0037.27 bei Frostwetter ausgef^uhrt werden mu^s. Dabei darf aber dem Gips nur das zur $0037.28 Erh^artung gerade notwendige Wasser zugesetzt werden. Viel verwendungsf^ahiger $0037.29 wird scharf gebrannter Gips als Mauerm^ortel, wenn man ihm bis zur H^alfte seiner $0037.30 Menge Sand zusetzt.
$0037.31__Frischer Cementm^ortel kann schon durch geringe K^alte zerst^ort werden. Auch $0037.32 die Kalkm^ortel widerstehen dem raschen Wechsel von Frost und Tauwetter nicht. $0037.33 Weniger nachteilig wirkt eine anhaltende m^a^sige K^alte, besonders bei verf^ullten $0037.34 Grundmauern. Man will sogar beobachtet haben, da^s M^ortel, der bei andauernder $0037.35 K^alte seine Feuchtigkeit verloren hat, besonders fest geworden ist. Um bei Frost- $0037.36 wetter mit Kalkm^ortel sicher mauern zu k^onnen, soll man ungel^oschten Kalk nur $0037.37 in geringen Mengen zu M^ortel bereiten, denselben m^oglichst steif herstellen, die $0037.38 Ziegel und den Sand nur trocken und angew^armt verwenden und das Mauerwerk $0037.39 vor der Einwirkung von Feuchtigkeit oder Schnee sch^utzen. Die Durchf^uhrung $0037.40 dieser Ma^sregeln d^urfte f^ur gew^ohnlich nur im kleinen Ma^sstabe m^oglich sein. $0037.41 Cementm^ortel wird durch Zusatz von Kochsalz oder Soda weniger empfindlich gegen $0037.42 K^alte; auch Verwendung von warmem Wasser zum Anmachen ist vorteilhaft#H:54#G:).
$0037.43__Das Legen der Backsteine im richtigen Verbande und das Verbinden derselben<-P>
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__Im vorhergehenden Bande (Art. 56, S. 51 [2. Aufl.: S. 52]) dieses #.>Handbuches#.< $0038.11 wurden als beabsichtigte Zwecke bei Ausf^uhrung von Hohlmauern die Herstellung $0038.12 isolierender Luftschichten und Materialverminderung angegeben. Namentlich das erstere $0038.13 ist h^aufig der Grund zur Wahl dieser Anordnungen. Die in den Mauern enthaltenen $0038.14 ruhenden Luftschichten sollen die umschlossenen R^aume dem Einflu^s von au^serhalb $0038.15 stattfindenden W^arme^anderungen entziehen#H:56#G:) oder die Ueberleitung des Schalles von $0038.16 einem Raume in einen benachbarten verhindern#H:57#G:). Au^serdem verwendet man Hohl- $0038.17 mauern oft als Umfassungsmauern von Geb^auden, um das Durchschlagen von Feuchtig- $0038.18 keit zu verh^uten. Das letztere ist sehr schwierig zu erreichen und erfordert ganz $0038.19 besondere Vorsichtsma^sregeln. Man hat daher vor der Wahl der Konstruktion sich $0038.20 den haupts^achlich vorliegenden Zweck klar zu machen. Gew^ohnlich liegt f^ur Um- $0038.21 fassungsmauern das Bed^urfnis vor, das Durchschlagen von Feuchtigkeit zu verhindern. $0038.22 Erreicht man diese Absicht, so kann man bis zu einem gewissen Grade auch mit die $0038.23 Sicherung vor dem Eindringen der K^alte erzielen, wogegen eine warm haltende $0038.24 Mauer nicht immer gleichzeitig auch als eine trocken haltende konstruiert zu sein $0038.25 braucht, da hierf^ur besondere Schutzvorkehrungen an der Au^senseite angebracht $0038.26 werden k^onnen. Wir werden uns daher nur kurz mit den Vorkehrungen bei Hohl- $0038.27 mauern zu besch^aftigen haben, die ein Trockenhalten bezwecken, und zwar gegen $0038.28 Schlagregen, der bekanntlich besonders die sog. Wetterseiten der Geb^aude trifft. $0038.29 Die Schutzma^sregeln gegen Feuchtigkeiten aller Art werden in Kap. 12 besprochen $0038.30 werden, wo auch auf die Hohlmauern zur^uckzukommen sein wird.
$0038.31__Vorbedingung f^ur das Trockenhalten ist die Wahl eines Ziegelmaterials f^ur $0038.32 den ^au^seren Teil der Mauer, welches selbst gen^ugend undurchdringlich ist. Es $0038.33 darf also nur wenig porenhaltig sein und mu^s eine angesinterte Oberfl^ache haben, $0038.34 was beides durch scharfen Brand erreicht wird. Ebenso mu^s aber auch der Fugen- $0038.35 m^ortel wasserdicht sein, weshalb sich f^ur diesen Zweck ein guter hydraulischer M^ortel $0038.36 empfiehlt. Da nun zweckentsprechende Materialien nicht immer in ausreichender $0038.37 G^ute zur Verf^ugung stehen, die Ausf^uhrung oft mangelhaft erfolgt und die Erfahrung $0038.38 gezeigt hat, da^s schwache Mauern von ganz gutem Material doch gegen einen $0038.39 kr^aftigen Schlagregen nicht gen^ugen, so mu^s weiter gefordert werden, da^s Feuch- $0038.40 tigkeit, welche durch den ^au^seren Teil der Mauer gedrungen ist, nicht auf die $0038.41 innere Wand ^ubergeleitet werde. Deshalb sollte die Luftschicht durch die ganze $0038.42 L^ange und H^ohe der Wand ununterbrochen durchgef^uhrt werden. Die R^ucksicht $0038.43 auf Standfestigkeit der Mauer erfordert nun aber wenigstens eine Verbindung beider<-P> $0 @@3@ ---------- $0038.44
__
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__Sehr verschieden sind die Ansichten ^uber die dem ^au^seren Mauerteile zu $0039.10 gebende Dicke. Vielfach wird verlangt, denselben immer mindestens 1 Stein stark $0039.11 zu machen, so da^s bei der vielfach verwendeten Gesamtmauerst^arke von {1{1/2}} Stein $0039.12 f^ur den inneren Teil nur {1/2} Stein ^ubrig bleibt. Dies ist f^ur W^ande, welche zugleich $0039.13 als Tragmauern von Balkenlagen zu dienen haben, zu wenig, namentlich wenn, wie $0039.14 dies aus angegebenen Gr^unden verlangt werden mu^s, der Hohlraum in der ganzen $0039.15 H^ohe der Frontmauern durchlaufen soll, also eine Anzahl von durchbindenden $0039.16 Schichten unter der Balkengleiche vermieden werden m^ussen. Andererseits wird $0039.17 angef^uhrt, da^s eine {1/2} Stein starke Wand gew^ohnlich sorgf^altiger gemauert werde, $0039.18 als eine 1 Stein starke, und daher ebenso viel Wert f^ur die Trockenhaltung besitze, $0039.19 als letztere. F^ur Hohlmauern, welche Geb^alke zu tragen haben, wird es sich daher $0039.20 empfehlen, den inneren Teil 1 Stein stark zu machen, wenn dadurch auch f^ur den $0039.21 ^au^seren Teil nur {1/2} Stein ^ubrig bleibt. Bei dickeren Mauern ist es aber zweifel- $0039.22 los richtiger, den ^au^seren Teil st^arker als {1/2} Stein zu halten; denn es ist zu be- $0039.23 achten, da^s diese geringere Dicke bei einer H^ohe von mehreren Stockwerken eben- $0039.24 falls zu Bedenken in Bezug auf Standsicherheit Veranlassung gibt und au^serdem $0039.25 der architektonischen Ausbildung der Fassaden Schwierigkeiten bereitet. Eine {1/2} Stein $0039.26 starke Mauer kann auch gegen Durchschlagen der N^asse ohne besondere Schutz- $0039.27 vorkehrungen keine Sicherheit bieten. Erw^ahnung finde hier noch der Einwand $0039.28 gegen st^arkere Au^senmauern, da^s diese mehr Feuchtigkeit in sich aufspeichern, als $0039.29 {1/2} Stein starke. Sicher ist aber auch, da^s eine gut ausgef^uhrte starke Mauer $0039.30 weniger Feuchtigkeit bis zur isolierenden Luftschicht dringen lassen wird, als eine $0039.31 schwache. F^ur nicht Balken tragende Mauern empfiehlt es sich daher, den inneren $0039.32 Teil nur {1/2} Stein stark zu machen, wo nicht konstruktive Bedenken dagegen vor- $0039.33 liegen. Damit ist der Vorteil verbunden, da^s die isolierende Luftschicht rasch $0039.34 durchw^armt wird und dadurch die Warmhaltung f^ordert.
$0039.35__In der Regel wird der Hohlraum {1/4} Steinl^ange (6 bis 7#H:cm#G:) breit gehalten.
$0039.36 Dieser Zwischenraum ist ungen^ugend, wenn der ^au^sere Wandteil Feuchtigkeit
$0039.37 durchl^a^st. Die Luft in demselben wird bald mit Feuchtigkeit ges^attigt werden
$0039.38 und diese der inneren Wandh^alfte mitteilen. Die eingeschlossene feuchte Luft wird
$0039.39 au^serdem dumpfig, was sich ebenfalls in den umschlossenen R^aumen mit der Zeit
$0039.40 bemerklich machen mu^s. Es ist daher angezeigt, die Hohlr^aume im allgemeinen
$0039.41 breiter als {1/4} Steinl^ange (etwa {1/2} Stein) zu halten und dieselben durch geeignete
$0039.42 Oeffnungen zu l^usten, was bei weiteren Zwischenr^aumen leichter zu bewerkstelligen
$0039.43 ist, als bei engen. Durch diese L^uftung geht allerdings der Vorteil der Warm-
$0039.44 haltung verloren, was aber gegen den Vorteil in gesundheitlicher Beziehung und
$0039.45 in der gew^ahrten Sicherung der Dauerhaftigkeit der auf dem inneren Wandteil auf-
$0039.46 lagernden Balken weniger besagen will. Auch ist zu beachten, da^s in Hohlr^aumen
$0039.47 von einiger H^ohe abk^uhlende Luftstr^omungen entstehen werden, welche die be-<-P>
@@1@
__Die Meinungen ^uber den Wert der Hohlmauern gehen zur Zeit au^serordent- $0040.04 lich auseinander#H:58#G:). Wir verzichten daher hier auf eine Besprechung der verschieden- $0040.05 artigen Konstruktionen derselben#H:59#G:).
$0040.06__Ohne Schwierigkeiten lassen sich Mauern mit Hohlr^aumen mit Hilfe von Hohl- $0040.07 steinen#H:60#G:) herstellen.
$0040.08__Dieselben werden in der Regel in der Gestalt und in den Ma^sen der gew^ohn- $0040.09 lichen Backsteine, bezw. Verblendsteine gebrannt, weshalb sie ohne alle Schwierig- $0040.10 keiten mit diesen in Verband gebracht werden k^onnen. Au^ser diesen sind in den $0040.11 verschiedenen L^andern, namentlich in England, aber auch in Deutschland, sehr ver- $0040.12 schiedenartige Formen der Hohlsteine in Anwendung gebracht worden, deren Be- $0040.13 sprechung aber hier zu weit f^uhren w^urde. Erw^ahnung verdient, da^s vielfach $0040.14 empfohlen wird, die Hohlsteine gr^o^ser als das Normalformat herzustellen, weil sie $0040.15 dann bei gleicher Tragf^ahigkeit in der Herstellung billiger w^urden. Weiter ist darauf $0040.16 aufmerksam zu machen, da^s Hohlsteine mit lotrechten Durchlochungen viel M^ortel $0040.17 schlucken und ein st^arkeres Setzen des Mauerwerkes veranlassen, weil sich der M^ortel $0040.18 in die H^ohlungen hineindr^uckt. Man soll diese Durchlochungen daher rund und $0040.19 h^ochstens {1{1/2}}#H:cm#G: im Durchmesser halten.
$0040.20__Eingehender wird die gew^ohnliche Form der Hohlsteine in Art. 38 behandelt $0040.21 werden, weil sie mit der der Verblendsteine ^ubereinstimmt. Bemerkt mag hier nur $0040.22 sein, da^s man drei Sorten zur Herstellung regelrechter Verb^ande gebraucht: L^aufer, $0040.23 Binder und Ecksteine. Teilst^ucke lassen sich zwar durch Behauen herstellen; zweck- $0040.24 m^a^siger ist es aber immer, solche aus der Ziegelei mit zu beziehen. Infolge der $0040.25 H^ohlungen brennen die Hohlsteine gleichm^a^siger und sch^arfer durch als Vollsteine, die $0040.26 in derselben Hitze gebrannt werden, sind daher fester und auch weniger porig, als $0040.27 diese, nehmen also auch weniger Wasser auf; sie sind auch schlechtere W^armeleiter, als $0040.28 Vollsteine. Dagegen sind sie weniger fest, als ebenso scharf gebrannte Vollsteine, $0040.29 haben jedoch durchschnittlich die Druckfestigkeit mittelguter Backsteine. Da sie etwas $0040.30 teurer sind, als gew^ohnliche Hintermauerungssteine, so verwendet man sie in der $0040.31 Regel nur zur ^au^seren Verkleidung der Mauern, bei Mauern aus nat^urlichen Steinen $0040.32 wohl auch zur inneren Verblendung derselben. Ferner benutzt man sie zur Aus- $0040.33 f^uhrung von W^anden, die ein geringeres Gewicht haben sollen oder zu denjenigen $0040.34 Zwecken, welchen Hohlmauern dienen sollen. Der Erfolg ist jedoch, wie bei den $0040.35 letzteren, sehr fraglich, da die kleinen Hohlr^aume der Feuchtigkeit-, W^arme- und $0040.36 Schall^ubertragung kein wesentliches Hindernis bieten k^onnen und diese durch die $0040.37 Wandungen der Steine und die M^ortelfugen stattfinden wird#H:61#G:).
$0040.38__An Stelle der Hohlsteine werden h^aufig die porigen Steine mit Vorteil an- $0040.39 gewendet#H:62#G:). Sie sind sehr leicht#H:63#G:), haben aber geringe Druckfestigkeit#H:64#G:) und<-P> $0 @@3@ ---------- $0040.40
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__Die durch Brennen des mit verbrennlichen Stoffen gemischten Thones erzeugten $0041.24 porigen Steine erleiden unter Einflu^s der Feuchtigkeit der Dauerhaftigkeit sch^ad- $0041.25 liche Zersetzungen; sie d^urfen daher auch nicht zur ^au^seren Verkleidung von Um- $0041.26 fassungsmauern benutzt werden, wenn man sie nicht gegen die Feuchtigkeit sch^utzt. $0041.27 Dies kann, ohne der Luftdurchl^assigkeit gro^sen Eintrag zu thun, durch einige der $0041.28 in Kap. 12 zu besprechenden Beh^ange geschehen. Kalkm^ortelputz ist hierzu nicht $0041.29 geeignet, weil er die Feuchtigkeit durchl^a^st. Ist die Anwendung eines solchen Be- $0041.30 hanges aus architektonischen R^ucksichten nicht zul^assig, so mu^s man eben einen $0041.31 dichten Stein zur Herstellung der ^au^seren Bekleidung verwenden.
$0041.32__
__Au^ser den Backsteinen kommen vielerlei andere k^unstliche, nicht durch Brennen
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__Die Lehmsteine oder Luftziegel sind wohl das ^alteste k^unstliche Baumaterial
$0042.16 ^uberhaupt, haben aber heute in Kulturl^andern nur noch Bedeutung f^ur landwirt-
$0042.17 schaftliche Bauten. Sie werden genau wie zu brennende Ziegel hergestellt, aber
$0042.18 l^anger an der Luft getrocknet. Sie schwinden dabei um {1/20}. Sandigem Lehm soll
$0042.19 man beim Einstampfen 4 bis 6 Prozent gel^oschten Kalk zusetzen, um den Steinen
$0042.20 gr^o^sere Festigkeit und Wasserbest^andigkeit zu geben. Unvollkommen getrocknete
$0042.21 Steine geben nasse und sich senkende W^ande. Nach #/+Engel#/-#H:69#G:) werden sie in zwei
$0042.22 Gr^o^sen hergestellt: 30 ^* 14 ^* 8 bis 10#H:cm#G:, wobei sie 5 bis 7#H:kg#G: schwer sind, und
$0042.23 26 ^* 12,
__Aehnliche M^angel wie die Lehmsteine haben die sog. Lehmpatzen; sie erfordern $0042.39 deshalb auch dieselben Schutzma^sregeln gegen Feuchtigkeit. Sie werden aus mit $0042.40 Wasser erweichtem Lehm mit Zusatz von 10 bis 20 Prozent geeigneten Pflanzen- $0042.41 teilen hergestellt, wodurch das schnelle und gleichm^a^sige Trocknen beg^unstigt, $0042.42 jedoch die Festigkeit vermindert wird. An ihnen haftet der Putz besser, als an $0042.43 Luftsteinen; durch den Gehalt an Pflanzenteilen wird aber das Aufsaugen der<-P> $0 @@3@ ---------- $0042.44
__
__
__
__Ebenfalls haupts^achlich f^ur landwirtschaftliche Bauten bestimmt, jedoch bei weitem
__Verwandt mit den Kalksandziegeln sind die au^serordentlich zahlreichen #.>Kunst-
__Sehr viel Anerkennung haben sich die aus gek^ornter (granulierter) Hochofen-
__
__
__
__
__
__Noch poriger, wie die Schlackensteine, aber von weit geringerem Gewichte, $0044.09 dabei allerdings auch von geringerer Druckfestigkeit sind die Bimssandsteine, auch $0044.10 rheinische Schwemmsteine oder Tuffsteine genannt. (Vergl. Teil I, Bd. 1, erste H^alfte $0044.11 [Art. 81, S. 135; 2. Aufl.: Art. 101, S. 142] dieses #.>Handbuches#.<.) Sie sind beson- $0044.12 ders f^ur das Ausf^uhren von leichten W^anden im Inneren der Geb^aude geeignet; doch $0044.13 werden sie vielfach auch zur Herstellung von Au^senmauern benutzt, obgleich ihre $0044.14 Wetterbest^andigkeit anzuzweifeln ist. Bew^ahrt haben sie sich in besonders geformten $0044.15 St^ucken bei Errichtung von russischen Schornsteinr^ohren.
$0044.16__Nach einem dem preu^sischen Ministerium f^ur Handel, Gewerbe und ^offentliche $0044.17 Arbeiten von #/+Neumann, Schnitzler#/- und #/+Zweck#/- erstatteten kommissarischen Gutachten $0044.18 vom 5. Mai 1879 war zu dieser Zeit ein endg^ultiges Urteil ^uber die Brauchbarkeit $0044.19 der Bimssandsteinerzeugnisse noch nicht abzugeben, da Erfahrungen und Versuche $0044.20 ^uber die Steine noch nicht gen^ugend vorlagen; doch wurde erkl^art, da^s sie ein $0044.21 h^ochst beachtens- und sch^atzenswertes Baumaterial bilden, wenn auf ihre Herstellung $0044.22 ausreichende Sorgfalt verwendet wird.
$0044.23__Da^s letzteres notwendig ist, beweisen Erfahrungen, die mit wahrscheinlich $0044.24 mangelhaft angefertigten Steinen nach unten genannter Quelle#H:80#G:) gemacht worden $0044.25 sind. Nach derselben zersetzten sich auf Bimssandsteinw^anden, auch auf verputzten $0044.26 Fl^achen, die Anstrichfarben, namentlich an solchen Stellen, an denen sich die am $0044.27 meisten verwitterten und lockeren Steine befanden. Als Abhilfemittel werden Tr^anken $0044.28 der Steine und Fugen mit hei^sem Teer, nachheriger Bewurf mit scharfem Kiessand $0044.29 und Verputz nach vollst^andigem Abtrocknen des Teers empfohlen. Die Steine sollen $0044.30 dadurch auch in Au^senw^anden dauerhafter werden. Zu beachten ist aber, da^s $0044.31 dadurch ein Vorteil derselben, die Luftdurchl^assigkeit, verloren geht.
$0044.32__Die leichtesten bis jetzt bekannten Bausteine sind die von #/+Gr^unzweig {et} Hartmann#/-
$0044.33 in Ludwigshafen am Rhein hergestellten Korksteine#H:81#G:). Dieselben bestehen in der Haupt-
$0044.34 sache aus durch Kalk verbundenem, zerkleinertem Korkholz und erhalten die Gr^o^se der
$0044.35 deutschen Normalbacksteine oder die Form von Platten von 4#H:cm#G: Dicke, 30#H:cm#G: L^ange und
$0044.36 25#H:cm#G: Breite, werden jedoch auch in anderen Gr^o^sen und Formen hergestellt. Ein Stein
$0044.37 im Normalziegelformat wiegt etwa 500#H:g#G:; das Einheitsgewicht ist durchschnittlich 0,
__Neben dem geringen Gewichte ist die wertvollste Eigenschaft die geringe $0044.39 W^armeleitungsf^ahigkeit. Diese soll geringer, als die aller anderen, zu ^ahnlichen $0044.40 Zwecken verwendbaren Baustoffe sein#H:82#G:).
$0 @@3@ ---------- $0044.41__
__
__
__
__
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__Sie rei^sen und verziehen sich nicht in der W^arme und sollen bis zu 180 Grad C. $0045.02 Hitze vertragen, auch nicht feuergef^ahrlich sein, da sie wohl durch Feuer zerst^ort $0045.03 werden, dasselbe aber nicht weiter leiten.
$0045.04__Sie sind der F^aulnis nicht unterworfen, sind aber gegen N^asse zu sch^utzen. $0045.05 Durch einen guten Putz^uberzug sollen sie jedoch gegen die Einwirkungen der $0045.06 Witterung gen^ugend gesch^utzt sein. Um sie gegen N^asse widerstandsf^ahiger zu $0045.07 machen, tr^ankt man sie mit Teer oder ^uberzieht sie mit einer Pechschicht.
$0045.08__Ihre Druckfestigkeit betr^agt im Mittel 2,
__Die Steine lassen sich mit dem scharfen Maurerhammer behauen; man kann sie $0045.10 beschneiden und zers^agen, mit N^ageln und Schrauben befestigen. Sie werden mit $0045.11 Kalkm^ortel, dem Gips zugesetzt ist, oder auch in Gipsm^ortel vermauert. F^ur feuchte $0045.12 Lage, wie beim Eiskellerbau, bei dem die besonders hergerichteten Korksteine sehr $0045.13 vielfach Verwendung finden, benutzt man als Bindemittel Pech oder Cement.
$0045.14__Nach den geschilderten Eigenschaften sind die Korksteine insbesondere zur Her- $0045.15 stellung leichter W^ande und zur Bildung schlecht w^armeleitender Umfassungen, welche $0045.16 keinen erheblichen Dr^ucken oder Witterungseinfl^ussen unterworfen sind, brauchbar.
$0045.17 @z__Will man die Au^senfl^achen von Geb^auden in Backsteinrohbau herstellen, so
__
__Einen vollst^andigen Backsteinrohbau erh^alt man erst, wenn nicht blo^s die $0046.11 Wandfl^achen, sondern auch die Strukturteile, wie Gesimse, Umrahmungen von Oeff- $0046.12 nungen u. s. w. aus gebranntem Thon hergestellt werden. Dies geschieht mit Hilfe $0046.13 besonders geformter Steine, der #s+Formsteine,#s- die in ihrer Gr^o^se nicht wesentlich $0046.14 von den Verblendsteinen abweichen, oder mit Hilfe h^aufig gr^o^serer, dann meist $0046.15 hohl gebrannter und oft mit vorspringenden Verzierungen versehener St^ucke, der $0046.16 #s+Terracotten.#s- Diese Teile der Backsteinrohbauten werden in den betreffenden $0046.17 Kapiteln behandelt werden, w^ahrend hier haupts^achlich von den eigentlichen Ver- $0046.18 blendungen und den zum konstruktiven Abschlu^s von Wandteilen und gewissen $0046.19 besonderen W^anden notwendigen Formst^ucken die Rede sein soll.
$0046.20__Die Verblendsteine werden mit der Hand als #s+Klopf-#s- oder #s+Pre^ssteine#s- (mit $0046.21 Maschinen nachgepre^st) und als die noch besseren #s+Oel-#s- oder #s+Schneidesteine#s- $0046.22 hergestellt. Diese Handschlagsteine sind jetzt meist durch die mit Maschinen ange- $0046.23 fertigten verdr^angt worden. Auch diese stellte man fr^uher als #s+Vollsteine#s- her, ist $0046.24 jetzt aber fast durchweg zur Anfertigung der Verblendsteine als #s+Hohlsteine#s- ^uber- $0046.25 gegangen, was als ein Fortschritt bezeichnet werden kann, weil diese einen besser $0046.26 ausgew^ahlten und besser zubereiteten Rohstoff, au^serdem auch eine Vermehrung $0046.27 des Wasserzusatzes beim Formen erfordern. Durch letzteres erzielt man wieder die $0046.28 dichte und gleichm^a^sige Masse, welche die na^s zubereiteten Handschlagsteine hatten, $0046.29 welche aber die trockener zubereiteten Maschinenvollsteine oft nicht besitzen und $0046.30 sich bei diesen auch nicht durch Nachpressen herbeif^uhren l^a^st. Bei den Hohlsteinen $0046.31 ergibt sich schon durch das engere Mundst^uck der Pressen eine dichtere und gleich- $0046.32 m^a^sigere Beschaffenheit des Scherbens, sowie infolge der H^ohlungen ein besseres $0046.33 und gleichm^a^sigeres Durchbrennen derselben#H:84#G:). Selbstredend k^onnen ebenso gute $0046.34 Maschinenvollsteine hergestellt werden, und solche sind auch f^ur st^arkere Druck- $0046.35 beanspruchungen unentbehrlich.
$0046.36__F^ur die Verblender sind wie f^ur die Formsteine Vorschriften aufgestellt worden, $0046.37 welche in Teil I, Band 1, erste H^alfte (Art. 19, S. 74 [2. Aufl.: Art. 38, S. 95]) $0046.38 dieses #.>Handbuches#.< Mitteilung fanden. Nach diesen sollten die ganzen Steine $0046.39 ({4/4}-Steine) 252 ^* 122 ^* 69#H:mm#G: messen, unter Annahme einer gleichm^a^sigen Fugen- $0046.40 dicke von 8#H:mm#G: in der Verblendung und einer Lagerfugendicke von 12#H:mm#G: in der $0046.41 Hintermauerung. Die zul^assigen Abweichungen von diesen Ma^sen sollen bei feinen $0046.42 Verblendern 1#H:mm#G: nicht ^ubersteigen. Diese geringe Abweichung scheint sich f^ur $0046.43 gr^o^sere Lieferungen als nicht durchf^uhrbar erwiesen zu haben.
$0046.44__Die Teilst^ucke m^ussen f^ur Verblendungen besonders und in den {4/4}-Steinen $0046.45 entsprechenden Ma^sen geformt werden. Die Wandungen der Hohlverblender sollen $0046.46 mindestens 20#H:mm#G: stark sein.
$0 @@3@ ---------- $0046.47__
__In Fig. 65 sind L^aufer und Binder in den ^ublichen Ma^sen dargestellt. Die $0047.03 L^ocher laufen wagrecht und parallel der Mauerflucht. Fig. 66 zeigt die lotrecht $0047.04 durchlochten Normalecksteine; bei ihnen sollte die Weite der L^ocher 15#H:mm#G: nicht $0047.05 ^ubersteigen (vergl. Art. 27, S. 40). Man hat ^ubrigens auch Langlochecksteine mit $0047.06 5 geschlossenen Seiten hergestellt. Fig. 67 zeigt einen f^ur Herstellung von Roll- $0047.07 schichten bestimmten {1/2}-Stein. Die Vollsteine werden in denselben Ma^sen angefertigt.
$0047.08__
__Sehr feine Verblendsteine werden zuweilen auch als {1/8}- und {3/8}-Steine angefertigt.
$0047.13__
__
__Es ist nicht zu verkennen, da^s die Notwendigkeit, f^ur die Verblendungen die $0047.25 verschiedenen Teilst^ucke anfertigen zu m^ussen, die Herstellung gleicher Ma^se und $0047.26 Farben erschwert, bezw. verteuert. Oft ist dies auch die Ursache von st^orenden $0047.27 Ungenauigkeiten und Ungleichm^a^sigkeiten im Mauerwerk; auch wird dadurch eine<-P> $0 @@3@ ---------- $0047.28
__
__
__
__
__
__
__Die wagrecht gelochten Verblender versieht man auf den Lagerfl^achen mit $0048.21 Riefen, um bei den engen Fugen dem M^ortel mehr Raum zu schaffen (siehe Fig. 65). $0048.22 Oft werden zu demselben Zwecke wirkliche Vertiefungen angeordnet (Fig. 71).
$0048.23__Bei der Anfertigung der Steine l^auft der aus dem Thonschneider austretende $0048.24 Thonstrang auf Rollen, durch welche die unteren Kanten der Verblendfl^achen leicht $0048.25 besch^adigt werden. Zur Vermeidung dieses Uebelstandes wird mitunter der als Lauf- $0048.26 seite dienenden Lagerfl^ache eine kleine Erh^ohung gegeben (Fig. 72), durch welche $0048.27 die Kanten gesch^utzt werden sollen#H:87#G:).
$0048.28__Die Langlochverblender erhalten gew^ohnlich zwei Verblendfl^achen, werden $0048.30 aber nur nach einer ausgesucht. Daraus ergeben sich beim Vermauern leicht Ver- $0048.31 wechselungen. Dem ist in den Ziegeleien ohne M^uhe durch Bezeichnen oder Un- $0048.32 tauglichmachen der nicht ausgesuchten Verblendfl^ache abzuhelfen, wie dies auch in $0048.33 neuerer Zeit geschieht#H:87#G:).
$0048.34__Erw^ahnung mag hier noch der Vorschlag #/+v. Hagen#/-'s finden, wonach die Kanten $0048.35 der Verblendsteine eine Abfasung von 1#H:cm#G: erhalten sollen, um sie zu sch^utzen und $0048.36 dauerhaft zu machen (Fig. 73).
$0048.37__
__Eine beachtenswerte Neuerung in der Form bieten hakenf^ormig gestaltete Ver- $0048.41 blender#H:88#G:), bei denen der vordere lotrechte, nur 3#H:cm#G: starke Teil die doppelte oder<-P> $0 @@3@ ---------- $0048.42
__
__
__Die konstruktiv vollkommenste Verblendung wird man erzielen,
__
__Man verzichtet daher in der Regel auf diese Art der Ausf^uhrung und ver- $0049.17 wendet entweder die {4/4}-Steine der L^aufer abwechselnd mit Schichten aus {1/4}-Steinen $0049.18 oder, wie es das Gebr^auchlichste ist, abwechselnde Schichten aus {1/2}-Steinen und $0049.19 {1/4}-Steinen im Binderverband (Fig. 76). Will man einen regelrechten Verband fest $0049.20 halten, so ergibt sich bei Verwendung von {1/4}-Steinen als K^opfen die Notwendigkeit, $0049.21 entweder hinter denselben zu Dreiquartieren verhauene ganze Steine oder geformte $0049.22 {3/4}-Steine zu benutzen. Das letztere ist jedenfalls das zweckm^a^sigere, erfordert $0049.23 aber, wie dies auch f^ur manche andere F^alle w^unschenswert erscheint, das Vor- $0049.24 r^atighalten solcher Hintermauerungssteine in den Ziegeleien. Diese sind der Fuge $0049.25 wegen nur 17#H:cm#G: lang zu machen. Sehr verwerflich w^urde die Anwendung von $0049.26 ganzen L^aufern hinter den {1/4}-Steinen sein, weil diese den Maurern zur Ausf^ullung $0049.27 des verbleibenden {1/4}-Stein breiten Zwischenraumes mit Ziegelabfall Veranlassung $0049.28 geben w^urde.
$0049.29__Ein regelrechter Verband, und zwar der Binderverband im Aeu^seren, wird $0049.30 m^oglich, wenn man zur Verblendung abwechselnd die Schichten aus {1/4}- und {3/4}-Ver- $0049.31 blendsteinen (Fig. 77) herstellt. Diese Art der Verblendung ist aber teuerer, als $0049.32 die vorhergehend beschriebene; sie n^otigt auch zur Abweichung von den ^ublichen, $0049.33 nach Abstufungen von {1/2}-Steinl^angen bemessenen Mauerst^arken, wodurch eine Ver- $0049.34 mehrung oder eine Verringerung der als notwendig erkannten Mauerdicke um $0049.35 {1/4} Stein herbeigef^uhrt werden w^urde. In vielen F^allen wird das letztere aller- $0049.36 dings zul^assig erscheinen k^onnen.
$0049.37__Ganz zu verwerfen ist die aus Ersparnisr^ucksichten mitunter beliebte Aus-
$0049.38 f^uhrung der Verblendung vorwiegend aus {1/4}-Verblendsteinen, so da^s eine gr^o^sere<-P>
@@1@
__
__Die Ausf^uhrung der Verblendungen erfolgt nach zweierlei Verfahrungsarten, $0050.22 entweder gleichzeitig mit der Hintermauerung oder nachtr^aglich nach der Vollendung $0050.23 der letzteren. Die erstere ist unstreitig die konstruktiv bessere und billigere. Mit $0050.24 der zweiten lassen sich zwar bei gro^ser Vorsicht auch gute Erfolge erzielen, wie die $0050.25 von #/+Schinkel#/- erbaute Bauakademie in Berlin beweist; aber sie erfordert bedeutend $0050.26 mehr Zeit- und Geldaufwand, abgesehen von anderen Nachteilen, die bei ungen^ugen- $0050.27 der Vorsicht eintreten k^onnen. Zum nachtr^aglichen Einbinden der Verblendsteine $0050.28 mu^s die Kernmauer mit einer ^au^seren Verzahnung ausgef^uhrt werden. Die Anlage $0050.29 der rohen Mauer mu^s daher schon sehr genau, und zwar mit R^ucksicht auf die Ver- $0050.30 blendung, erfolgen, wenn die Binder der letzteren in die Zahnl^ucken passen sollen. $0050.31 Dies ist bei der ungenauen Form der Hintermauerungssteine und dem Mangel eines $0050.32 Anhaltes, wie ihn eine ebene Mauerflucht bietet, schwierig. Das Ergebnis besteht $0050.33 daher h^aufig darin, da^s die vorspringenden Schichten abgehauen werden m^ussen, $0050.34 wodurch der Verband zwischen Verblendung und Mauerkern verloren geht. Dazu $0050.35 kommt, da^s auch die Verbindung durch den M^ortel leicht eine mangelhafte wird, $0050.36 da selbst bei unausgesetzter Aufsicht eine vollst^andige F^ullung der Zwischenfugen $0050.37 schwer zu erreichen ist. Wird nun schon durch das zweimalige genaue Ausmessen $0050.38 und Anlegen s^amtlicher Mauerteile die Arbeit bei doch zweifelhafter G^ute verteuert, $0050.39 so ergibt sich der Hauptmehraufwand noch dadurch, da^s die Verblendung nicht $0050.40 als tragender Mauerteil betrachtet werden kann, sondern als Zuschu^s zu der kon- $0050.41 struktiv erforderlichen Mauerdicke hinzugef^ugt werden mu^s.
$0050.42__Die Notwendigkeit der nachtr^aglichen Verblendung ergab sich in der Anfangs- $0050.43 zeit des neuerlichen Aufbl^uhens des Ziegelgewerbes aus dem Umstande, da^s die $0050.44 erforderlichen Blendsteinmengen nicht rechtzeitig beschafft werden konnten. F^uhrt $0050.45 doch auch die aufh^altliche Bearbeitung der nat^urlichen Steine mitunter zu ^ahnlichem $0050.46 Verfahren im Hausteinbau. Bei dem heutigen Stande der Ziegelerzeugung und nach $0050.47 der Einf^uhrung gewisser allgemeiner Vorschriften f^ur Gr^o^se und Form der Steine $0050.48 s^allt jedoch dieser Grund zumeist fort.
$0 @@3@ ---------- $0050.49__
__
__Auch ein anderer Hauptgrund f^ur die Anwendung der nachtr^aglichen Ver- $0051.02 blendung, die M^oglichkeit, recht saubere Backsteinrohbauten mit derselben zu er- $0051.03 zielen, kann nach Einf^uhrung eines vervollkommneten Mauerverfahrens nicht mehr $0051.04 als stichhaltig bezeichnet werden.
$0051.05__Bei der fr^uher allgemein ^ublichen Art der gleichzeitigen Ausf^uhrung von Ver- $0051.06 blendung und Hintermauerung war allerdings mannigfach Gelegenheit zur Be- $0051.07 schmutzung und Besch^adigung der Verblendsteine geboten. Die Fugen wurden, und $0051.08 dies ist ja in konstruktiver Beziehung sehr zweckm^a^sig, voll gemauert, dann die- $0051.09 selben wieder auf eine gewisse Tiefe ausgekratzt, ausgewaschen und endlich wieder $0051.10 mit farbigem M^ortel ausgef^ullt.
$0051.11__Bei dem Vollmauern der Fugen werden durch das Vorquellen und nachherige $0051.12 Abstreichen des M^ortels die Mauerstirnen beschmutzt; durch das Auskratzen der $0051.13 Fugen werden leicht die Steinkanten besch^adigt und durch das Einstreichen des $0051.14 farbigen Fugenm^ortels neue Beschmutzungen herbeigef^uhrt.
$0051.15__Die Unsauberkeiten der Mauerfl^achen beseitigt man zwar durch Abwaschen mit $0051.16 verd^unnter Salzs^aure, was aber f^ur die Bewahrung der Dauerhaftigkeit und des guten $0051.17 Aussehens der Ziegel h^aufig recht bedenklich ist; die Besch^adigungen der Steinkanten $0051.18 sind nicht wieder wegzubringen. Auch setzt sich in die gew^ohnlich an den Kanten $0051.19 vorhandenen feinen Haarrisse der M^ortel so fest, da^s das Waschen dort nichts hilft.
$0051.20__Diesen Unannehmlichkeiten entgeht man zum Teile durch das Mauern mit $0051.21 nicht vollen Fugen, was aber andere Nachteile mit sich f^uhrt, die im n^achsten $0051.22 Artikel besprochen werden sollen. Die Sauberkeit der Ausf^uhrung, welche durch $0051.23 die nachtr^agliche Verblendung beg^unstigt wird, l^a^st sich auch durch die Anwendung $0051.24 des von #/+v. Fisenne#/-#H:91#G:) beschriebenen Verfahrens, die Verblendung gleichzeitig mit $0051.25 der Hintermauerung auszuf^uhren, erzielen.
$0051.26__Bei einer guten Verblendung sollen nicht nur die Fugen gleich dick und wag- $0051.27 recht werden; sondern sie sollen auch richtig verteilt sein. Darauf mu^s nun aller- $0051.28 dings schon im Entwurf und bei der Bearbeitung der Bauzeichnungen R^ucksicht $0051.29 genommen werden, insbesondere, wenn die Schichten mit Hausteinteilen in Verband $0051.30 zu treten haben. Aber auch da, wo dies nicht der Fall ist, m^ussen dieselben f^ur $0051.31 gewisse H^ohenabschnitte, welche durch die gegebene Lage von Oeffnungen oder Ge- $0051.32 simsen bestimmt sind, ganz ausgehen; gehauene Schichten d^urfen nicht vorkommen. $0051.33 Ebenso ist die Verteilung der Fugen in wagrechter Richtung durch die Entfernungen $0051.34 von Oeffnungen, Lisenen oder Vorlagen u. s. w. bedingt#H:92#G:).
$0051.35__Die Ausf^uhrung einer nachtr^aglichen Verblendung darf erst unternommen werden, $0051.36 nachdem sich die Hintermauerung vollst^andig gesetzt hat. Zur Verblendung mu^s $0051.37 dann ein wenig schwindender M^ortel Anwendung finden; denn schon geringe $0051.38 Setzungen derselben w^urden eine Abtrennung herbeif^uhren#H:93#G:).
$0051.39__Um bei nachtr^aglichen Verblendungen recht scharfe Fugen zu erzielen, ver- $0051.40 wendet man in M^unchen schlank sich verj^ungende Steine (geschnittene Verblend- $0051.41 steine) (Fig. 80), welche sich nur in den schmalen rechtwinkeligen Kanten ber^uhren $0051.42 (Fig. 79). Mitteilungen ^uber solche Ausf^uhrungen finden sich in den unten ange- $0051.43 gebenen Quellen#H:94#G:).
$0 @@3@ ---------- $0051.44__
__
__
__
__Um die Gefahr des Absprengens der scharfen Kanten in den unteren Schichten
$0052.02 hoher Mauern zu verringern, schlagen #/+Fleischinger#/- und #/+Becker#/-#H:95#G:) vor, die Steine
$0052.03 in {1/2} bis 1 Zoll breiten Fl^achen
$0052.04 sich ber^uhren zu lassen (Fig. 81
$0052.05
__In Oberitalien und in der $0052.11 italienischen Schweiz verwendet $0052.12 man zu den Verblendungen die $0052.13 gew^ohnlichen Steine, schleift die $0052.14 Stirnfl^achen derselben auf einer $0052.15 Sandsteinfl^ache mit. Wasser ab, $0052.16 erweitert die Fugen nach ein- $0052.17 w^arts mit scharfem Hammer, $0052.18 schleift auch die Kanten und ver- $0052.19 mauert die so vorbereiteten Steine gleichzeitig mit der Hintermauerung. Alte auf diese $0052.20 Weise hergestellte Bauwerke sollen die Vortrefflichkeit dieses Verfahrens beweisen#H:96#G:). $0052.21 F^ur unser Klima und f^ur das meiste Backsteinmaterial ist dasselbe jedenfalls nicht ge- $0052.22 eignet, da durch das Abschleifen die dichte Brandhaut der Steine entfernt, die Poren ge- $0052.23 ^offnet und Quarzk^orner u. dergl. im Thone enthaltene Unreinigkeiten blo^sgelegt werden.
$0052.24__Die eben angef^uhrten Mittel zur Erzielung sehr scharfer Fugen sind nur zu $0052.25 ausnahmsweiser Anwendung zu empfehlen; denn mit der Unterdr^uckung der sicht- $0052.26 baren M^ortelfugen gibt man einen sehr wichtigen Bestandteil des Backsteinbaues auf.
$0052.27__Aussehen und Best^andigkeit eines Backsteinrohbaues sind wesentlich von der
$0052.28
__Bei der gro^sen Zahl von Fugen eines Backsteinmauerwerkes k^onnen auch $0052.33 Form und Farbe derselben von gro^sem Einflu^s auf die Erscheinung sein.
$0052.34__Die haltbarste Art des Fugens ist jedenfalls die, bei welcher die Fugen gleich $0052.35 beim Mauern fertig gemacht werden, da dann der M^ortel durch die ganze Aus- $0052.36 dehnung der Fugenfl^achen in innigem Zusammenhange bleibt. Dabei kann man die $0052.37 Fugen als #s+Vollfugen#s- oder als #s+Hohlfugen#s- behandeln, die letzteren am besten $0052.38 nach dem erw^ahnten #/+Fisenne#/-'{?A}schen Verfahren.
$0052.39__Die Vortrefflichkeit des vollen Fugens hat sich an den mittelalterlichen Bauten
$0052.40 erwiesen. Dabei werden die Steine ganz voll in M^ortel gesetzt; der ^uberquellende
$0052.41 Teil wird mit der Kelle abgeschnitten und mit dieser die Fuge gegl^attet,
$0052.42 und etwaige L^ucken werden gleich ausgef^ullt. Auch kann man die Fuge
$0052.43
__
__
__Die Hohlfugen oder zur^uckgelegten Fugen geben dem Mauerwerk ein genaueres
$0053.06 und saubereres Aussehen, als die Vollfugen; doch d^urfen sie nicht zu tief zur^uck-
$0053.07 gelegt werden, weil sie zur Ansammlung von Feuchtigkeit Gelegenheit bieten. Das
$0053.08 beim #/+Fisenne#/-'schen. Verfahren sich ergebende Tiefenma^s von ca. 7#H:mm#G: sollte nicht
$0053.09 ^uberschritten werden. Da aber auch hierbei Wasser auf den oberen Lagerfl^achen
$0053.10 der Steine stehen bleibt und gew^ohnlicher Kalkm^ortel porig bleibt und die Feuch-
$0053.11 tigkeit aufsaugt, so sollte man letzterem, um ihn zu dichten, etwas Portlandcement
$0053.12 zusetzen. Bei vollen Fugen ist dies nicht so n^otig, und die ver-
$0053.13
__Besonders sch^adlich k^onnen die tiefen Fugen bei Verblend- $0053.18 steinen mit Vertiefungen auf den Lagerfl^achen (Fig. 84) werden. Das $0053.19 angesammelte Wasser zieht sich allm^ahlich auch in die Steine hinein $0053.20 und kann unter Umst^anden Ausschl^age oder Zerst^orung durch den $0053.21 Frost bewirken. Namentlich sind die Ecksteine, wenn diese auch $0053.22 keine vertieften Lager haben, gef^ahrdet, weil bei denselben die $0053.23 Lagerfl^achen infolge des Schnittes an der Maschine meist poriger sind als die anderen $0053.24 Steinfl^achen und bei ihnen das Wasser sich in die lotrechten Durchlochungen hinein- $0053.25 ziehen kann#H:97#G:).
$0053.26__Wie schon erw^ahnt, wird sehr h^aufig das nachtr^agliche Ausfugen in Anwen- $0053.27 dung gebracht. Dies kann nach zwei Weisen zur Ausf^uhrung gelangen.
$0053.28__Nach der gew^ohnlichen Art vollendet man zun^achst die Verblendung und $0053.29 beginnt dann von oben herab die Fugen auszukratzen, zu reinigen und mit M^ortel $0053.30 auszustreichen. Gleichzeitig wird dabei das Mauerwerk mit abgewaschen.
$0053.31__Das Auskratzen der Fugen erfolgt auf 12
$0053.32
__Nach dem zweiten Verfahren wird das Auskratzen, Reinigen und Ausfugen $0053.42 nach Vollendung aller 4 bis 5 Schichten vorgenommen, also ehe der Mauerm^ortel $0053.43 erh^artet ist und so lange etwaige Schmutzflecken noch feucht sind und leicht ab- $0053.44 gewischt werden k^onnen.
$0053.45__Die erstere Art f^ordert mehr, da die Maurer nicht zugleich zwei verschiedene $0053.46 Arbeiten vorzunehmen gen^otigt sind, und liefert saubereres Mauerwerk. Die zweite $0053.47 Weise hat den gro^sen Vorzug, da^s f^ur das Ausfugen keine neue R^ustung erforder-<-P> $0 @@3@ ---------- $0053.48
__
__
__Auf das letztere ist ein besonderer Wert zu legen; deshalb sollte auch bei dem $0054.04 ersten Verfahren wenigstens das Auskratzen der Fugen gleich nach dem Mauern $0054.05 vorgenommen werden; sp^ater wird es gar zu gern von den Maurern unterlassen $0054.06 oder nicht gen^ugend ausgef^uhrt. Durch das sp^atere Auskratzen oder Aufhauen der $0054.07 Fugen werden auch leicht die Steinkanten besch^adigt. Nicht gut ausgef^uhrte nach- $0054.08 tr^agliche Ausfugungen wittern sehr bald aus und bilden mit eine Ursache baldiger $0054.09 Zerst^orung des Mauerwerkes. Um der Dauerhaftigkeit versichert zu sein, sollte des- $0054.10 halb das Ausfugen nur zu einer Jahreszeit vorgenommen werden, wo Frost oder $0054.11 Hitze nicht zu erwarten steht.
$0054.12__Wie schon erw^ahnt, werden die Fugen als Voll- oder Hohlfugen hergestellt;
$0054.13 diese k^onnen nun noch weiter #s+geschnittene#s- oder #s+vorgelegte#s- Fugen sein. In
$0054.14 Fig. 87 #/+a#/- bis 87 #/+k#/- sind verschiedene gebr^auchliche Fugen-
$0054.15 formen dargestellt, die entweder mit der in Fig. 85
$0054.16
__
__Guter Luftkalkm^ortel, welcher unter g^un- $0054.36 stigen Umst^anden sich verfestigen konnte, hat $0054.37 sich zwar auch als Fugenm^ortel dauerhaft be- $0054.38 w^ahrt; immerhin bleibt er aber porig, was $0054.39 allerdings mitunter als vorteilhaft erachtet wer- $0054.40 den kann (vergl. Art. 41, S. 52), im allgemeinen $0054.41 aber wegen des Wasseraufsaugungsverm^ogens f^ur $0054.42 bedenklich angesehen wird. Frischer Kalkm^ortel wird vom Regen durch Aussp^ulen $0054.43 seines Kalkgehaltes beraubt und verliert infolgedessen alle Festigkeit. Man zieht $0054.44 deshalb einen hydraulischen oder durch Cementzusatz hydraulisch gemachten M^ortel $0054.45 (Cementkalkm^ortel) oder Cement zum Ausfugen meist vor. Der Sand des M^ortels $0054.46 mu^s gleichm^a^sig feink^ornig und rein sein.
$0054.47__Damit der nachtr^aglich eingebrachte Fugenm^ortel mit dem in der Mauer ent- $0054.48 haltenen gut binde, m^ussen die Fugen vorher von allem Staube durch Ausb^ursten $0054.49 und Ausschwemmen gereinigt werden. Der hydraulische M^ortel ist auch noch $0054.50 nach dem Einstreichen einige Zeit feucht zu halten, besonders der Cement. Dieser<-P> $0 @@3@ ---------- $0054.51
__
__Nicht unwichtig ist f^ur die Erscheinung eines Backsteinrohbaues die Farbe des
__Als allgemein giltige Regel ist nur die aufzustellen: Der Farbton der Fuge $0055.11 mu^s zu dem des Steines stimmen. Etwa lie^sen sich als Erfahrungsergebnisse noch $0055.12 anf^uhren, da^s ein Fugenm^ortel, welcher mit dem Backstein gleiche Farbe hat, nicht $0055.13 g^unstig wirkt, und da^s dunkle Steine hell, helle Steine dunkel gefugt werden sollten.
$0055.14__Zur Feststellung des Farbtones und dessen St^arke dient am zweckm^a^sigsten $0055.15 eine Probeausf^uhrung, aber nicht in zu geringer Ausdehnung, da namentlich die $0055.16 Tonst^arke in kleinen Fl^achen nicht gut beurteilt werden kann.
$0055.17__Ueber Erfahrungen mit verschiedenen Farbt^onen findet man einige Mitteilungen $0055.18 in unten angegebener Quelle#H:100#G:).
$0055.19__Die Farbstoffe m^ussen so gew^ahlt werden, da^s sie nicht sch^adigend auf die $0055.20 Bindekraft des M^ortels einwirken k^onnen.
$0055.21__Gleichzeitig mit dem nachtr^aglichen Ausfugen wird das Mauerwerk von allen
__Sehr verwerflich ist das mitunter beliebte Abschleifen der Fassaden mit Ziegel- $0055.31 st^ucken, weil dadurch die f^ur die Dauerhaftigkeit der Steine so wichtige Oberhaut $0055.32 derselben zerst^ort wird (vergl. Art. 40, S. 52).
$0055.33__Unter Terracotten versteht man im Bauwesen aus gebranntem Thon hergestellte,
__Dieselben werden, ihrer haupts^achlichsten Verwendung entsprechend, im n^achst- $0055.38 folgenden Hefte (unter D, bei Besprechung der Gesimse aus k^unstlichem Steinmaterial) $0055.39 eingehendere Behandlung erfahren; doch ist schon hier ihrer Verwendung zum $0055.40 Schm^ucken von Wandfl^achen Erw^ahnung zu thun. Dieses kann entweder im Be- $0055.41 kleiden geeigneter Wandfelder oder im Einsetzen einzelner Reliefplatten oder Medaillons $0055.42 an passenden Stellen bestehen, oder im Einf^ugen von verzierten Friesen. Ent- $0055.43 sprechen dieselben in ihrer H^ohe derjenigen von 1 oder 2 Backsteinschichten, so $0055.44 kann man sie, wenn man eine sp^atere Besch^adigung nicht zu f^urchten hat, gleich<-P> $0 @@3@ ---------- $0055.45
__
__
__
__Wenn bei derartigen Reliefverzierungen die Lage der Fugen nicht durch eine $0056.11 etwaige architektonische Teilung gegeben ist, so sind dieselben m^oglichst in die $0056.12 Schatten des Ornamentes, den Umrissen desselben folgend, zu legen, Nicht blo^s $0056.13 f^ur das Formen, sondern auch aus F^ursorge f^ur die Dauerhaftigkeit ist es notwendig, $0056.14 bei den Reliefs Unterschneidungen zu vermeiden.
$0056.15__In neuerer Zeit sind mehrfach gelungene Versuche zur Wiederaufnahme des $0056.16 schon im Mittelalter ge^ubten Verfahrens gemacht worden, Ornamente, die nur einmal $0056.17 Verwendung finden sollen, unmittelbar in den zu brennenden Thon einzuschneiden $0056.18 oder aus demselben nach Art der Steinhauerarbeiten herauszumei^seln#H:103#G:).
$0056.19__Der Backsteinbau zeichnet sich vor dem Bau mit nat^urlichen Steinen dadurch $0056.20 aus, da^s bei ihm leichter und mit verh^altnism^a^sig wenig Kosten die Farbe in $0056.21 entschiedener Weise zur Dekoration hinzugezogen werden kann. Hausteine und $0056.22 Bruchsteine werden zwar auch in verschiedenen Farben nebeneinander verwendet, $0056.23 um die Architektur zu beleben; die Farben sind aber milder und gebrochener, daher $0056.24 auch die Gegens^atze weniger entschieden, als dies bei Backsteinen m^oglich ist, die $0056.25 viel leuchtendere und kr^aftigere Farbt^one aufweisen. Aehnliches l^a^st sich bei polier- $0056.26 baren nat^urlichen Steinen nur durch die Politur erzielen. Aber auch die Politur $0056.27 leidet unter dem Einflu^s der Witterung; der Glanz und damit die Farbe schwinden; $0056.28 noch viel mehr werden die meisten weniger dichten Steine durch Ansetzen von $0056.29 Staub, Ru^s und Flechten unansehnlich in der Farbe, w^ahrend die scharf gebrannten, $0056.30 gesinterten Backsteine in dieser Beziehung unverw^ustlich sind. In diesen verschiedenen $0056.31 Eigenschaften von Haustein und Backstein liegt es auch begr^undet, warum gew^ohn- $0056.32 lich mit Hausteinen von verschiedener Farbe ohne besondere Vorsicht sich doch $0056.33 ruhige und harmonische Wirkungen erzielen lassen, und warum dies bei verschieden- $0056.34 farbigen Backsteinen schwierig ist. Die Gefahr unruhiger Wirkung ist auch bei Back- $0056.35 steinen von einer Farbe vorhanden durch die kleinen Verschiedenheiten, die sich $0056.36 beim Brennen und auch schon beim Formen mit Maschinen ergeben, und die wegen $0056.37 der kleinen Abmessungen der Steine in ihrer H^aufung sich leicht unangenehm be- $0056.38 merkbar machen.
$0056.39__Diesem letzteren Uebelstande kann man durch sehr sorgf^altiges Aussuchen und $0056.40 durch Wahl des Binderverbandes (L^aufer und Binderstirnen unterscheiden sich oft $0056.41 im Farbtone) begegnen; man kann ihm aber auch in sehr wirksamer Weise ent- $0056.42 gegenarbeiten -- allerdings ist gro^se Vorsicht dabei erforderlich, um die Unruhe $0056.43 nicht zu verst^arken -- durch farbige Musterung der Wandfl^achen, mag diese nun $0056.44 mit wagrechter Streifung oder mit irgend einem reicheren Muster zur Ausf^uhrung $0056.45 gelangen.
$0 @@3@ ---------- $0056.46__
__
__
__Die Farbe der Backsteine nach dem Brennen ist bekanntlich verschieden, je nach $0057.05 dem Vorhandensein gewisser Beimischungen des Thones, und bei demselben Thone nach $0057.06 dem Grade des Brandes. Bestimmte Farben lassen sich entweder durch Mischen oder $0057.07 W^ahlen verschiedener Thone erzielen oder durch das sog. #.>Engobieren#.< (siehe Teil I, $0057.08 Band 2, erste H^alfte [Art. 16, S. 73; 2. Aufl.: Art. 35, S. 93] dieses #.>Handbuches#.<).
$0057.09__Geben nun schon die gew^ohnlichen Backsteine die Mittel zu einer vielfarbigen $0057.10 Architektur an die Hand, so l^a^st sich dies in noch viel h^oherem Grade durch Hinzu- $0057.11 ziehen anderer keramischer Erzeugnisse, wie glasierter Steine, vielfarbiger Terracotten, $0057.12 von Fayence, Majolika und Porzellan in ihren verschiedenen Abarten erreichen (^uber $0057.13 dieselben vergl. an der eben genannten Stelle [Art. 48, S. 110; 2. Aufl.: Art. 60 $0057.14 u. ff., S. 121 u. ff.] dieses #.>Handbuches#.<). Durch dieselben ist es m^oglich geworden, $0057.15 eine sehr reiche und dabei dauerhafte Polychromie in das Bauwesen wieder einzu- $0057.16 f^uhren. Voran stehen in dieser Anwendung zwar noch Frankreich und England; $0057.17 aber auch in Oesterreich und Deutschland machen der Sinn daf^ur und die Erzeugung $0057.18 solcher Waren gro^se Fortschritte.
$0057.19__Als h^ochstes Mittel zu gleichem Zwecke w^urde man hier auch das in neuerer $0057.20 Zeit wieder mit Recht in der Monumentalarchitektur zur Anwendung gebrachte $0057.21 Mosaik einreihen k^onnen.
$0057.22__Durch den Glasglanz wird ^ahnlich wie durch die Politur die Leuchtkraft der
__Die Dauerhaftigkeit der Glasursteine wird durch die zahlreichen mit ihrer Hilfe $0057.33 aufgef^uhrten mittelalterlichen Bauten Norddeutschlands bewiesen. Falsch und sehr $0057.34 sch^adlich w^urde es aber sein, anzunehmen, da^s jeder Ziegel durch eine Glasur $0057.35 dauerhafter gemacht werden k^onnte. Neuere Erfahrungen#H:104#G:) haben bewiesen, da^s $0057.36 Glasursteine nur dann dauerhaft sind, wenn die Steinmasse selbst die allerbeste und $0057.37 witterungsbest^andigste ist, da^s aber die Glasur bei solchen Steinen, die dieser Be- $0057.38 dingung nicht entsprechen, geradezu sch^adigend wirkt, indem das rasche Verdunsten $0057.39 des auf irgend einem Wege in den Stein gedrungenen Wassers durch die Glasur $0057.40 verhindert wird. Ein Zerfrieren wird bei solchen Steinen weit leichter eintreten, $0057.41 als bei solchen, deren porige Oberfl^ache nicht glasiert ist.
$0057.42__Das Glasieren der Steine f^ur den Fassadenbau ist daher nur als ein Schmuck- $0057.43 mittel und allenfalls als ein Schutzmittel gegen Schmutz aufzufassen. Bei Abdeckungen $0057.44 und Abw^asserungen, die an und f^ur sich das beste Material erfordern, ist sie der $0057.45 raschen Abf^uhrung des Wassers f^orderlich und deshalb n^utzlich.
$0 @@3@ ---------- $0057.46__
__Zur Bekleidung der W^ande im Aeu^seren und Inneren der Geb^aude werden $0058.02 h^aufig kleine Platten verwendet, die man oft Fliesen nennt. An den Fassaden be- $0058.03 nutzt man sie vorzugsweise zur farbigen Ausstattung derselben in Friesen oder $0058.04 umrahmten Wandfeldern, weniger zur Bekleidung ausgedehnter Wandfl^achen. Doch $0058.05 kommt auch das letztere am Aeu^seren vor, mehr jedoch im Inneren der Geb^aude, $0058.06 nicht blo^s zur Zierde, sondern oft auch aus N^utzlichkeitsgr^unden, zur Erhaltung $0058.07 der Sauberkeit und zum Schutze der W^ande gegen Feuchtigkeit und D^unste, die in $0058.08 den betreffenden R^aumen erzeugt werden. So finden sie ihre passende Verwertung $0058.09 in Hausfluren, Speises^alen, K^uchen, Badezimmern, Aborten, Stallungen u. s. w.
$0058.10__Solche Fliesen sind entweder glasiert -- und dies ist die Regel -- oder matt $0058.11 gef^arbt; sie sind entweder einfarbig oder mit einem vielfarbigen Muster versehen. $0058.12 Bei diesen letzteren k^onnen die Ornamente vertiefte Umri^slinien erhalten oder sich $0058.13 in schwachem Relief voneinander abheben. Auch werden Fliesen mit eingepre^sten $0058.14 Ornamenten hergestellt, welche das Mosaik aus kleinen Steinst^ucken nachahmen. $0058.15 Mit den einfarbigen Fliesen bildet man Fl^achen von einem Ton oder mit schach- $0058.16 brettartigen Mustern. Die vielfarbigen Fliesen geben entweder ein gleichf^ormig $0058.17 sich wiederholendes Muster, dessen Einzelmotiv der Gr^o^se einer Platte entspricht, $0058.18 oder durch Zusammensetzen zu einander passender Fliesen gr^o^sere Muster, zu deren $0058.19 Bildung mehr oder weniger Platten geh^oren. Zum Abschlu^s oder zur Einrahmung $0058.20 der Felder erh^alt man besondere Friesst^ucke.
$0058.21__Das Material der Fliesen ist entweder ein mehr oder weniger hart gebrannter $0058.22 Thon, oder es ist eine festere Steinzeugmasse, die mitunter durch starken Druck noch $0058.23 mehr verdichtet wird, oder gar wirkliches Porzellan. Diese festeren Erzeugnisse sind $0058.24 ihrer gro^sen Dauerhaftigkeit wegen meist vorzuziehen.
$0058.25__Die Befestigung der Fliesen erfolgt auf einem vorher aufgetragenen und $0058.26 erh^arteten Wandputz aus Kalk- oder Cementm^ortel mit einem eben solchen M^ortel, $0058.27 in den die Platten gedr^uckt werden. Am meisten kommt Cementm^ortel in An- $0058.28 wendung (1 Teil Portlandcement und 2 Teile Sand). Damit die Platten besser haften, $0058.29 sind sie auf der R^uckseite oft mit Rippen oder, bei gr^o^seren Abmessungen, mit $0058.30 H^ohlungen versehen. Auch ist es zweckm^a^sig, die Oberfl^ache des Wandputzes $0058.31 rauh zu halten. Die Fugenr^ander der Fliesen werden, wenn n^otig, geschliffen und $0058.32 im Inneren der Geb^aude die Fugen gew^ohnlich mit Gips oder wei^sem Cement $0058.33 verstrichen. Da^s diese Arbeiten mit aller Vorsicht und regelrecht ausgef^uhrt werden $0058.34 m^ussen, bedarf keiner besonderen Er^orterung.
$0058.35__Bei inneren Verkleidungen werden vorkommende Eckkanten entweder mit den $0058.36 Fliesen selbst hergestellt, indem diese auf Gehrung zusammengeschliffen werden, oder $0058.37 man deckt dieselben durch Holzleisten oder Messingr^ohren, welche ihre Befestigung $0058.38 an D^ubeln mit Schrauben finden. Die Messingr^ohren werden vor dem Ansetzen der $0058.39 Platten, die Holzleisten nachher angebracht.
$0058.40__Bei ^au^seren Verkleidungen werden die Fliesen in Vertiefungen eingesetzt, $0058.41 welche vorher am Mauerwerk ausgespart wurden. In der Bemessung der Tiefe dieser $0058.42 Aussparungen ist auf die Dicke der Platten und des M^ortelauftrages R^ucksicht zu $0058.43 nehmen.
$0058.44__Die glasierten Wandfliesen sind ungef^ahr 1#H:cm#G:, die enkaustischen Fliesen (z. B.
$0058.45 die Mettlacher Mosaikplatten) 1,
__
__Eine allen Anspr^uchen gen^ugende Herstellung von geb^oschten Wandfl^achen
__Eine der wichtigsten Bedingungen f^ur die dauernde Erhaltung von frei in die
__Zun^achst ist also das beste Ziegelmaterial erforderlich, dessen Gl^atte zwar durch $0059.21 eine Glasur erh^oht, dessen Dauerhaftigkeit aber durch eine solche nicht bef^ordert $0059.22 werden kann (siehe hier^uber Art. 48, S. 57). Wegen der gro^sen Fugenzahl sind $0059.23 Rollschichten ohne eine weitere Schutzdecke unzweckm^a^sig. Besser sind, wegen der $0059.24 geringeren Zahl der Fugen, Abdeckungen mit Backsteinplatten in geneigter Lage. $0059.25 Mitunter werden diese Platten, in Nachahmung von Hausteinformen, als gr^o^sere $0059.26 Baust^ucke, massiv oder mit H^ohlungen, hergestellt und namentlich bei flach geneigten $0059.27 Abw^asserungsfl^achen in Anwendung gebracht.
$0059.28__F^ur die Herstellung der vorteilhafteren, stark geneigten Abdeckungen erscheinen $0059.30 die unter die deutschen Normalformsteine aufgenommenen Schr^agsteine (Fig. 90), $0059.31 besonders jene mit Wassernase (Nasensteine, Fig. 91) geeignet. Dieselben werden $0059.32 als L^aufer, Binder, {1/2}-Steine und {3/4}-Steinbinder, auch als Ecksteine, mit verschiedenen $0059.33 Neigungswinkeln geliefert.
$0059.34__Die schr^age Fl^ache der Nasensteine erh^alt gew^ohnlich eine Neigung von
$0059.35 45 Grad gegen die Wagrechte oder mehr. Dies gestattet aber keinen regelrechten
$0059.36 Verband mit den anschlie^senden Schichten bei richtiger Lage der Nasensteine,
$0059.37 welche verlangt, da^s die Oberkante der schr^agen Fl^ache den dar^uber folgenden
$0059.38 Stein an der tiefsten Linie des Rundstabes ber^uhrt. Der regelrechte Verband erfordert
$0059.39 eine Verschiebung der ^ubereinander folgenden Steine um 65#H:mm#G:, was bei der an-<-P>
@@1@
__Fig. 94 u. 95#H:106#G:) geben Beispiele von $0060.13 Mauerabdeckungen mit Schr^agsteinen und $0060.14 mit Nasensteinen. F^ur die Firste sind beson- $0060.15 dere Formsteine notwendig, die zur engeren $0060.16 Verbindung und Deckung der unter ihnen $0060.17 befindlichen Zwischenfugen nach Fig. 96#H:106#G:) $0060.18 gebildet werden k^onnen.
$0060.19__Unter dem Einflu^s der W^armeunter-
$0060.20 schiede lockern sich die Sto^sfugen und werden dadurch zur Aufnahme von Wasser
$0060.21 immer empf^anglicher, welches dann durch Gefrieren weitere Zerst^orungen herbeif^uhrt.
$0060.22 Ist deshalb die Verringerung der Sto^sfugenzahl sehr w^unschenswert, so ist dies gleich-
$0060.23 falls die Vorsichtsma^sregel,
$0060.24 an denjenigen Stellen, wo
$0060.25
__Bei den gr^o^seren Ab-
$0060.30 deckungsplatten mit ihren
$0060.31 flach geneigten Abw^asserun-
$0060.32 gen ist dies leicht zu erreichen. So ist z. B. die fehlerhafte Anordnung in Fig. 97
$0060.33 ohne Schwierigkeit durch die richtige in Fig. 98 zu ersetzen. Ebenso ist es bei
$0060.34 denselben nicht besonders schwierig, an den Anschlu^sstellen von lotrechten Mauer-
$0060.35 fl^achen Sto^sfugen zu vermeiden, indem man die Ab.
$0060.36 deckungsplatten ein St^uck in das anschlie^sende Mauer-
$0060.37
__Schwieriger ist dies bei stark geneigten Abw^asse- $0060.40 rungen, weil bei diesen an den Anschlu^sstellen eine $0060.41 gr^o^sere Anzahl von Schichten zu verhauen sein w^urde, $0060.42 wenn man nicht besondere Formsteine zur Anwendung $0060.43 bringt. Fig. 100 u. 101 bieten Vorschl^age zu solchen $0060.44 f^ur Nasensteine aufeinander folgender Schichten und $0060.45 Fig. 102 eine Anwendung derselben.
$0060.46__Um die Sto^sfugen von Abdeckungsplatten zu $0060.47 dichten, l^a^st man sie wohl auch mit Falzen (wie bei den $0060.48 Falzdachziegeln) ^ubereinander greifen, oder, um das Wasser<-P> $0 @@3@ ---------- $0060.49
__
__
__Abdeckungen der Ziegelmauer- $0061.06 werke mit anderen Materialien wer- $0061.07 den in Kap. 12 (Schutz der W^ande $0061.08 gegen Feuchtigkeit) besprochen $0061.09 werden.
$0061.10__Ansteigende Mauerabschl^usse, wie sie bei Giebeln, Strebepfeilern, Rampen u. s. w.
__Durchbrochene Mauern kommen h^aufig da zur Anwendung, wo es sich um
__
__Das Backsteinfachwerk ergibt sich bei gemischten Mauerwerken durch Her- $0062.07 stellung der Ecken, Lisenen, Fenstergew^ande, wagrechten Streifen und Gesimse aus $0062.08 Backsteinen, der verbleibenden Wandfl^achen aus Bruchsteinmauerwerk. In der Regel $0062.09 werden dabei an den lotrechten unter den aufgef^uhrten Bauteilen die im vorher- $0062.10 gehenden Bande (Art. 85, S. 69 [2. Aufl.: S. 70]) dieses #.>Handbuches#.< besprochenen $0062.11 Verzahnungen zur Anwendung gebracht. Veranlassung zu dieser Bauweise gibt einer- $0062.12 seits das Bed^urfnis zu regelm^a^sigem Baumaterial an den erw^ahnten Stellen, anderer- $0062.13 seits dasjenige nach malerischer Wirkung. Das letztere f^uhrt oft zu Uebertreibungen.
$0062.14__Die Ursachen der Verwitterung der Backsteine sind zum Teile die gleichen, $0062.15 wie bei den Hausteinen, also haupts^achlich eindringende Feuchtigkeit, die nicht rasch $0062.16 genug verdunsten kann und bei eintretendem Frost ungen^ugend festes oder vielleicht $0062.17 auch erweichtes Material zersprengt. Dies kann durch die Art der Anfertigung $0062.18 beg^unstigt werden, welche das stoffliche Gef^uge der Steine sch^adlich zu beeinflussen $0062.19 vermag#H:109#G:). Von gro^ser Wichtigkeit f^ur die Frostbest^andigkeit ist hierbei der $0062.20 richtige Magerungsgrad der Ziegelerde#H:110#G:). Bei den Backsteinen treten als Zer- $0062.21 st^orungsursachen aber noch das Vorhandensein von l^oslichen Salzen, von gebranntem $0062.22 kohlensaurem Kalk oder Schwefelmetallen in der Steinmasse hinzu. Die ersteren $0062.23 f^uhren durch Auswittern unter Einwirkung der Feuchtigkeit zun^achst die sog. Aus- $0062.24 bl^uhungen (Efflorescenzen), welche nicht immer sch^adlich zu sein brauchen, herbei, $0062.25 dann aber auch Abbl^atterungen und h^aufig sogar den Mauerfra^s. Eingesprengter $0062.26 Aetzkalk kann die Steine durch die Volumvergr^o^serung beim allm^ahlichen Ab- $0062.27 l^oschen zersprengen, ebenso die Schwefelmetalle bei der Oxydation#H:111#G:). Aber auch $0062.28 bei diesen letzteren Vorg^angen ist es die Feuchtigkeit, mag diese nun den Steinen $0062.29 von au^sen oder aus dem M^ortel zugef^uhrt werden, welche den Zerst^orungsvorgang $0062.30 einleitet. Abgesehen also von der Wahl eines Materials, welches von den genannten $0062.31 Stoffen m^oglichst wenig enth^alt (auch der M^ortel ist in dieser Beziehung zu beachten, $0062.32 da aus ihm l^osliche Salze in die Steine ^ubergef^uhrt werden k^onnen) und welches $0062.33 als wetterbest^andig bekannt ist, m^ussen die Schutzma^sregeln zur Erhaltung der Back- $0062.34 steinbauwerke ganz besonders auf Abhaltung und Abf^uhrung der Feuchtigkeit ge- $0062.35 richtet sein; sie sind also wesentlich konstruktiver Natur. Hiervon ist schon mehrfach $0062.36 im vorhergehenden die Rede gewesen; besondere Ausf^uhrungsma^sregeln werden $0062.37 noch in Kap. 12 (Schutz der W^ande gegen Feuchtigkeit) besprochen werden#H:112#G:).
$0062.38__Die schon im Eingang dieses Kapitels erw^ahnte, ausgedehnte Anwendung, $0062.39 welche der Backstein im Hochbauwesen erlangt hat, ist in seiner geringen, handlichen<-P> $0 @@3@ ---------- $0062.40
__
__
__
__
__Ist nun auch die geringe Gr^o^se, in welcher der Backstein zur Anwendung $0063.12 kommt und kommen mu^s, im allgemeinen von gro^sem Vorteile, so wird dieselbe $0063.13 doch zur Quelle gro^ser Schwierigkeiten f^ur die ^asthetische Behandlung und Wirkung $0063.14 der Backsteinrohbauten, so da^s diese den Hausteinbauten gegen^uber f^ur monumen- $0063.15 tale Zwecke immer im Nachteile bleiben m^ussen. Trotzdem ist zuzugeben, da^s $0063.16 sich bei einer dem Baustoff entsprechenden Formenbehandlung und Hinzuziehung $0063.17 von Terracotten, deren Gr^o^se sich innerhalb vern^unftiger Grenzen bewegt, sowie $0063.18 unter Anwendung der reichen, der Keramik m^oglichen Farbenreihe sehr erfreuliche $0063.19 Wirkungen auch mit dem Backsteinrohbau erzielen und denselben f^ur mancherlei $0063.20 Zwecke geeignet erscheinen lassen.
$0063.21__Unerreicht ist der Backstein als Baustoff bisher in Bezug auf Feuerbest^andig- $0063.22 keit, ein Vorzug von ungemeiner Wichtigkeit, der allein schon seine ausgedehnte $0063.23 Anwendung rechtfertigen w^urde. Bauten aus guten Backsteinen widerstehen nicht $0063.24 nur l^anger einem Feuer; sie erleiden gew^ohnlich auch geringeren Schaden durch $0063.25 ein solches, als Bauwerke aus anderen Werkstoffen.
$0063.26 @z__Das Mauerwerk aus Bruchsteinen und Feldsteinen (^uber den bez^uglichen Unter-
__Die Feldsteine (Ger^olle, Geschiebe, Lesesteine, Findlinge) liefern im allgemeinen $0064.04 den schlechtesten Werkstoff f^ur Mauerwerk wegen der rundlichen Form, die sie durch $0064.05 die nat^urliche Bewegung im Wasser oder durch Abwitterung ihrer Kanten und Ecken $0064.06 erhalten haben. Festes Mauerwerk l^a^st sich daher mit solchen nur durch einen $0064.07 vorz^uglichen M^ortel erzielen. Gr^o^sere Steine dieser Art kann man zwar durch $0064.08 Spalten, Sprengen oder Zerschlagen in kleinere St^ucke zerlegen und durch Be- $0064.09 arbeitung in regelm^a^sige Form bringen. Das letztere ist aber m^uhsam, da die $0064.10 Findlinge ihre Bergfeuchtigkeit ganz verloren haben und h^aufig die h^artesten und $0064.11 festesten Reste eines verwitterten Felsens sind.
$0064.12__Wo man die Wahl hat, zieht man daher die von anstehenden Felsen ge- $0064.13 brochenen Bruchsteine vor. Hier kommen alle witterungsbest^andigen Felsarten in $0064.14 Betracht, wenn sie auch nur unregelm^a^sig brechen, da das Bruchsteinmauerwerk $0064.15 meist aus Sparsamkeit gew^ahlt wird und man daher zun^achst auf das der Baustelle $0064.16 mit den geringsten Kosten zuzuf^uhrende Gestein angewiesen ist. Immerhin wird man $0064.17 bei der Wahl desselben seine Eigenschaften und den zu erreichenden Zweck im $0064.18 Auge behalten m^ussen, so z. B. f^ur Herstellung von Wohnr^aumen die dichten, bei $0064.19 W^armeerniedrigungen stark zu Wasserniederschl^agen Veranlassung gebenden Gesteine $0064.20 vermeiden. Insbesondere mu^s man mit den Kalksteinen vorsichtig sein, da diese $0064.21 nicht nur oft die letztere Eigenschaft besitzen, sondern auch leicht durch Mauerfra^s $0064.22 unter diesen beg^unstigenden Verh^altnissen zersetzt werden.
$0064.23__Die Bruchsteine enthalten, frisch gebrochen, eine ziemliche Menge von Feuchtig- $0064.24 keit, die teils, im Mauerwerk lange verbleibend, in mancher Weise sch^adlich wirken, $0064.25 teils die Frostbest^andigkeit ung^unstig beeinflussen kann. Es empfiehlt sich daher immer, $0064.26 die Steine vor der Vermauerung ablagern zu lassen, damit sie austrocknen und die $0064.27 nicht frostbest^andigen durch Zerfrieren sich selbst ausscheiden k^onnen. Besondere Vor- $0064.28 sicht ist bei Steinen geboten, die aus gegen Norden liegenden Br^uchen gewonnen werden.
$0064.29__Die Bruchsteine werden entweder als Haupt- oder als Nebenerzeugnis in den $0064.30 Steinbr^uchen gewonnen. Im letzteren Falle sind sie die kleineren, zur Herrichtung $0064.31 von Quadern oder Hausteinen nicht geeigneten St^ucke, die sich beim Sprengen oder $0064.32 als Abfall ergeben, sowie die Ausbeute der etwa vorhandenen schw^acheren B^anke. $0064.33 Bei lagerhaften Gesteinen findet man hierbei h^aufig eine Zurichtung auf gewisse ge- $0064.34 br^auchliche Abmessungen.
$0064.35__Je nach der mehr oder weniger regelm^a^sigen Form der Bruchsteine haben wir $0064.36 im vorhergehenden Bande (Art. 75, S. 64 [2. Aufl. S. 65]) dieses #.>Handbuches#.< $0064.37 unterschieden: Mauerwerk aus Schichtsteinen, Mauerwerk aus lagerhaften Bruchsteinen $0064.38 mit abgesetzten Schichten und ordin^ares Bruchsteinmauerwerk, wozu noch einige $0064.39 andere Arten von untergeordneterer Bedeutung treten.
$0064.40__Weitere Unterschiede ergeben sich, je nachdem M^ortel zur Verbindung hinzu- $0064.41 gezogen wird oder nicht: M^ortelmauerwerk und Trockenmauerwerk (siehe an gleicher $0064.42 Stelle, Art. 93, S. 78).
$0064.43__Von Einflu^s auf die Ausf^uhrung wird, wie beim Backsteinmauerwerk, der Um- $0064.44 stand sein, ob man es mit einem Rohbau oder einem Putzbau zu thun hat.
$0064.45__Dem im gleichen Bande (Art. 76 bis 80, S. 64 u. 65 [2. Aufl.: S. 65 bis 67]) $0064.46 dieses #.>Handbuches#.< fr^uher ^uber die Verbandweise der verschiedenen Arten Gesagten $0064.47 ist hier nur wenig hinzuzuf^ugen.
@@1@__Das regelm^a^sigste Bruchsteinmauerwerk ist das aus Schichtsteinen. Werden
__Bleibt die Au^senfl^ache ungeputzt, wie dies bei wetterbest^andigen, gut aus- $0065.13 sehenden Steinen empfohlen werden mu^s, so wird man die H^aupter derselben in $0065.14 der Regel sorgf^altiger, als die Fugenfl^achen behandeln; w^ahrend diese gew^ohnlich $0065.15 nur rauh gespitzt werden, versieht man jene h^aufig mit einem Randschlag und $0065.16 kr^onelt oder stockt die Spiegelfl^achen#H:113#G:). Mitunter werden die H^aupter auch $0065.17 scharriert oder geschliffen, oder man l^a^st die Bossen in der Hauptsache stehen und $0065.18 schl^agt nur die Kanten unter 45 Grad fl^uchtig ab. Im letzteren Falle gibt man $0065.19 den Kanten der Ecken und Mauerstreifen gern einen glatten Randschlag, um die $0065.20 architektonische Gliederung der Wand klar hervorzuheben. Oft findet man auch $0065.21 den Bossen jedes einzelnen Steines von einem sauberen Randschlag umzogen. Die $0065.22 Bearbeitung dieser Schichtsteine erfolgt h^aufig nicht durch Steinhauer, sondern durch $0065.23 besonders im Spitzen ge^ubte Maurer, die Spitzmaurer.
$0065.24__Ein durchaus gleichf^ormiges Schichtsteinmauerwerk l^a^st sich in manchen Gegen- $0065.25 den leichter beschaffen, wenn man von der gleichen H^ohe aller Schichten absieht.
$0065.26__
__Wieder an anderen Orten macht die Beschaffung eines Mauerwerkes aus gleich $0065.37 hohen Schichten, das auch im Inneren gleichf^ormig und ohne F^ullmauerwerk ge- $0065.38 bildet ist, durchaus keine Schwierigkeiten, wenn nur bei der Dickenbestimmung auf $0065.39 die ^ublichen Steinabmessungen R^ucksicht genommen wird.
$0065.40__
__
__F^ur die Festigkeit des Mauerwerkes ist es vorteilhaft, wenn viele Durchbinder
$0066.08 verwendet werden; aber es ist hier, wie bei den Quadermauern (siehe Art. 3, S. 7)<-P>
@@1@
__Ein billigeres Schichtsteinmauerwerk erh^alt man, wenn man nur die Mauer- $0067.04 h^aupter aus gespitzten oder wenigstens ann^ahernd regelm^a^sig behauenen Steinen $0067.05 herstellt, das Innere dagegen aus F^ullsteinen, d. h. mehr oder weniger unregel- $0067.06 m^a^sigen St^ucken. Diese Gattung kommt sehr h^aufig zur Anwendung und geh^ort $0067.07 eigentlich unter die gemischten Mauerwerke, insbesondere die verblendeten, ist daher $0067.08 auch nach den Regeln dieser und mit der n^otigen Vorsicht zur Ausf^uhrung zu $0067.09 bringen (siehe den vorhergehenden Band dieses #.>Handbuches#.<, Art. 82, S. 66 $0067.10 [2. Aufl.: S. 68]). Au^ser der im gleichen Bande (Art. 76, S. 64 [2. Aufl.: S. 66]) $0067.11 empfohlenen Anwendung vieler Binder sind zun^achst noch die F^ullsteine m^oglichst $0067.12 gro^s zu nehmen, gut zu lagern, in regelrechten Verband zu legen und ausreichend $0067.13 mit M^ortel zu versehen, dann aber entweder nach den Lagerfugen aller Schichten $0067.14 auszugleichen oder wenigstens nach einer kleinen Anzahl von Schichten. Oft kommt $0067.15 es vor, da^s die Zwischenr^aume zwischen den die Mauerh^aupter bildenden L^aufern $0067.16 nur gering sind. Auch dann ist es aber verwerflich, nur Steinbrocken und sehr $0067.17 viel gew^ohnlichen M^ortel in die F^ulle zu thun; eine sorgf^altige Auspackung mit $0067.18 passenden Steinen ist notwendig, um ungleichm^a^siges Setzen zu verh^uten.
$0067.19__Die geringste Art von Schichtsteinmauerwerk ist diejenige, bei welcher zwar
$0067.20 lagerhafte Steine zur Verwendung gelangen, diese aber in den H^auptern nur durch
$0067.21 geringe Zurichtung mit dem Hammer eine ann^ahernd
$0067.22
__Das Mauerwerk mit abgesetzten Schichten (vergl.
__
__Dasselbe gilt auch vom ordin^aren Bruchsteinmauerwerk (vergl. den vorher-
__
__
__
__Zur gr^o^seren Festigkeit des Mauerwerkes aus unregelm^a^sigen Bruchsteinen
$0068.26 tr^agt die mehrfach in der H^ohe sich wiederholende Anordnung von durchlaufenden
$0068.27 Schichten regelm^a^sig
$0068.28 geformten Materials
$0068.29
__Ein Beispiel $0068.34 einer solchen Anord- $0068.35 nung mit eingebun- $0068.36 denen Backstein- $0068.37 schichten bietet Fig. $0068.38 109#H:117#G:).
$0068.39__Zum ordin^aren $0068.40 Bruchsteinmauerwerk $0068.41 geh^ort auch der Fisch- $0068.42 gr^atenverband, bei $0068.43 welchem nach Art $0068.44 des r^omischen #/+opus spicatum,#/- dem ^ahrenf^ormigen, aus Backsteinen hergestellten Ver- $0068.45 bande, d^unne Bruchsteine in geneigter Stellung des hochkantig genommenen Hauptes $0068.46 aneinander gereiht werden#H:118#G:).
$0 @@3@ ---------- $0068.47__
__
__Zu den Bruchsteinmauerwerken m^ussen auch die mit kleinen, regelm^a^sig be- $0069.02 arbeiteten Steinen in verschiedener Weise oder mit dreieckigen Ziegeln verkleideten, $0069.03 aus kleinen Steinen mit sehr reichlicher M^ortelverwendung hergestellten Mauern der $0069.04 R^omer nach #/+Choisy#/-#H:119#G:) gerechnet werden. Die kleinen Steine wurden alle wag- $0069.05 recht mit der flachen Seite in den mit der Schaufel aufgetragenen M^ortel gelegt. $0069.06 Dies war offenbar weniger umst^andlich, als die Mischung eines Betons, der ^ubrigens $0069.07 den R^omern sehr wohl bekannt war. Die Wahl kleiner Steine f^ur die zur Bildung $0069.08 von ebenen Wandfl^achen und als Lehre dienenden Verkleidungen erfolgte jedenfalls $0069.09 mit R^ucksicht auf das starke Setzen des Mauerkernes. Dieser wurde durch die in $0069.10 Abst^anden durchgef^uhrten Binderschichten aus quadratischen Backsteinplatten in $0069.11 einzelne Abschnitte zerlegt; die Verkleidungen wurden gleichzeitig mit dem Inneren $0069.12 von ge^ubteren, das letztere von geringeren Arbeitskr^aften ausgef^uhrt. Eine aus- $0069.13 f^uhrliche Besprechung der r^omischen Mauertechnik findet sich in Teil II, Band 2 $0069.14 dieses #.>Handbuches#.<.
$0069.15__Das gew^ohnliche Bruchsteinmauerwerk aus gr^o^seren Steinen ohne besondere $0069.16 Verkleidungen f^uhrte bei den R^omern den Namen #/+opus incertum,#/- dasjenige mit $0069.17 Binderschichten aus Ziegelplatten #/+opus mixtum.#/-
$0069.18__Vom ordin^aren Bruchsteinmauerwerk unterscheidet sich das sog. Cyklopen-
__Fig. 110 gibt ein Bei- $0069.41 spiel von Cyklopenmauer- $0069.42 werk von der Widerlags- $0069.43 mauer einer Eisenbahnbr^ucke $0069.44 im Kinzigthale im Schwarz- $0069.45 wald.
$0069.46__Die Bezeichnungen Polygon- und Cyklopenmauerwerk werden h^aufig als gleich-
__
__Die Bruchsteine werden, wie die Quader, entweder durch M^ortel miteinander $0070.13 verbunden oder trocken, unter Zuziehung von Moos, Erde, Sand u. dergl., auf- $0070.14 einander gesetzt. Man unterscheidet danach M^ortelmauerwerk und Trockenmauer- $0070.15 werk. Das erstere ist das bei weitem gebr^auchlichere; das letztere kommt nur in $0070.16 besonderen F^allen, so beispielsweise bei Futtermauern oder bei ganz untergeordneten $0070.17 Bauwerken (Schutzh^utten im Gebirge, rohen Einfriedigungen) jetzt noch zur An- $0070.18 wendung, w^ahrend es fr^uher h^aufiger vorkam.
$0070.19__Dem im vorhergehenden Bande dieses #.>Handbuches#.< ^uber die Verbandregeln $0070.20 und die Verbindung der Steine durch Bindemittel Gesagten ist hier wenig mehr $0070.21 hinzuzuf^ugen. Die Einhaltung der wagrechten und lotrechten Richtung wird mit $0070.22 denselben Hilfsmitteln bewirkt, wie bei Quader- und Backsteinmauerwerk. Das $0070.23 richtige Verlegen der Steine in M^ortel und die Einhaltung eines regelrechten Ver- $0070.24 bandes bed^urfen aber fast noch gr^o^serer Aufsicht als bei letzterem, namentlich bei $0070.25 den ordin^aren und F^ullmauerwerken, da hier die regelm^a^sige Form der Steine nicht $0070.26 der Konstruktion zu Hilfe kommt; es bedarf daher zur Herstellung von Bruchstein- $0070.27 mauern ganz gewissenhafter und besonders ge^ubter Arbeiter. Leider wird auf das $0070.28 saubere Aussehen der Mauerh^aupter von den Maurern nur zu h^aufig zu viel Wert $0070.29 gelegt, auch wenn dieselben geputzt werden, w^ahrend das Innere wenig sorgf^altig $0070.30 behandelt ist, die Steine nicht fest und ungen^ugend in M^ortel gelagert sind, die $0070.31 Ausf^ullung dagegen fast nur aus M^ortel mit wenigen kleinen Steinen hergestellt $0070.32 wird. Eine derartige Mauer kann daher im Aeu^seren recht gut aussehen, aber $0070.33 doch wenig Festigkeit besitzen.
$0070.34__Wichtig f^ur die Dauerhaftigkeit von Mauern aus geschichteten Gesteinen ist die $0070.35 Festhaltung der Regel, die Steine auf ihr nat^urliches Lager (Bruchlager) zu legen. $0070.36 Je schichtiger das Gestein ist, um so weicher ist es auch in der Regel, und um $0070.37 so wichtiger ist auch die Befolgung dieser Vorsicht. Die aufrecht gestellten Steine $0070.38 haben in dieser Lage eine geringere Druckfestigkeit und verwittern leichter. Auch $0070.39 bei geputzten Mauern kommt das erstere in Betracht; dazu tritt noch, da^s an der $0070.40 als Haupt genommenen glatteren Lagerfl^ache der Putz schlechter haftet.
$0070.41__
__Eine h^aufig vorkommende Untugend der Maurer ist die, sofort beim Mauern $0070.45 die Sto^sfugen, ^uber die Breite derselben hinaus, und auch die oberen Lager-<-P> $0 @@3@ ---------- $0070.46
__
__
__Bei dichten Steinen ist ein steiferer, bei porigen ein fl^ussigerer, bei stark be- $0071.10 lastetem Mauerwerk ein magerer, im anderen Falle ein fetterer M^ortel zu ver- $0071.11 wenden. Schwache, einer dauernden Feuchtigkeitsquelle nicht ausgesetzte Mauern $0071.12 k^onnen mit Luftm^ortel ausgef^uhrt werden. Starke Mauern trocknen, wegen des $0071.13 gro^sen M^ortelgehaltes und der gew^ohnlich noch vorhandenen Bergfeuchtigkeit der $0071.14 Steine, nur sehr langsam aus, weshalb man sie zweckm^a^sigerweise mit hydrauli- $0071.15 schem M^ortel mauert.
$0071.16__Der M^ortelbedarf ist je nach der Art der Steine sehr verschieden. D^unnplattige $0071.17 und unregelm^a^sige Steine erfordern viel mehr M^ortel, als regelm^a^sige und mehr $0071.18 w^urfelf^ormig gestaltete.
$0071.19__Wesentliche Vorteile sind f^ur das Bruchsteinmauerwerk durch Anwendung von $0071.20 magerem Cementm^ortel zu erreichen. Es wird nicht wesentlich teuerer, als ge- $0071.21 w^ohnliches Kalkm^ortelmauerwerk; Kostenersparnisse lassen sich aber durch Ver- $0071.22 ringerung der Massen wegen der gr^o^seren Festigkeit des Mauerwerkes erzielen. $0071.23 Mit Cementm^ortel l^a^st sich, allerdings unter der Voraussetzung sehr gewissenhafter, $0071.24 auf Einhaltung guten Verbandes und F^ullung aller Fugen mit M^ortel bedachter $0071.25 Maurer und richtiger M^ortelbereitung, ein Mauerwerk herstellen, das gleichf^ormiger, $0071.26 als vieles Quadermauerwerk ist, weil bei letzterem wegen der Ungef^ugigkeit der $0071.27 St^ucke auf Verkittung durch den Fugenm^ortel nicht gerechnet werden kann, das $0071.28 gegen^uber dem Backsteinmauerwerk den Vorteil besitzt, mit der gr^o^sten Leichtig- $0071.29 keit stetige Querschnittsver^anderungen eintreten zu lassen, und das billiger, als die $0071.30 genannten Mauerwerksarten ist. Zu beachten ist auch der Vorteil, der durch die $0071.31 Schnelligkeit der Ausf^uhrung, welche keine gro^sen Vorbereitungen erfordert, er- $0071.32 wachsen kann.
$0071.33__Mitteilungen von #/+Liebold#/- ^uber Erfahrungen mit aus Cementbruchsteinmauer- $0071.34 werk ausgef^uhrten Kan^alen und Br^uckengew^olben finden sich in unten genannten $0071.35 Quellen#H:122#G:).
$0071.36__Bei den Trockenmauerwerken beruht die Festigkeit nur auf der richtigen und $0071.37 sicheren Lagerung der Steine, wenn auch nicht geleugnet werden kann, da^s durch $0071.38 das in der zum Ausstopfen der Fugen benutzten Erde sich ausbreitende und ver- $0071.39 filzende Wurzelwerk von Pflanzen allm^ahlich eine wirkliche Verbindung der Steine $0071.40 herbeigef^uhrt wird. Da diese Wurzelbildung zugleich aber die Verwitterung der $0071.41 Steine bef^ordert und bei frei stehenden Mauern weniger eintritt, als bei Futter- $0071.42 mauern, denen von der Bergseite immer Feuchtigkeit zugef^ugt wird, so kann im $0071.43 allgemeinen von Trockenmauern aus kleinen und mittelgro^sen Steinen keine gro^se $0071.44 Dauer erwartet werden. W^ahrend die aus m^achtigen Bl^ocken aufgebauten cyklopi- $0071.45 schen Mauern Griechenlands und Italiens zum Teile au^serordentlich dauerhaft sich<-P> $0 @@3@ ---------- $0071.46
__
__Hat man zur Herstellung von Mauern oder Mauerfl^achen, welche der Witterung $0072.05 ausgesetzt bleiben, ein wetterfestes, gut aussehendes Material zur Verf^ugung, so ist $0072.06 die Behandlung desselben als Rohbau empfehlenswert; dies ist um so mehr der $0072.07 Fall, je dichter und glatter in den Bruchfl^achen das betreffende Gestein ist, um so $0072.08 weniger gut also ein M^ortelputz auf demselben haften w^urde. F^ur die Herstellung $0072.09 solcher Bruchsteinrohbauten kann im allgemeinen auf dasjenige verwiesen werden, $0072.10 was in Art. 19 u. 20 (S. 29 bis 31) u. Art. 41 bis 45 (S. 52 bis 55) ^uber das $0072.11 Ausfugen, den Fugenm^ortel und die Reinigung der Mauerfl^achen bei Besprechung $0072.12 der Quader- und Backsteinrohbauten gesagt wurde; es bleibt dem hier wenig nur $0072.13 hinzuzuf^ugen.
$0072.14__Noch mehr, als bei Backsteinrohbauten wird es bei Mauern aus unregel- $0072.15 m^a^sigen Steinen notwendig sein, darauf zu sehen, da^s durch die Art der Behand- $0072.16 lung der Fugen nicht die unruhige Wirkung des Fugennetzes verst^arkt werde. Des- $0072.17 halb wird man dem Fugenm^ortel in der Regel einen Farbenzusatz geben m^ussen, $0072.18 um ihn in Einklang, wenn auch nicht immer gerade in Uebereinstimmung, mit der $0072.19 Steinfarbe zu bringen; deshalb sind auch die mitunter zur Ausf^uhrung kommenden $0072.20 vorgelegten Fugen nicht gerade empfehlenswert. Noch weniger ist dies aber die $0072.21 schon in Art. 65 (S. 70) aus anderen Gr^unden ger^ugte Unart vieler Maurer, beim $0072.22 Mauern die Fugen ^uber die Breite derselben hinaus mit M^ortel zu verstreichen und $0072.23 dabei die Steinfl^achen zu beschmutzen. Die nachtr^agliche Reinigung ist immer eine $0072.24 m^uhsame, nicht immer ganz durchf^uhrbare und auch mit Nachteilen verkn^upfte $0072.25 Arbeit. Untergeordnete Mauern pflegt man allerdings auf diese Weise in den Fugen $0072.26 zu dichten, aber dieses sog. #.>Bestechen#.< sollte immer erst einige Monate nach Fertig- $0072.27 stellung der Mauer erfolgen, um derselben Zeit zum Austrocknen zu gew^ahren.
$0072.28__
__F^ur die dauernde Erhaltung von der Witterung ausgesetzten Bruchsteinmauern $0072.32 ist es ebenso wichtig, wie bei solchen Quader- und Backsteinmauern den oberen $0072.33 Abschlu^s so zu bilden, da^s alles Regen- und Tauwasser rasch abgef^uhrt und am $0072.34 Eindringen in das Mauerwerk verhindert wird. Auch hier kommen dieselben Mittel, $0072.35 wie beim Quaderbau zur Anwendung und kann daher auf das in Art. 14 u. 15 $0072.36 (S. 23 bis 25) Gesagte verwiesen werden.
$0072.37__Am unvollkommensten und von sehr geringer Dauer ist die bei ordin^aren $0072.38 Bruchsteinmauern oft angewendete Bildung eines Kammes mit ein- oder zweiseitigem $0072.39 Gef^alle von M^ortel und eben solchen unregelm^a^sigen Steinen, wie sie zur Mauer $0072.40 verwendet wurden. F^ur alle Bruchsteinmauern empfiehlt sich die Anwendung $0072.41 von Abdeckungsplatten oder, bei geneigtem Abschlu^s, auch von geeignet ge- $0072.42 formten St^ucken aus nat^urlichem Stein oder gebranntem Thon mit gen^ugendem $0072.43 seitlichem Gef^alle, wenn nicht eine der noch in Kap. 12 (Schutz der W^ande gegen $0072.44 Feuchtigkeit) zu besprechenden anderen Abdeckungsarten gleichfalls in Betracht $0072.45 kommen kann.
$0 @@3@ ---------- $0072.46__
__Der Kostenersparnis wegen werden zumeist die Grund- und Kellermauern,
__Obgleich nun jede Bruchsteinmauer, wenn sie fest sein soll, in sorgf^altigem $0073.05 Verband ausgef^uhrt werden mu^s, so ist doch diese Sorgfalt und auch noch manche $0073.06 andere R^ucksichtnahme bei den Fundamentmauern ganz besonders notwendig, weil $0073.07 sie die am st^arksten belasteten Mauern der Bauwerke und sch^adlichen Einfl^ussen $0073.08 des sich an sie anlagernden Erdbodens ausgesetzt sind; deshalb erscheint es auch $0073.09 angezeigt, auf diese einzelne Mauergattung in Erg^anzung des im vorhergehenden $0073.10 Bande (Art. 388 bis 390, S. 273 bis 275 [2. Aufl.: Art. 397 bis 400, S. 306 bis 308]) $0073.11 in dieser Richtung Gesagten hier gesondert einzugehen, und zwar in Vergleichung mit $0073.12 anderen Steinmaterialien.
$0073.13__Der starken Belastung wegen und um die Last des Bauwerkes auf eine ent- $0073.14 sprechend gro^se Fl^ache des Baugrundes zu ^ubertragen, macht man die Grundmauern $0073.15 st^arker, als die Gescho^smauern. Man erreicht dadurch auch, wenn die Grundmauern $0073.16 zugleich Kellermauern sind, eine von ^au^seren Einfl^ussen m^oglichst unabh^angige und $0073.17 gleichm^a^sige W^arme der Kellerr^aume, sowie gen^ugende Widerlager f^ur die etwa $0073.18 anzuwendenden Ueberw^olbungen. Diese Mauerverst^arkung wird nun entweder in $0073.19 der Weise beschafft, da^s die Grundmauer bis zur Bodenoberfl^ache die gleiche, f^ur $0073.20 die Druck^ubertragung auf den Baugrund gen^ugende St^arke erh^alt, oder indem man $0073.21 die Aufmauerung in von unten nach oben an St^arke abnehmenden Abs^atzen aus- $0073.22 f^uhrt. Das letztere ist h^aufig das Zweckm^a^sigere; man beschr^ankt sich aber in der $0073.23 Regel darauf, nur einen untersten breiten Absatz, das sog. Bankett, auszuf^uhren, $0073.24 namentlich dann, wenn man es mit Kellermauern zu thun hat, die auf der Innen- $0073.25 seite eine ungebrochene Ebene bilden m^ussen. Von besonderer Wichtigkeit und in $0073.26 der Form schwierig zu bemessen ist die Absatzbildung oder Abtreppung von Gr^un- $0073.27 dungen f^ur stark belastete Pfeiler. Uebrigens sollten Abtreppungen oder Bankette $0073.28 nur da angewendet werden, wo sie der Beschaffenheit des Baugrundes wegen wirk- $0073.29 lich erforderlich sind; denn sie verhindern immer an den Au^senseiten der Geb^aude $0073.30 das rasche Versickern des in den Boden eindringenden Wassers. Das letztere wird $0073.31 sich gerade nach den Mauern hinziehen, weil an diesen der Boden frisch aufgef^ullt, $0073.32 also lockerer als im benachbarten gewachsenen Erdreich ist. Jedenfalls wird sich $0073.33 bei Mauerabs^atzen die obere Abschr^agung zur Bef^orderung des Wasserabflusses $0073.34 empfehlen.
$0073.35__Bei vollem Quaderwerk mit regelm^a^sigem Verband macht die Herstellung der
$0073.36 Grundmauern keine Schwierigkeit; bei Ziegelmauerwerk ist schon darauf R^ucksicht
$0073.37 zu nehmen, da^s die geringe Dicke der Steine eine gleichf^ormige Abtreppung mit
$0073.38 jeder Schicht als unzul^assig und die geringe Lagerfl^ache der Steine dieselben f^ur
$0073.39 eine gleichm^a^sige Druck^ubertragung auf den Baugrund als ungeeignet erscheinen
$0073.40 l^a^st. Man wird daher bei Verwendung von Backsteinen die Abs^atze aus einer An-
$0073.41 zahl von Schichten zusammensetzen m^ussen und, um den f^ur den Verband nach-
$0073.42 teiligen Verbrauch an Quartierst^ucken einzuschr^anken, die Abs^atze bei beiderseitiger
$0073.43 Abtreppung {1/4} Stein, bei einseitiger Abtreppung {1/2} Stein breit machen, so da^s die
$0073.44 Ver^anderung der Mauerst^arke in jedem Absatz {1/2} Stein betr^agt. F^ur das Bankett
$0073.45 ist aber der Anwendung von Backsteinen die eines gro^sst^uckigeren Materials vor-
$0073.46 zuziehen. Das letztere gilt auch f^ur Grundmauern aus Bruchsteinen. Man stellt
$0073.47 entweder das Bankett aus Quadern, vielleicht in K^astelverband, oder aus gro^sen<-P>
@@1@
__F^ur die Ausf^uhrung der Grundmauern werden Fundamentgr^aben hergestellt, die $0074.17 unten auf der Sohle um den Bankettvorsprung oder, wenn dieser fehlt, je nach der $0074.18 Tiefe 30 bis 45#H:cm#G: breiter als die Mauerst^arke gemacht werden. In manchen $0074.19 Gegenden ist es auch ^ublich, bei nicht zu gro^ser H^ohe der Grundmauern die $0074.20 Gr^aben der Ersparnis halber nur gerade so breit wie die Mauern zu machen. Die $0074.21 Wandungen der Gr^aben sind je nach der Bodenart mit mehr oder weniger B^oschung $0074.22 zu versehen. Diese Fundamentgr^aben werden nun mit wachsender H^ohe der Mauern $0074.23 gew^ohnlich gleich zugesch^uttet, das Mauerwerk also verf^ullt, um den Maurern die $0074.24 R^ustung zu ersparen und um sonstigen mit den offenen Gr^aben verkn^upften Un- $0074.25 annehmlichkeiten zu entgehen. Dies hat nun aber den gro^sen Nachteil zur Folge, $0074.26 da^s das Grundmauerwerk nicht austrocknen und der M^ortel wegen mangelnden $0074.27 Luftzutrittes nur langsam abbinden kann. Demnach bleibt einesteils eine Feuchtig- $0074.28 keitsquelle im Mauerwerk zur^uck; anderenteils erh^alt das Mauerwerk erst nach $0074.29 l^angerer Zeit diejenige Festigkeit, auf welche bei der Bemessung der Mauerdicke $0074.30 in Bezug auf die zu tragenden Lasten gerechnet wurde. Bei der raschen Bauweise $0074.31 unserer Zeit ist es nicht mehr, wie fr^uher, ^ublich, das Grundmauerwerk dem Luft- $0074.32 zutritt ausgesetzt stehen zu lassen, bis dieser Zeitpunkt erreicht ist und man mit $0074.33 Sicherheit weiter bauen kann; deshalb ist es notwendig, um den aus unserer Bau- $0074.34 weise entspringenden Gefahren zu entgehen, auch dann, wenn die Grundmauern in $0074.35 trockenem, dem Zutritt von Feuchtigkeit nicht ausgesetztem Boden ausgef^uhrt $0074.36 werden, zum mindesten dieselben mit hydraulischem M^ortel, besser noch mit Kalk- $0074.37 cementm^ortel oder magerem Cementm^ortel aufzumauern und so ein rasches Ab- $0074.38 binden zu erzielen.
$0074.39__Die Vorteile des Bruchsteinbaues sind wirtschaftlicher Natur, die Nachteile $0074.40 teils konstruktiver, teils gesundheitlicher Art, je nach der Beschaffenheit des Ge- $0074.41 steines. In konstruktiver Beziehung werden die Nachteile sich verringern, ja ganz $0074.42 verschwinden k^onnen bei Verwendung von regelm^a^sig bearbeiteten Bruchsteinen $0074.43 (Schichtsteinen) und Heranziehung von Cement als Bindemittel, wobei immerhin $0074.44 noch Kostenersparnisse gegen^uber Quader- und Backsteinbau erzielt werden k^onnen; $0074.45 besonders gilt dies vom Bruchsteincementmauerwerk. Das letztere kann indes keinen $0074.46 h^oheren ^asthetischen Anforderungen gen^ugen, w^ahrend dies beim Schichtsteinmauer- $0074.47 werk m^oglich ist. Dieses n^ahert sich in dieser Beziehung dem Quaderbau.
@@1@__Anders liegen die Verh^altnisse beim Rohbau aus unregelm^a^sigen Bruchsteinen. $0075.02 Mit diesem wird nur eine befriedigende Wirkung erzielt werden k^onnen, wenn es $0075.03 sich um malerische Belebung gr^o^serer Fl^achen handelt, die in Einklang mit der $0075.04 umgebenden Landschaft stehen sollen. Dies wird am ehesten mit den einfachsten, $0075.05 in der Natur des Materials begr^undeten Mitteln zu erreichen sein.
$0075.06__Dem Backsteinbau gegen^uber hat das Bruchsteinmauerwerk den Vorteil, da^s $0075.07 ^uber die nat^urlichen Steine meist ausreichende Erfahrungen in Bezug auf ihre Eigen- $0075.08 schaften, namentlich Wetterbest^andigkeit, vorliegen, w^ahrend bei den Backsteinen $0075.09 dieselben ganz von der Herstellungsweise abh^angig sind. Man wird also im allgemeinen $0075.10 mit Bruchsteinen mit gr^o^serem Sicherheitsgef^uhl in Hinsicht auf Verwitterung bauen, $0075.11 als mit Backsteinen.
$0075.12__Nachteile in gesundheitlicher Beziehung ergeben sich bei der Verwendung der $0075.13 konstruktiv so vorteilhaften Durchbinder durch das Durchschlagen der Feuchtig- $0075.14 keit, ferner durch die in der Regel in den Bruchsteinen noch in Menge enthaltene $0075.15 Bruchfeuchtigkeit, wenn denselben vor der Vermauerung nicht Zeit zum Austrocknen $0075.16 gelassen wurde, endlich bei den dichten Steinen in dem Mangel an Durchl^assigkeit, $0075.17 welcher die Lufterneuerung durch die W^ande verhindert und Feuchtigkeitsnieder- $0075.18 schl^age veranla^st. Zum Teile lassen sich diese Nachteile durch Verblendung mit $0075.19 Backsteinmauerwerk verringern.
$0075.20 @z__Putz, Verputz, Abputz, Bewurf, Bem^ortelung, T^unche (letzterer Ausdruck wird
__Zweck des Putzes ist Herstellung einer Schutzdecke gegen Witterungseinfl^usse, $0075.31 bei nicht witterungsbest^andigem Mauermaterial, oder gegen das Eindringen von $0075.32 Feuchtigkeit in die W^ande oder Verh^ullung von schlecht aussehendem Mauerwerk. $0075.33 In inneren R^aumen verwendet man den Putz haupts^achlich, um glatte Wand- und $0075.34 Deckenfl^achen zu erzielen und zur weiteren Ausschm^uckung vorzubereiten (hier^uber $0075.35 siehe Teil III, Band 3, Heft 3 dieses #.>Handbuches#.<). Hier haben wir es zun^achst $0075.36 nur mit dem Putz auf steinernen Au^senw^anden zu thun, m^ussen jedoch bemerken, $0075.37 da^s die Herstellung von Putz auf den Innenw^anden im allgemeinen die gleiche $0075.38 ist und nur noch h^aufig Verfeinerungen erf^ahrt. Die Ausf^uhrung des Putzes auf in $0075.39 den W^anden enthaltenen Holzteilen wird in Kap. 6 besprochen werden.
$0075.40__Auch bei den Au^senw^anden kann die geputzte Fl^ache noch weitere Behand- $0075.41 lungen zum Zweck des Schutzes oder des Schmuckes erfahren. Zu diesen geh^oren $0075.42 Anstriche, malerische, musivische und plastische Ausschm^uckungen, welche in tech- $0075.43 nischer Beziehung kurz mit durchzusprechen sind.
@@1@__Der Putz kann unterschieden werden nach dem M^ortel, aus dem er hergestellt $0076.02 wird, nach der Art des Mauerwerkes, auf welches er aufgetragen wird und nach der $0076.03 Art der Herstellung.
$0076.04__Die Bildung der Putzschicht erfolgt haupts^achlich mit Luft-, hydraulischem, $0076.05 Cement- oder Kalkcementm^ortel. Als weitere Stoffe kommen noch Lehm, Gips $0076.06 und Tripolith in Betracht. Erstere beide k^onnen wegen ihrer geringen Dauerhaftig- $0076.07 keit nur in ganz gesch^utzter Lage zur Anwendung gelangen; doch wird mitunter $0076.08 Gips, wenn auch nicht mit Vorteil, als Zusatz zum Kalkm^ortel zur Herstellung des $0076.09 Stuckputzes auch an Au^senw^anden benutzt. Ueber den Tripolith, dessen Haupt- $0076.10 bestandteil auch Gips ist, sind die Meinungen in Bezug auf seine Wetterbest^andig- $0076.11 keit noch sehr geteilt#H:124#G:).
$0076.12__Mit den Kalk- und Cementm^orteln lassen sich bei richtiger Bereitung und zweck- $0076.13 entsprechendem Auftrag gute und dauernde Erfolge erzielen. Diese Vorbedingungen $0076.14 sind aber auch zu erf^ullen, wenn der Putz eine wirkliche und zugleich dichte Schutz- $0076.15 decke bilden soll.
$0076.16__Theoretisch betrachtet m^u^ste den dichtesten und deshalb zugleich wetter- $0076.17 best^andigsten Ueberzug reiner Portlandcement (ohne Sandzusatz) liefern; auch w^urde $0076.18 man im stande sein, demselben auf Verlangen eine gl^anzende Politur zu geben. $0076.19 Aber reiner Cementputz ist nicht allein sehr schwierig gut herzustellen; er ist auch $0076.20 im Freien sehr der Bildung von Haarrissen, infolge des ungleichm^a^sigen pl^otzlichen $0076.21 Dehnens und Schwindens und des raschen Trocknens der Oberfl^ache, ausgesetzt. $0076.22 Diese Gefahr ist auch noch bei fetten Cementsandm^orteln vorhanden, weshalb es $0076.23 unrichtig erscheint, mageren M^ortel^uberz^ugen durch Aufbringen einer oberen Schicht $0076.24 aus fetterem M^ortel gr^o^sere Dichtigkeit verschaffen zu wollen. Mehr d^urfte sich $0076.25 das umgekehrte Verfahren empfehlen, den fetteren, dichteren M^ortelbewurf durch $0076.26 einen mageren zu sch^utzen#H:125#G:).
$0076.27__Durch Sandzusatz wird die Arbeit des Putzens mit Cement erleichtert und $0076.28 sicherer gemacht, wobei aber die Dichtigkeit mit der Menge desselben abnimmt. $0076.29 F^ur Putzarbeiten, die wetterbest^andig sein sollen, verwendet man in der Regel einen $0076.30 M^ortel aus 1 Raumteil Cement und 3 bis 4 Teilen Sand; dagegen f^ur solche, die $0076.31 wasserdicht sein sollen, wie bei Cisternen und anderen Beh^altern, auf 1 Teil Cement $0076.32 1 bis 2 Teile Sand, wobei man die Oberfl^ache gew^ohnlich noch mit etwas seinem $0076.33 Cement abschleift und gl^attet.
$0076.34__Nach #/+Dyckerhoff#/-#H:126#G:) erzielt man aber bessere Ergebnisse, wenn man auf $0076.35 1 Teil Cement 2 Teile Sand und {1/2} Teil Kalkteig nimmt, weil dann das Ein- $0076.36 schleifen mit reinem Cement unterbleiben kann, das, wie oben bemerkt, die Ursache $0076.37 zur Bildung von Schwindungsrissen liefert. Glatte Putzfl^achen, die nicht wasserdicht $0076.38 zu sein brauchen, erh^alt man bei Anwendung von seinem Sand mit einem M^ortel $0076.39 von 1 Teil Cement auf 2 bis 3 Teile Sand. Bei mehr Sandzusatz, also bei Putz- $0076.40 arbeiten, von denen man nur geringere Festigkeit beansprucht, mu^s man jedoch $0076.41 nach #/+Dyckerhoff#/- Fettkalk zusetzen, wenn man sch^one Oberfl^achen erhalten will. Man $0076.42 hat es dann mit Kalkcementm^ortel zu thun, von dem sp^ater die Rede sein wird.
$0076.43__Die Erfahrung hat oft gezeigt, da^s von bestem Portlandcement hergestellter $0076.44 Putz nicht dauerhaft ist. Derselbe l^ost sich entweder in d^unnen Schalen oder<-P> $0 @@3@ ---------- $0076.45
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__Das Rissigwerden und Abbl^attern des Putzes wird auch oft veranla^st durch $0077.14 das Auftragen desselben in d^unnen Schichten, deren oberste aus fetterem M^ortel $0077.15 hergestellt werden. Dies ist nach #/+Dyckerhoff#/- zu verh^uten, wenn man d^unne Schichten $0077.16 aus fettem Cementm^ortel vermeidet und die Putzmasse m^oglichst einheitlich bildet.
$0077.17__F^ur das Gelingen von Cementputzarbeiten ist Schutz gegen Sonnenhitze und $0077.18 Frost, sowie einige Zeit fortgesetzte Anfeuchtung von Wichtigkeit. Das Beh^angen $0077.19 mit feuchten T^uchern oder Matten leistet gegen den Sonnenbrand gute Dienste. $0077.20 Der zum Putzen verwendete Cement mu^s ein langsam bindender sein. Um sich $0077.21 dessen zu versichern, ist es gut, denselben vorher einige Zeit ausl^uften zu lassen, $0077.22 d. h. ihn auf trockener Unterlage, gesch^utzt vor Feuchtigkeit, in d^unner Schicht zu $0077.23 lagern, damit der vorhandene freie Aetzkalk abl^osche#H:128#G:).
$0077.24__Da^s die allgemeinen Regeln f^ur die M^ortelbereitung und f^ur die Beschaffenheit $0077.25 der Hilfsmaterialien Sand und Wasser streng beachtet werden m^ussen, bedarf eigent- $0077.26 lich keiner besonderen Erw^ahnung.
$0077.27__Romancement#H:129#G:) wird auch oft mit Vorteil bei Beobachtung der n^otigen Vor-
__Der M^ortel von Luft- oder Fettkalk mu^s bekanntlich stets mit Sandzusatz
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__Ueber die Beschaffenheit der Grundstoffe und die Herstellung des Putzm^ortels, $0078.05 sowie die Bereitung desselben siehe Teil I, Band 1, erste H^alfte (Art. 57 bis 61, $0078.06 S. 119 bis 124 [2. Aufl.: Art. 78 bis 94, S. 129 bis 140]) dieses #.>Handbuches#.<. $0078.07 Doch mag hier besonders darauf aufmerksam gemacht werden, da^s der Fettkalk $0078.08 vor der Verwendung zur Herstellung von Putz immer eingesumpst werden mu^s und $0078.09 mindestens 14 Tage, besser aber 1 bis 2 Monate alt sein soll. Dies ist deshalb $0078.10 notwendig, weil nicht vollst^andig gel^oschte Kalkst^uckchen im Wandputz nachtr^aglich $0078.11 sich l^oschen und Blasen im Putz bilden, welche aufbrechen und trichterf^ormige $0078.12 L^ocher verursachen.
$0078.13__G^unstige Ergebnisse sind nur beim Putz von ganz ausgetrocknetem Mauer- $0078.14 werk zu erwarten; doch darf auch die Feuchtigkeit des Luftm^ortels nicht zu rasch $0078.15 verdunsten, wenn der Putz Festigkeit erhalten und ein festes Anhaften desselben am $0078.16 Mauerwerk erreicht werden soll. Die Ausf^uhrung im Sonnenbrand ist also sch^ad- $0078.17 lich. Zu starkes Austrocknen verursacht die Bildung von Haarrissen, welche Wasser $0078.18 aufnehmen und dadurch dem Frost Gelegenheit zur Zerst^orung geben. Die Haar- $0078.19 risse entstehen infolge des zu raschen Schwindens des M^ortels, wobei auch der $0078.20 zwar in sich fest werdende Putz sich vom Mauerwerk teilweise abl^ost. Die Bildung $0078.21 von Haarrissen soll durch Zusatz von S^agesp^anen zum M^ortel verhindert werden $0078.22 k^onnen#H:131#G:).
$0078.23__Da der Luftm^ortel, je nach der Zubereitung, eine mehr oder weniger, aber $0078.24 immer porige Masse bildet, so ist seine Verwendung an solchen Stellen auszuschlie^sen, $0078.25 wo dauernde Gelegenheit zur Aufsaugung von Feuchtigkeit geboten ist, also z. B. $0078.26 an den Sockeln von Geb^auden.
$0078.27__Zum Putz ^au^serer Wandfl^achen wird im allgemeinen und mit Recht der hy- $0078.28 draulische Kalkm^ortel dem Fettkalkm^ortel vorgezogen, da er auch unter dem Ein- $0078.29 flu^s der N^asse erh^artet und fest bleibt, auch bei weniger sorgf^altiger Herstellung und $0078.30 Auftragung wetterbest^andiger ist, als unter gleichen Umst^anden der letztere. Es ist $0078.31 aber eine falsche Ma^sregel, hydraulischen Kalk oder Cement nur zum Abputz der $0078.32 sog. Wetterseite der Geb^aude (gew^ohnlich die Westseite) zu benutzen, da starke $0078.33 Schlagregen oft auch die anderen Seiten treffen und z. B. nach von Regen be- $0078.34 gleitetem Ostwinde h^aufig K^alte eintritt, infolgedessen der von Regenwasser durch- $0078.35 drungene, nicht oder nur wenig hydraulische M^ortel abfriert.
$0078.36__Je hydraulischer der zum Putz verwendete Kalk ist, um so weniger Sand $0078.37 braucht demselben zugesetzt zu werden, um eine Umh^ullung der Sandk^orner mit $0078.38 Kalkhydrat zu erzielen, ohne dabei Ablagerungen von freiem Kalk im Putz bef^urchten $0078.39 zu m^ussen. Mit zunehmender Menge des letzteren nimmt die Dauerhastigkeit ab#H:132#G:). $0078.40 Es ist daher, da die hydraulischen Kalke sehr verschieden sind, vor der Verwendung $0078.41 immer erst durch Versuche festzustellen, welche Sandzusatzmengen dieselben vertragen.
$0078.42__Auch dem Putz von hydraulischem Kalkm^ortel ist zu rasches Austrocknen $0078.43 sch^adlich und bei demselben starkes Ann^assen des Mauerwerkes notwendig.
$0078.44__Damit nicht ungel^oschte Kalkst^ucke in den Putz gelangen, empfiehlt es sich, $0078.45 das Kalkpulver und die Kalkmilch durch ein Haarsieb laufen zu lassen.
$0 @@3@ ---------- $0078.46__
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__
__Farbenanstriche sind auf Putz aus hydraulischem Kalkm^ortel erst nach dem $0079.06 Ausbl^uhen desselben, also nach Verlauf von 2 bis 3 Monaten, auszuf^uhren.
$0079.07__Dem Fettkalk und den schwach hydraulischen Kalken k^onnen durch Zusatz
__Zur Herstellung von Kalkcementm^ortel benutzte #/+Tetmajer#/-#H:135#G:) bei seinen Unter- $0079.16 suchungen an Stelle des von #/+Dyckerhoff#/- empfohlenen Kalkteiges trocken gel^oschten $0079.17 Aetzkalk (Staubhydrat), da derselbe sich viel besser und inniger mit dem Cement- $0079.18 pulver mengen l^a^st und auch h^ohere Bindekraft besitzen soll als ersterer. Die $0079.19 #/+Tetmajer#/-'schen Versuche best^atigten die Ansicht, da^s magere Portlandcementm^ortel $0079.20 durch Kalkzuschl^age verbessert werden.
$0079.21__Durch Zusatz von etwas Gips (es gen^ugen schon 2 Procent) oder Schwefels^aure
__Terranova ist eine farbige Putzmasse, welche in Pulverform in den drei Farben
__Der Putz soll nicht zu dick und nicht zu d^unn aufgetragen werden, da der-
__
__
__
__
__
__Bei starken Abweichungen von der lotrechten Ebene hilft man sich zur Ver- $0080.06 ringerung der Putzdicke durch Eindr^ucken von Dachziegeln.
$0080.07__
__
__Will man einen dauerhaften Putz erzielen, so gilt f^ur alle Arten von Mauer- $0080.19 werk die Regel, da^s die zu putzenden Fl^achen frei von Staub sein m^ussen, da $0080.20 dieser trennend zwischen Mauer und Putz wirken und das feste Anhaften des letz- $0080.21 teren verhindern w^urde. Zur Beseitigung desselben gen^ugt das Abkehren mit $0080.22 Besen oder Abreiben mit scharfen B^ursten nicht; sondern es mu^s Besprengen mit $0080.23 Wasser stattfinden, was allerdings auch wieder nicht zu weit getrieben werden darf, $0080.24 um den Mauern nicht zu viel Feuchtigkeit zuzuf^uhren. Dieses Ann^assen ist, wie $0080.25 schon mehrfach angef^uhrt wurde, bei den ausgetrockneten Mauern auch notwendig, $0080.26 um zu verhindern, da^s dem M^ortel zu rasch sein zur Erh^artung notwendiges Wasser $0080.27 entzogen werde.
$0080.28__Bei den aus Steinen aufgebauten Mauern ist ferner die Beseitigung aller lockeren $0080.29 M^ortelteile aus den Fugen notwendig, ebenso wie das Aufhauen der letzteren, wenn $0080.30 nicht mit offenen Fugen gemauert wurde. Im letzteren Falle d^urfen aber aus schon $0080.31 im vorhergehenden Artikel angegebenem Grunde die Fugen nicht zu tief von M^ortel $0080.32 frei bleiben.
$0080.33__Je rauher, poriger und kleinst^uckiger die nat^urlichen Steine sind, um so besser $0080.34 wird der Putz auf denselben haften.
$0080.35__Auf dichten und glatten Steinen, wie Granit, Basalt, Quarz u. s. w., h^alt er $0080.36 schlecht und um so schlechter, je gr^o^ser die St^ucke dabei sind, je weniger Fugen $0080.37 das Mauerwerk also enth^alt. Man mu^s sich alsdann m^oglichst auf einen Fugen- $0080.38 bestich zu beschr^anken suchen; am besten scheint sich noch in diesen F^allen zum $0080.39 Putz Kalkcementm^ortel zu bew^ahren; auch darf er nur in d^unner Schicht aufgetragen $0080.40 werden. Einen besseren Halt f^ur den Putz sucht man mitunter durch Einmauern $0080.41 von einzelnen Ziegeln zu erzielen, deren K^opfe b^undig mit der Putzoberfl^ache liegen.
$0080.42__
__
__
__
__Der geeignetste Untergrund f^ur Putz ist Backsteinmauerwerk, nicht allein wegen
__Machen sich auf Bruchstein- oder Backsteinmauern Ausbesserungen oder Er-
__Der Kalkm^ortel haftet auf Mauern aus Lehmsteinen (Luftziegeln) schlecht, und
__Um auch dem Kalkputz mehr Halt auf Lehmsteinmauern zu verschaffen, hat $0081.29 man nach allerhand Mitteln gesucht, von denen einige hier angef^uhrt werden sollen.
$0081.30__
__
__
__Diese verschiedenen Behandlungsweisen der Lehmsteinw^ande bieten nur dann $0081.45 eine Gew^ahr f^ur einige Dauer, wenn neben sorgf^altiger Ausf^uhrung daf^ur gesorgt $0081.46 wird, da^s der Regen von den W^anden, die m^oglichst nur einst^ockig aufzuf^uhren<-P> $0 @@3@ ---------- $0081.47
__
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__
__
__Auf Lehmpis%/emauern ist es noch schwieriger, einen haltbaren Kalkm^ortelputz $0082.04 herzustellen, als auf Lehmsteinmauern, da die Fugen fehlen. Man hat es auch bei $0082.05 diesen W^anden versucht, dieselben mit Ziegelsteinst^ucken zu spicken, um dem Kalk- $0082.06 putz Halt zu schaffen; infolge des Schwindens des Lehmes beim Trocknen werden $0082.07 aber die Steinst^ucke locker. Besser soll die Arbeit gelingen, wenn man die Wand $0082.08 vor dem Spicken mit porigen Steinen mit einem Strohlehm^uberzug versieht. Das $0082.09 gew^ohnlichste Verfahren besteht darin, da^s die Wandfl^achen durch Bearbeiten mit $0082.10 einem stumpfen Besen rauh gemacht oder schr^ag von oben nach unten mit einem $0082.11 eisernen, rechenartigen Werkzeug L^ocher in dieselben geschlagen werden. Dann $0082.12 wird ein d^unner Rappbewurf von einem M^ortel aufgetragen, welcher aus 1 Teil $0082.13 Kalk, 3 Teilen Lehm und 2 Teilen Sand gemischt ist, und schlie^slich ^uber diesem $0082.14 mit gew^ohnlichem Kalkm^ortel geputzt, am besten als Spritzbewurf. Auch der im $0082.15 vorhergehenden Artikel erw^ahnte Zusatz von S^agesp^anen zum Kalkm^ortel soll sich $0082.16 bew^ahrt haben.
$0082.17__Hauptsache f^ur Herstellung eines dauerhaften Putzes ist die vorher auch innen $0082.18 vollendete Austrocknung der Mauer. Die nach dem Putzauftrag nach au^sen sich $0082.19 ziehende N^asse tritt zwischen Mauer und Putz und l^ost denselben in gro^sen Tafeln ab.
$0082.20__Von nicht geringer Wichtigkeit f^ur die Erzielung eines dauerhaften Putzes auf $0082.21 den verschiedenen Mauerwerksarten ist die richtige Wahl der Zeit f^ur die Aus- $0082.22 f^uhrung. Wie schon mehrfach betont, ist es notwendig, die Trockenheit der Mauern $0082.23 abzuwarten, und zwar deshalb, weil durch den Putz^uberzug das Austrocknen er- $0082.24 schwert und verlangsamt wird. Es ist deswegen ein gerechtfertigtes Verfahren, das $0082.25 ^au^sere Putzen der Geb^aude erst einige Zeit nach Vollendung derselben vorzunehmen, $0082.26 so da^s, wenn auch die Innenw^ande verputzt sind, doch die Feuchtigkeit nach au^sen $0082.27 entweichen kann. Sind die Mauersteine sehr wenig witterungsbest^andig, so wird es $0082.28 sich allerdings empfehlen, den ^au^seren Putz zuerst auszuf^uhren und mit dem inneren $0082.29 zu warten.
$0082.30__Das Verschieben des Putzens bis einige Zeit nach Vollendung des Baues hat $0082.31 noch den weiteren Vorteil, da^s das Setzen desselben in der Hauptsache bis dahin $0082.32 vor^uber sein wird und deshalb dieses nicht mehr die Veranlassung von Rissebildung $0082.33 im Putz sein kann.
$0082.34__Mit dem Zuwarten ist aber auch ein Nachteil verbunden. Je l^anger man $0082.35 wartet, um so mehr werden sich die f^ur das feste Haften des Putzes wichtigen $0082.36 Poren der Steine mit Staub f^ullen, worauf man bei der Reinigung vor dem Beginn $0082.37 des Putzens geb^uhrende R^ucksicht zu nehmen hat.
$0082.38__Die g^unstigsten Jahreszeiten f^ur die Ausf^uhrung des Putzes sind Fr^uhjhar und $0082.39 Herbst. Der Winter ist unzul^assig wegen des Frostes; die hei^sen Sommermonate $0082.40 sind wegen des zu raschen Austrocknens nicht zu empfehlen. Das zeitige Fr^uhjahr $0082.41 hat den Nachteil, da^s die Mauern der w^ahrend des Herbstes im Rohbau vollendeten $0082.42 Bauten noch zu viel Feuchtigkeit enthalten, die im Winter nicht gen^ugend ver- $0082.43 dunsten konnte; auch k^onnen zu dieser Zeit leicht Sch^aden durch Nachtfr^oste ent- $0082.44 stehen; das letztere gilt auch f^ur den Sp^atherbst.
$0082.45__Besonders vorsichtig mu^s man bei Cementputz in der Wahl der Jahreszeit
$0082.46 sein, da dieser gegen Hitze und Frost sehr empfindlich ist. Ist derselbe zu einer
$0082.47 Zeit auszuf^uhren, wo Frost leicht eintreten kann, so mu^s man ihn m^oglichst steif<-P>
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__Man kann den Putz nach der Anzahl der bis zur Vollendung aufeinander
__Der #s+Berapp, Rappputz#s- oder #s+rauhe Bewurf#s- unterscheidet sich vom Bestich,
__Die Herstellung eines guten Berappes erfordert eine ziemlich kunstfertige Hand- $0083.16 habung der Kelle. Diese mu^s noch gr^o^ser sein, wenn dem M^ortel grobe Kiesel bei- $0083.17 gemengt werden, da der Anwurf dann so erfolgen mu^s, da^s sp^ater nichts wieder weg- $0083.18 genommen zu werden braucht. Man nennt diese Art der Ausf^uhrung wohl auch #s+Spritz- $0083.19 bewurf,#s- der sich aber von dem nachher zu besprechenden wesentlich unterscheidet.
$0083.20__In manchen Gegenden wird der Berapp in der Weise ausgef^uhrt, da^s die $0083.21 Kellenw^urfe an der Wand aneinander gereihte H^aufchen bilden; dies ist der #s+Kraus-, $0083.22 T^upfel-#s- oder #s+H^aufchenputz,#s- der mitunter bis zur Bildung von regelm^a^sigen $0083.23 Mustern (Rosetten u. dergl.) getrieben wird.
$0083.24__Der #s+gestippte, gest^appte#s- oder #s+Besenputz#s- ist ein Berapp, dessen Ober-
__Den #s+Rieselbewurf#s- erh^alt man, wenn ^uber einem Berapp ein Anwurf mit
__Der #s+ordin^are Putz#s- besteht aus zwei Schichten. Nachdem die Fugen des
__Beim #s+Spritzbewurf,#s- auch #s+Besenbewurf#s- genannt, wird wie bei Herstellung
__Der #s+feine Putz#s- wird wie der ordin^are hergestellt, der zweite Auftrag aber nur
__
__
__Jeder Auftrag darf erst erfolgen, nachdem der vorhergehende etwas angezogen $0084.02 hat, d. h. einen Teil seines Wassergehaltes verloren hat und steif geworden ist, so $0084.03 da^s er durch das Gewicht des neu angetragenen M^ortels nicht von der Wand ab- $0084.04 gel^ost werden kann. Das Abreiben mu^s unter Benetzung mit Wasser stattfinden. $0084.05 Will man ganz feinen Putz erzielen, so verwendet man mit Filz beschlagene Reibe- $0084.06 brettchen, was aber eigentlich nur bei innerem Wandputz vorkommt.
$0084.07__
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__
__
__Unter dem Namen Stuck #/+(Stucco)#/- begreift man sehr verschiedenartige M^ortel: $0084.28 man nennt so reinen Gipsm^ortel, aber ebenso auch Gemisch von Sand, Kalk und $0084.29 Gips (Kalkstuck) oder Kalk, Sand und Marmorstaub (Marmorstuck). Auch M^ortel $0084.30 mit anderen Zus^atzen, wie Steinkohlenstaub, Ziegelmehl, Eisenfeilsp^anen u. dergl. $0084.31 werden Stuck genannt. Mit dem Stuck bezweckt man die Erzielung sehr glatter $0084.32 und dichter, h^aufig sogar polierbarer Fl^achen, oder man verwendet ihn zum Formen $0084.33 von Ornamenten oder Herstellen von Gesimsen an den W^anden selbst.
$0084.34__F^ur die Anwendung am Aeu^seren der Geb^aude eignen sich, wegen ihrer $0084.35 geringen Wetterbest^andigkeit, diejenigen Stuckarten sehr wenig, welche Gips ent- $0084.36 halten. Hie und da braucht man sie aber doch hierzu und sucht sie dann durch $0084.37 Oelfarbenanstrich zu sch^utzen. Ein Kalkstuckputz zu diesem Zwecke besteht nach $0084.38 #/+Fink#/-#H:149#G:) aus fertigem Kalkm^ortel und Gips zu gleichen Teilen, oder aus 3 Teilen $0084.39 Kalk, 3 bis 4 Teilen Gips und 3 bis 4 Teilen Sand. Die sorgf^altig gemischte $0084.40 und mit Wasser angemachte Masse erh^artet nur langsam, l^a^st sich also bequem ver- $0084.41 arbeiten, erlangt aber keine gro^se H^arte.
$0084.42__Nach #/+Rondelet#/-#H:150#G:) verwendet man zu Stuckarbeiten im Freien f^ur den Unter- $0084.43 grund ein Puzzolanm^ortel oder an Stelle dessen, der schnelleren Erh^artung wegen, $0084.44 Zus^atze von Ziegelmehl und Kreide oder gepulvertem Kalk, oder man nimmt ein $0084.45 Gemenge von 6 Teilen Kalk, 3 Teilen Sand, 2 Teilen Hammerschlag, 1 Teil $0084.46 Ziegelmehl und 1 Teil Weinstein. Der Ueberzug wird aus 2 Teilen Kalk und $0084.47 1 Teil gepulvertem Marmor hergestellt.
$0 @@3@ ---------- $0084.48__
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__In Venedig bedient man sich f^ur Fassaden und f^ur das Innere von Geb^auden
$0085.02 eines marmor^ahnlichen, sehr dauerhaften Putzes, der den Namen #/+Marmorino#/- f^uhrt
$0085.03 #/+(intonacco a marmorino).#/- Bei diesem wird der erste Bewurf mit einem M^ortel aus
$0085.04 Kalk und Ziegelmehl ausgef^uhrt; dar^uber kommt ein zweiter zur Ausgleichung der
$0085.05 Unebenheiten des ersten, aus Kalk und feinem Sande bestehend, und schlie^slich
$0085.06 ein dritter von Marmorm^ortel, der aus bestem wei^sem Kalk und Marmorpulver be-
$0085.07 reitet wird. Diese letzte Schicht wird nur 2,
__Aehnlich ist der in Mailand, Parma und anderen Orten angewendete #/+Stucco a $0085.12 lucido#/- (auch #/+Marmorino#/- oder #/+Scaliolo#/- genannt), dessen ^au^serste Schicht aus 3 Teilen $0085.13 Marmormehl und 1 Teil durchgesiebtem Kalk hergestellt wird#H:152#G:).
$0085.14__
__Sehr h^aufig findet man die Fassaden von Putzbauten mit der Nachahmung
__Die wagrechten Fugen werden zuerst auf der Putzfl^ache eingeteilt und vorge- $0085.31 zeichnet, dann erst die lotrechten. Man rei^st sie mit einem Grabstichel oder Fug- $0085.32 eisen in den noch nicht ganz erh^arteten Putz ein, indem man diese Werkzeuge an $0085.33 einem Richtscheite hinf^uhrt. Erhalten die Fugen ein Profil, so setzt man das ent- $0085.34 sprechend geformte Eisen in eine Art Hobel ein und f^uhrt dasselbe an einer mit $0085.35 Putzhaken befestigten, geradlinig gehobelten Latte hin#H:154#G:).
$0085.36__Bei der Wahl einer der verschiedenen Putzarten wird einesteils der Kosten-
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__
__
__
__Die Putzfl^achen werden in sehr vielen F^allen mit einem Ueberzug oder Anstrich $0086.08 versehen, entweder um sie in ihrem Ansehen zu verbessern, um sie abzuf^arben oder $0086.09 um sie selbst vor der Einwirkung der Witterung zu sch^utzen und fester zu machen, $0086.10 oder um beides gleichzeitig zu erreichen. An den Fassaden kommen namentlich $0086.11 die Kalkfarben- und die Oelfarbenanstriche zur Anwendung. Die ersteren sind wesent- $0086.12 lich nur Abf^arbungsmittel, deren eigene Dauer man wohl etwas erh^ohen kann, die $0086.13 aber nicht als sch^utzende Ueberz^uge gelten k^onnen und die man oft erneuern $0086.14 mu^s, um den Geb^auden, namentlich in den St^adten, ein reinliches Aussehen zu be- $0086.15 wahren; sie sind aber billig. Die Oelfarbenanstriche sch^utzen den Putz vortreff- $0086.16 lich; mit ihnen lassen sich beliebige F^arbungen herstellen, die allerdings im ersten $0086.17 Jahre durch ihren Glanz st^oren, und sie lassen sich durch Abwaschen reinigen; aber $0086.18 sie sind teuer. Ihre Dauer ist ebenfalls eine beschr^ankte; denn sie bed^urfen auch, $0086.19 besonders in dem Wetter ausgesetzter Lage, alle 5 bis 6 Jahre einer Erneuerung, $0086.20 da das Oel derselben, welches wesentlich die sch^utzende Wirkung hervorbringt, in $0086.21 dieser Zeit sich verzehrt. In gesundheitlicher Beziehung haben sie den Nachteil, $0086.22 da^s sie die Poren des Mauerwerkes vollst^andig verschlie^sen und daher die zuf^allige $0086.23 L^uftung durch die W^ande ganz aufheben. Namentlich wegen der hohen Kosten $0086.24 der Oelfarbenanstriche hat man vielfache Ersatzmittel f^ur dieselben erfunden, die- $0086.25 selben aber doch noch nicht ganz zu ersetzen vermocht. Das Ideal eines solchen $0086.26 w^urde ein Anstrich sein, der bei gro^ser Dauerhaftigkeit eine gleich sch^utzende $0086.27 Wirkung wie jener mit Oelfarbe besitzt, und mit dem sich ohne Schwierigkeit gute $0086.28 F^arbungen erzielen lassen, der dabei indes gen^ugend durchl^assig f^ur Luft, aber nicht $0086.29 f^ur Wasser bleibt.
$0086.30__Eine versch^onernde Abf^arbung der Putzfl^achen wird meistens erforderlich, weil $0086.31 diese, besonders bei Herstellung aus hydraulischem Kalk oder Cement, eine un- $0086.32 angenehme graue Farbe haben, die durch den sich festsetzenden Staub immer $0086.33 schlechter und unfreundlicher wird; auch ist sie selten gleichf^ormig genug wegen $0086.34 der gew^ohnlich nicht gleichm^a^sig zu erzielenden M^ortelmischung. Aus letzterem $0086.35 Grunde ist auch eine F^arbung des Putzm^ortels in seiner Masse schwierig, abgesehen $0086.36 davon, da^s viele Farben sch^adigend auf die Festigkeit des M^ortels wirken. Am $0086.37 besten gelingen derartige F^arbungen noch mit von Natur lebhaft gef^arbten Sanden.
$0086.38__Als Farbe des Anstriches empfiehlt sich meistens ein heller, warmer Steinton.
$0086.39__Die Putzfl^achen bereitet man zur Aufnahme eines Kalkfarben^uberzuges durch
$0086.40 dreimaligen Anstrich mit d^unner Kalkmilch (1 Teil Wei^skalk auf 4 bis 5 Teile
$0086.41 Wasser) vor. Der Auftrag, das sog. Schl^ammen, geschieht mit langstieligen Pinseln
$0086.42 und mu^s d^unn erfolgen, weil ein dicker Ueberzug abbl^attert. Die einfachste F^arbung
$0086.43 w^urde nun die mit reiner Kalkwei^se sein, wenn das blendende Wei^s derselben im
$0086.44 Sonnenscheine nicht den Augen nachteilig w^are. Deshalb werden der Kalkmilch
$0086.45 f^ur mindestens zwei weitere Anstriche Farben, meist Erdfarben, zugesetzt, im Ver-
$0086.46 h^altnis von 1 : 1 oder, wenn Kalk das einzige Bindemittel ist, noch besser von 2 : 1.<-P>
@@1@
__Zur Herstellung von steinfarbigen T^onen kann man hellen Ocker, geschl^ammte $0087.05 Umbra, Frankfurterschwarz und Englischrot in verschiedenen Mischungsverh^altnissen, $0087.06 sowohl unter sich als zur Kalkwei^se, verwenden. Englischrot und Umbra sind aber $0087.07 mit Vorsicht zu benutzen, da sie, der Mischung in zu gro^ser Menge zugesetzt, ein $0087.08 unangenehmes, brandiges Aussehen geben#H:155#G:). Zu einem Eimer Farbe soll man $0087.09 f^ur den ersten Anstrich 375#H:g#G: in hei^sem Wasser aufgel^oste Schmierseife, zu den $0087.10 folgenden nur 125#H:g#G: davon zusetzen. Die Farben werden in weichem Wasser ein- $0087.11 geweicht und dann der Kalkmilch zugemischt.
$0087.12__Will man einen fleckenlosen Anstrich erzielen, so mu^s der Putz vollst^andig $0087.13 trocken sein; auch mu^s man einen zwar warmen Tag w^ahlen, aber eine Zeit, in $0087.14 welcher die Sonne nicht auf die Fl^ache brennt; dabei mu^s die Anstricharbeit rasch $0087.15 ausgef^uhrt werden.
$0087.16__Um die Kalkfarbenanstriche dauerhafter zu machen, setzt man ihnen mitunter $0087.17 Alaun oder Kochsalz oder Seifensiederlauge zu, oder man nimmt an Stelle des $0087.18 Wassers Milch (Milchfarbenanstriche).
$0087.19__
__Sehr d^unn mit Wasser angemachter Portlandcement soll einen dauerhaften, sand- $0087.24 steinfarbigen Anstrich geben.
$0087.25__Lehmputz ist vor einem Kalkfarbenanstrich mit Milch oder mit Wasser unter $0087.26 Zusatz von Alaun oder Schmierseife zu schl^ammen#H:156#G:).
$0087.27__
__Vor dem Auftrag eines Oelfarbenanstriches m^ussen die W^ande #.>grundiert#.<
__Auf den Grundanstrich folgen drei d^unne Oelfarbenanstriche, denen Bleiwei^s $0087.42 zugesetzt ist, von denen aber jeder erst ganz trocken sein mu^s, ehe ein folgender $0087.43 aufgetragen werden darf. Zusatz von etwas geschl^ammter Kreide soll den Anstrich $0087.44 dauerhafter machen, ist aber f^ur die letzten Anstriche nicht zu empfehlen. Um $0087.45 den unangenehmen Glanz des Anstriches zu beseitigen, nimmt man oft zum letzten<-P> $0 @@3@ ---------- $0087.46
__
__
__Oelfarbenanstriche d^urfen nur auf ganz trockenen W^anden ausgef^uhrt werden; $0088.04 denn feuchter Putz nimmt das Oel nicht an. Die Mauer mu^s aber auch innen $0088.05 trocken sein, weil durch die Oelfarbe ein weiteres Verdunsten der Feuchtigkeit ver- $0088.06 hindert wird und dies sch^adliche Folgen hat, sowohl f^ur Mauer als Anstrich. Man $0088.07 soll daher den letzteren erst einige Jahre nach Vollendung der ersteren herstellen.
$0088.08__F^ur die Ausf^uhrung empfehlen sich zwar besonders die Sommermonate wegen $0088.09 ihrer Trockenheit; indessen ist staubiges Wetter zu vermeiden.
$0088.10__Schwierigkeiten bereitet das Anbringen von Oelfarbenanstrichen auf Cement- $0088.11 putz. Derselbe bedarf dazu einer Vorbereitung, die am besten in mehrj^ahrigem $0088.12 Stehenlassen besteht; auch bew^ahrt sich Cement mit Kalkhydratzusatz besser, als $0088.13 reiner Cementputz. Vor allen Dingen darf letzterer keine neuen Ausbl^uhungen $0088.14 mehr erzeugen, da diese ein Haften der Oelfarbe verhindern und dieselbe zersetzen $0088.15 w^urden; auch mu^s die Oberfl^ache etwas porig geworden sein, was beides durch $0088.16 die l^angere Einwirkung der Witterung zumeist erreicht wird. Die vorhandenen Aus- $0088.17 schl^age m^ussen dann vor dem Anstrich beseitigt werden. Dies geschieht durch Ab- $0088.18 waschen mit verd^unnter Schwefel-, Salz- oder Essigs^aure (h^ochstens 5-prozentige $0088.19 L^osungen), wodurch der Putz auch eine feink^ornige Rauheit erh^alt, was das An- $0088.20 haften des Anstriches bef^ordert. Schwefels^aure ist den anderen beiden S^auren $0088.21 vorzuziehen, da die letzteren mit dem ausgebl^uhten kohlensauren Kalke wasser- $0088.22 anziehende Salze bilden. Besser, als mit S^auren, soll sich eine Behandlung des $0088.23 Putzes mit einer L^osung von kohlensaurem Ammoniak (1 : 100) bew^ahren#H:157#G:); auch $0088.24 soll dann der Anstrich schon k^urzere Zeit nach der Vollendung des Putzes auf- $0088.25 getragen werden k^onnen.
$0088.26__Vor dem Anstreichen, das einige Tage nach dem Abwaschen mit den L^osungen $0088.27 von S^auren oder kohlensaurem Ammoniak erfolgen kann, m^ussen die Wandfl^achen $0088.28 mit Wasser sorgf^altig abgesp^ult werden. Nachdem dieselben abgetrocknet sind, k^onnen $0088.29 die m^oglichst d^unnen Oelfarbenanstriche aufgetragen werden.
$0088.30__F^ur Kalkm^ortelputz kommen an Stelle der Oelfarben- auch die Wasserglas- $0088.31 oder stereochromischen Anstriche zur Anwendung. Die Urteile ^uber dieselben sind $0088.32 zwar verschieden; doch scheinen sie bei vorsichtiger Behandlung gute Erfolge zu $0088.33 liefern und sind wesentlich billiger als die ersteren, wenn auch nicht so haltbar.
$0088.34__Die Behandlung besteht in einem Tr^anken der Putzfl^achen mit verd^unntem $0088.35 Wasserglas (1 Gewichtsteil 33-gradiges Wasserglas auf 3 Gewichtsteile Regen- oder $0088.36 destilliertes Wasser) und nachfolgenden zwei Anstrichen aus Wasserglas mit Farbe- $0088.37 zusatz. Reiner Wasserglasanstrich wird durch anhaltenden Regen aufgeweicht; durch $0088.38 Zusatz von gewissen Farben wird er aber im Wasser unl^oslich. Nur Erd- und Mineral- $0088.39 farben sind hierzu geeignet, doch auch von diesen nur solche, welche durch das $0088.40 alkalische Wasserglas nicht zersetzt werden. Als passend werden bezeichnet: Zink- $0088.41 wei^s, Chromgr^un, Kobaltgr^un, Chromrot, Zinkgelb, Eisenoxyd, Schwefelkadmium, $0088.42 Ultramarin, Ocker, Terra di Siena, Umbra, Kienru^s, Beinschwarz, Graphit. Die $0088.43 Farben werden sehr fein mit Wasserglasl^osung oder mit abgerahmter Milch, die mit $0088.44 gleich viel Wasser verd^unnt ist, abgerieben. Die mit Wasserglas bereiteten Farben $0088.45 kommen unter dem Namen #.>Silikatfarben#.< in den Handel; sie sind vor Ber^uhrung $0088.46 mit Luft zu sch^utzen, da sich sonst Kiesels^aure gallertartig ausscheidet. Zur Her-<-P> $0 @@3@ ---------- $0088.47
__
__Die Putzfl^achen, welche Wasserglasanstriche erhalten sollen, m^ussen ausgetrocknet $0089.07 sein, da etwa vorhandener Aetzkalk das Wasserglas rasch zersetzt; der Putzgrund $0089.08 mu^s andererseits aber auch rein sein, also noch nicht andere Anstriche gehabt $0089.09 haben. Auf der Vernachl^assigung dieser Vorsichtsma^sregeln m^ogen viele Mi^serfolge $0089.10 der stereochromischen Anstriche beruhen.
$0089.11__Die letzteren bekommen Glanz, wenn man sie ein- oder zweimal mit reinem $0089.12 Wasserglas ^uberzieht. Mit Vorteil kann man solche Ueberz^uge auch ^uber Kalk- $0089.13 wei^se und Kalkfarbenanstrichen anbringen, die dadurch viel haltbarer und fester $0089.14 werden; doch mu^s vorher eine Probe angestellt werden, da manche Farben sich $0089.15 unter der Einwirkung des Wasserglases abl^osen.
$0089.16__Stereochromische Anstriche k^onnen auch auf ungeputzten Quader- und Back- $0089.17 steinmauern ausgef^uhrt werden; jedoch ist auch hierbei vorher zu untersuchen, wie $0089.18 das Steinmaterial sich zum Wasserglas verh^alt.
$0089.19__Um dem Mauerputz Schutz gegen die Einwirkungen der Luft und des Regen-
__Die eben besprochenen Anstriche werden, au^ser in der Absicht zu sch^utzen,
__Die Mittel, deren die malerische Ausschm^uckung zu ihrer Ausf^uhrung bedarf, $0089.37 sind zwar zum gro^sen Teile dieselben, wie sie bei den Anstricharten angewendet $0089.38 werden; in der Regel bedient man sich aber ausgedehnterer Vorkehrungen, um den $0089.39 durch K^unstlerhand ausgef^uhrten ornamentalen oder fig^urlichen Malereien die gr^o^st- $0089.40 m^oglichste Dauer zu verschaffen. Leider ist es f^ur unser nordisches Klima bis jetzt $0089.41 nicht gelungen, diese in Verh^altnis zu bringen zu der der monumentalen Bauwerke $0089.42 selbst, in deren architektonischen Ausstattung dieselben ein nicht unwesentliches Glied $0089.43 zu bilden bestimmt sind. Auch die viel versprechende #/+Keim#/-'sche Mineralmalerei $0089.44 mu^s in dieser Beziehung noch die Probe bestehen. Unerreichbar in ihrer Dauer<-P> $0 @@3@ ---------- $0089.45
__
__Ueber die malerische Ausschm^uckung in Oelfarben, ^uber die in bautechnischer $0090.04 Beziehung hier nichts Neues weiter beizubringen ist, kann ganz hinweggegangen $0090.05 werden; ebenso k^onnen wir uns mit der Freskomalerei, die f^ur die Anwendung im $0090.06 Freien sich als zu wenig dauerhaft erwiesen hat, sehr kurz fassen.
$0090.07__Eine vorz^uglich f^ur den k^unstlerischen Schmuck von Putzfl^achen geeignete Mal- $0090.08 weise ist die des #/+Sgraffito#/-#H:159#G:). Bei demselben wird ein dunkler Putzgrund mit einer $0090.09 hellen T^unche ^uberzogen und aus dieser letzteren, solange der Putz noch feucht $0090.10 ist, die Zeichnung herausgekratzt, so da^s dieselbe sich in dunklen Umrissen abhebt $0090.11 und durch Schraffierungen K^orperschatten erhalten kann. Es ist aber nicht aus- $0090.12 geschlossen, namentlich bei Ornamenten, durch Fl^achenabhebung die Zeichnung $0090.13 dunkel auf hell oder umgekehrt erscheinen zu lassen. Es darf, wie bei der Fresko- $0090.14 malerei, an einem Tag nur so viel Putz fertig gestellt werden, als man mit Malerei $0090.15 zu bedecken vermag. Dies bedingt rasches, nicht ^angstliches Arbeiten und einfache, $0090.16 nicht kleinliche Behandlung des Kartons, was aber gerade monumentaler und zur $0090.17 architektonischen Gliederung der Fassaden passender Wirkung f^orderlich ist.
$0090.18__Die Dauer der #/+Sgraffito-#/-Malereien ist abh^angig zun^achst von der des Kalk- $0090.19 wei^se^uberzuges, also von dem Haften dieses auf dem Untergrunde, und dann vom $0090.20 festen Zusammenhang der einzelnen Schichten dieses letzteren. Demnach mu^s der $0090.21 gesamte Putz eine innig zusammenh^angende feste Masse bilden, die nur langsam $0090.22 trocknen darf, um Zeit zur Ausf^uhrung gr^o^serer Bildfl^achen zu gew^ahren. Dies $0090.23 bedingt aber ^ubrigens wie bei allen malerischen Ausschm^uckungen, abgesehen von $0090.24 den Ma^snahmen zur Erzielung eines dunklen Untergrundes, eine besonders vor- $0090.25 sichtige Behandlung des Putzes. Hierin, wohl aber auch oft in dem Bestreben, die $0090.26 einfache Kunstweise der schwarzen Zeichnung auf wei^sem Grunde durch bunte $0090.27 Farbenwirkungen zu ersetzen, mag der Grund f^ur die h^aufig zu treffende geringe $0090.28 Dauer moderner #/+Sgraffiti#/- liegen. Das Verfahren der italienischen Erfinder (wie $0090.29 man annimmt, des XV. Jahrhundertes) ist uns nicht gen^ugend bekannt; es w^are $0090.30 vielleicht auch f^ur unser Klima nicht passend. Wir thun daher gut, uns an die- $0090.31 jenigen neueren Ausf^uhrungsweisen zu halten, die wirklich dauerhafte Ergebnisse $0090.32 geliefert haben. Unter diesen steht immer noch obenan diejenige #/+G. Semper#/-'s, $0090.33 welcher auch das Verdienst hat, das #/+Sgraffito#/- zuerst wieder in Deutschland ein- $0090.34 gef^uhrt zu haben.
$0090.35__
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__Die auf den sorgf^altigst hergestellten Putzgrund aufgepauste Zeichnung wird mit $0091.37 eisernen Griffeln eingegraben. Die Form der letzteren ist nach dem Belieben des $0091.38 Malers verschieden, entweder mei^sel-, l^offel- oder messerartig. Auch wendet man $0091.39 besondere Werkzeuge zum Ziehen von parallelen Linien oder konzentrischen Kreisen $0091.40 an. Fortlaufende Ornamente, wie M^aander, Flechtb^ander u. s. w., k^onnen mit Hilfe $0091.41 von Blechschablonen ausgeschnitten werden. Zweckm^a^sig ist es jedenfalls, die $0091.42 unteren Kanten der eingeschnittenen oder eingekratzten Linien nach au^sen schr^ag $0091.43 abfallen zu lassen, damit das Regenwasser nicht auf den Vorspr^ungen stehen $0091.44 bleiben kann.
$0091.45__
__Eine der ^altesten Malweisen mit bunten Farben ist die der Freskomalerei, welche<-P>
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__
__Die Herstellung desselben unterscheidet sich ^ubrigens nicht von der des gew^ohn- $0092.07 lichen. Nachdem die Fugen ausgeschwei^st sind, wird ein Berapp aus grobem, $0092.08 wom^oglich mit Kieseln vermengtem Kalkm^ortel aufgetragen, auf welchen, nachdem $0092.09 derselbe vollst^andig trocken, aufgekratzt und angefeuchtet worden ist, ein zweiter $0092.10 Ueberzug kommt. Auf diesen folgt nach starker Anfeuchtung der eigentliche Mal- $0092.11 grund aus einem sehr sorgf^altig mit geschl^ammtem und fein gesiebtem Sande und $0092.12 sehr lange (1 Jahr) eingesumpftem Kalke bereiteten M^ortel. Nach dem vollst^andigen $0092.13 Ebnen, bezw. Gl^atten des Malgrundes wird die Zeichnung aufgepaust und das Auf- $0092.14 tragen der Farben (Wasserfarben, die durch Aetzkalk nicht ver^andert werden) m^og- $0092.15 lichst rasch vorgenommen. Die Farben dringen in den Putz ein und werden beim $0092.16 Trocknen desselben mit einer d^unnen Haut von kohlensaurem Kalk ^uberzogen, welche $0092.17 wesentlich die Dauer desselben bedingt. #/+Gottgetreu#/-#H:163#G:) h^alt das Gl^atten des Putzes $0092.18 der Dauerhaftigkeit der Malerei nicht f^orderlich; dem widerspricht die Uebung der $0092.19 R^omer, welche f^ur ihre Freskomalereien einen m^oglichst glatten, f^ormlich polierten $0092.20 Putz aus Marmorstuck anwendeten#H:164#G:).
$0092.21__Die Freskomalerei erlaubt, wie das #/+Sgraffito,#/- keine ^angstliche, sondern verlangt $0092.22 einfache, gro^se Behandlung und setzt eine genaue Kenntnis des Verhaltens der $0092.23 Farben voraus, die beim Auftragen einen anderen Ton zeigen, als sp^ater. Pr^ufen $0092.24 kann man die gemischten Farben auf einem St^uck Umbra, welche das Wasser der- $0092.25 selben rasch anzieht und sie sogleich im Zustande der Trockenheit zeigt.
$0092.26__Verbesserungen von verfehlten Stellen sind nicht gut m^oglich; dieselben m^ussen $0092.27 beseitigt und neu auf frischem Putze wiederholt werden.
$0092.28__Die Freskomalereien haben nicht die st^orenden Glanzlichter, wie die in Oel- $0092.29 farben ausgef^uhrten; leider haben die neueren Ausf^uhrungen in unserem Klima, $0092.30 namentlich an den Wetterseiten, nur verh^altnism^a^sig geringe Dauer bewiesen. Sie $0092.31 k^onnen nur in den Sommermonaten ausgef^uhrt werden.
$0092.32__Gut bew^ahrt haben sich nach Art des Fresko hergestellte Fassadenanstriche. $0092.33 Nach #/+Gottgetreu#/- soll es zweckm^a^sig sein, solche Anstriche nicht gleichm^a^sig, sondern $0092.34 mit einer Quader- oder sonstigen Feldereinteilung auszuf^uhren#H:165#G:).
$0092.35__
__Um die Schwierigkeiten der Freskomalerei zu vermeiden und um witterungs- $0092.38 best^andigere Malereien zu erzielen, wurde die Stereochromie, die Malerei mit Hilfe $0092.39 des Wasserglases, erfunden. W^ahrend man bei den stereochromischen Anstrichen<-P> $0 @@3@ ---------- $0092.40
__
__
__
__
__Ein f^ur die Stereochromie geeigneter Malgrund soll eine durch und durch $0093.06 gleiche, steinartige Festigkeit besitzen, soll mit der Mauer unzertrennbar verbunden $0093.07 und wei^s sein, sowie gut und ^uberall gleichm^a^sig die Farben einsaugen. Diesen $0093.08 Forderungen soll der in Bayern 1866 patentierte, von #/+Schweizer#/- erfundene Malgrund $0093.09 entsprechen.
$0093.10__
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__Auf den fertigen Malgrund wird unter ^ofterem Anfeuchten desselben mit in $0093.23 Wasser angeriebenen Farben gemalt, welche mit R^ucksicht auf ihr Verhalten zum $0093.24 Wasserglas vorsichtig gew^ahlt werden m^ussen. Schlie^slich wird das Gem^alde durch $0093.25 Bespritzen mit Wasserglas (sog. Fixierungswasserglas) gefestigt, und zwar mittels $0093.26 Spritzen, die dasselbe staubartig verteilen.
$0093.27__Die stereochromischen Malereien sind glanzlos, wie die #/+al fresco#/- ausgef^uhrten; $0093.28 sie sind aber bei weitem bequemer herzustellen, wie diese und mit geringeren $0093.29 Schwierigkeiten in der Farbengebung, als bei der letzteren. Immerhin macht sich $0093.30 unangenehm bemerklich, da^s viele Farben infolge des freien Alkalis im Wasserglas $0093.31 nachtr^aglich nach dem Fixieren einen dunkleren oder helleren Ton annehmen#H:169#G:).
$0093.32__Die Beschr^ankungen, welche die Fresko- und stereochromische Malerei in Bezug
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__
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__ __Eine ganz wesentliche Verbesserung der Stereochromie ist die auf deren Grund-
$0094.02 lage beruhende, von #/+Keim#/- erfundene sog. Mineralmalerei. Wie bei ersterer zerf^allt
$0094.03 das neue Verfahren in die drei Teile: Herstellung eines Untergrundes und eines Mal-
$0094.04 grundes, Malen und Fixieren der Farben. Die Verbesserungen erstrecken sich auf
$0094.05 alle drei Abschnitte der Ausf^uhrung und lassen gr^o^sere Wetterbest^andigkeit, einen
$0094.06 sehr gut und gleichm^a^sig saugenden, wei^sen Malgrund, durch das Fixieren nicht
$0094.07 ver^anderliche Farben, welche infolge ihrer Zusammensetzung selbst zur Verfesti-
$0094.08 gung der Malerei beitragen, und Vermeidung des Auswitterns freier Alkalien er-
$0094.09 reichen. __ __ __ __ __
__
__
__Unter Mosaik in engerem Sinne verstehen wir die Herstellung von farbigen
__Die einfachste Art des Mosaik ist jene, bei welcher in einen starken Kalk- $0095.13 m^ortelputz kleine Steine, wie St^ucke von zerschlagenem Granit, Porphyr, Feuer- $0095.14 stein u. s. w. mit der Hand so eingedr^uckt werden, da^s sie eng aneinander $0095.15 schlie^sen und in eine Ebene zu liegen kommen. Dabei k^onnen auch Muster erzeugt $0095.16 werden. Man nennt diese Art der Wandausschm^uckung h^aufig #s+Mosaik-#s- oder $0095.17 #s+musivischen Putz.#s-
$0095.18__Von dieser Art unterscheidet sich das #s+W^urfelmosaik#s- nur dadurch, da^s $0095.19 die Steine die Gestalt von 8 bis 12#H:mm#G: breiten W^urfeln erhalten, die sich nach der $0095.20 Unterseite etwas verj^ungen. Je nach der Linienf^uhrung oder Modellierung des dar- $0095.21 zustellenden Gegenstandes zerschl^agt man jedoch die Steine auch in andere geeignetere $0095.22 Formen. Man verwendet dazu besonders Marmor, Jaspis, Basalt, Serpentin, Porphyr, $0095.23 Granit, Syenit u. s. w. und dr^uckt sie in einen frischen Putz nach Ma^sgabe der $0095.24 vorher aufgepausten Zeichnung. Es steht aber nichts im Wege, die Anfertigung des $0095.25 Bildes in der bequemeren neuen Weise des nachher zu besprechenden Glasmosaiks $0095.26 vorzunehmen. Sollten die Gem^alde dem Auge des Beschauers nahe stehen, so kann $0095.27 man sie schleifen.
$0095.28__An Stelle der nat^urlichen Steine kommen auch St^ucke von gebranntem Thon $0095.29 von verschiedenen Farben zur Anwendung. Ein au^serordentlich festes und dauer- $0095.30 haftes Material dieser Art liefert die Fabrik von #/+Villeroy {et} Boch#/- in Mettlach unter $0095.31 dem Namen #s+Chromolith.#s-
$0095.32__F^ur Fassadenschmuck scheint jetzt das namentlich von den Byzantinern an- $0095.33 gewandte und deswegen als #s+byzantinisches,#s- oder wegen der in Venedig bis $0095.34 heutigen Tages erhaltenen Anfertigungsweise #s+venetianisches Mosaik#s- bezeichnete $0095.35 #s+Glasmosaik#s- wieder in Aufnahme kommen zu sollen, wof^ur bekannte Beispiele die $0095.36 Siegess^aule und das Kunstgewerbemuseum in Berlin bieten. Seine Vorz^uge bestehen $0095.37 in der gr^o^seren Auswahl und Leuchtkraft der Farben und dem lebhaften Glanz $0095.38 und Schimmer derselben. Die Arbeit beginnt mit der Herstellung der Glaspasten. $0095.39 Dies sind in den verschiedensten Farben und Farbt^onen gegossene Glastafeln von $0095.40 10 bis 12#H:mm#G: Dicke, welche in 10 bis 15#H:mm#G: breite Streifen geschnitten und dann $0095.41 mit einem scharfen Stahlhammer in w^urfelf^ormige oder nach Bed^urfnis auch l^angere $0095.42 St^ucke zerschlagen werden. F^ur die Bildung der Umri^slinien verwendet man au^ser- $0095.43 dem noch flache St^abe, meist von dunklem, gl^anzendem Glase, die mit kleinen Zangen $0095.44 in kurze St^ucke zerbrochen werden. Die stark gl^anzenden Bruchfl^achen kommen $0095.45 im Bilde zur Ansicht. Die Pasten sind nach der Farbe verschieden teuer; einige,<-P> $0 @@3@ ---------- $0095.46
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__Die m^uhsame Arbeit des Einsetzens der Glasst^ucke in den Wandputz ist jetzt $0096.07 durch ein bequemeres Verfahren verdr^angt worden. Das Gem^alde wird in der Werk- $0096.08 st^atte als Spiegelbild auf einen starken Karton ^ubertragen und auf diesen werden $0096.09 dann die Glasw^urfel mit Kleister befestigt, so da^s die k^unftige Ansichtsfl^ache nach $0096.10 unten zu liegen kommt. Vor dem Ankleben werden die Pasten aneinander gepa^st $0096.11 und dann auf einem feinen Schleifstein etwas pyramidal geschliffen, so da^s sie sich $0096.12 in den Kanten genau ber^uhren. Werden die Bilder hoch angebracht, so legt man $0096.13 die Pasten mit der Bruchfl^ache nach unten, wodurch sie einen schimmernden Glanz $0096.14 bekommen. Kommen sie jedoch nahe an das Auge des Beschauers zu stehen, so $0096.15 wird die Gu^sfl^ache nach unten genommen. Ueber das Ganze wird ein feiner, schnell $0096.16 bindender Cement oder ein Oelkitt (aus gepulvertem Kalk und Firni^s) gegossen, $0096.17 welcher alle Zwischenr^aume ausf^ullt. Anwendung von Cement ist wegen der Aus- $0096.18 schwitzungen immer bedenklich. F^ur die Versendung wird die fertige Tafel in $0096.19 einzelne mit Nummern zu versehende Teile zerschnitten. Diese werden dann an $0096.20 den Putz der Wand, so lange derselbe noch frisch ist, angedr^uckt und angekittet. $0096.21 Das aufgeweichte Papier wird abgeschabt, und das Bild ist fertig, wenn es nicht $0096.22 etwa noch geschliffen oder poliert werden soll. Das Festsitzen der Pasten kann man $0096.23 durch leichtes Anschlagen mit einem h^olzernen Hammer untersuchen.
$0096.24__Bei der Ausschm^uckung der Kuppel des Aachener M^unsters ist in einer etwas $0096.25 anderen, empfehlenswerteren Weise verfahren worden#H:174#G:). Die auf den Karton ge- $0096.26 klebten Mosaiksteine wurden nicht in der Werkst^atte mit einem M^ortel vergossen, $0096.27 sondern in den frischen Wandputz so eingedr^uckt, da^s alle Fugen zwischen den- $0096.28 selben sich f^ullten. Dadurch wird jedenfalls mit mehr Sicherheit eine dauernde Ver- $0096.29 bindung erzielt. Der Putz bestand aus Marmor, Kalk und Sand, und um denselben $0096.30 recht fest mit der Wand zu verbinden, waren in das Mauerwerk in Abst^anden von $0096.31 etwa 5#H:cm#G: dreieckige, wagrechte Rillen eingearbeitet worden. Die Helligkeit der $0096.32 sichtbar bleibenden wei^sen M^ortelfugen wurde in der Weise ged^ampft, da^s man $0096.33 die einzelnen Teile des Bildes in ihrer Hauptfarbe ^ubermalte. Die Farbe wurde $0096.34 dann durch Waschen mit S^aure beseitigt, wobei dieselbe aber am M^ortel haften $0096.35 bleibt. Bei alten Mosaiken erreichte man dasselbe Ziel durch eine f^ormliche Unter- $0096.36 malung#H:175#G:), was bei der fr^uheren Art des Eindr^uckens der einzelnen Mosaiksteine $0096.37 nicht nur dem Mosaikk^unstler die Arbeit erleichterte, sondern auch die vorherige $0096.38 Beurteilung der Wirkung des Bildes an Ort und Stelle erm^oglichte#H:176#G:).
$0 @@3@ ---------- $0096.39__
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__ __Eine Ver^anderung in der Herstellung des Glasmosaik hat #/+Sander#/- erfunden#H:177#G:).
$0097.02 Die Mosaiksteine werden nicht durch Zerschlagen von Glasplatten gewonnen, sondern
$0097.03 als prismatische oder cylindrische St^abchen mit abgerundeten K^opfen gegossen. Man
$0097.04 setzt dieselben mit dem Kopfe nach unten in einem Kasten mit Glasboden nach den
$0097.05 vorgeschriebenen Mustern mit Hilfe eines Spiegels zusammen und ^ubergie^st die
$0097.06 k^unftige R^uckseite mit Asphaltkitt. Die so gebildeten Mosaikplatten behalten ent-
$0097.07 weder ihre nat^urliche Oberfl^ache oder sie werden glatt geschliffen und poliert. __M^ortel von geeigneter Zusammensetzung und Dichtigkeit ist eine weiche Masse, __Die Herstellung der geputzten Gesimse und profilierten Einrahmungen wird im
$0097.26 n^achsten Hefte dieses #.>Handbuches#.< (unter D) besprochen werden, w^ahrend es sich
$0097.27 hier um die Ausf^uhrung der Fl^achenausschm^uckungen handelt. Diese kann in der
$0097.28 Verzierung von fortlaufenden Friesen oder einzelner Felder oder Medaillons bestehen;
$0097.29 sie kann entweder unmittelbar an der Wand selbst oder in Form von sp^ater zu be-
$0097.30 festigenden Platten in der Werkst^atte ausgef^uhrt werden. Die erstere Behandlungs-
$0097.31 weise ist die k^unstlerischere und in den Bl^utezeiten der Stuccaturtechnik besonders
$0097.32 zur Anwendung gekommen; die zweite ist die bequemere, fabrikm^a^sig auszu^ubende;
$0097.33 es ist die des Gips- und Cementgusses, die aber auch noch in anderen k^unstlichen
$0097.34 Steinarten angewendet wird. __Ueber die Bereitung eines f^ur die Anwendung im Freien tauglichen Stuck- __Handelt es sich um die Herstellung weit vorspringender Reliefs, so mu^s man
$0097.38 nach #/+Rondelet#/-#H:178#G:) zun^achst eine Anlage mit dem erw^ahnten Puzzolanm^ortel machen,
$0097.39 bezw. nach Ma^sgabe des Vorsprunges eingeschlagene N^agel oder Eisenst^ucke benutzen.
$0097.40 Das Eisen ist gegen das Rosten durch Eintauchen in hei^ses Oel oder Verzinken
$0097.41 oder Verbleien zu sch^utzen. Nach dem Austrocknen wird dann die Anlage wieder<-P>
$0 @@3@ ----------
$0097.42 <-P> __ __
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__Bei schwach vorspringenden Reliefs ^uberzieht man den rauhen, angen^a^sten $0098.14 Wandbewurf mit einer etwa 5#H:mm#G: dicken Stuckschicht, gleicht diese mit dem R^ucken $0098.15 der Kelle ab, um sie zusammenzudr^ucken und ihr dadurch mehr Festigkeit zu geben, $0098.16 und gl^attet sie dann mit etwas rauher, durchn^a^ster Leinwand. Auf diesem Grunde $0098.17 wird dann die Zeichnung der Umrisse des Ornamentes mit Kohle aufgepaust und $0098.18 dann letzteres in Marmorstuck aufmodelliert. Dabei mu^s die Arbeit von Zeit zu $0098.19 Zeit angen^a^st werden. Bei etwas st^arkeren Vorspr^ungen schafft man mehr Halt- $0098.20 barkeit durch Einschlagen einiger kleiner, breitk^opfiger N^agel.
$0098.21__Wegen ihrer Billigkeit finden sehr h^aufig die aus Gips gegossenen Ornamente $0098.22 zum Fassadenschmuck Verwendung#H:179#G:), welche man gew^ohnlich auch als aus Stuck $0098.23 hergestellt bezeichnet.
$0098.24__Sie werden mit einem aus Gips und Kalk bereiteten M^ortel an den W^anden $0098.25 befestigt. Diese Befestigung hat, wegen der Gefahren, die durch das Abl^osen und $0098.26 Herabst^urzen f^ur Vor^ubergehende sich ergeben, mit der gr^o^sten Vorsicht zu erfolgen. $0098.27 Deshalb sind auch bei schwereren St^ucken noch Bankeisen oder Haken zu verwenden, $0098.28 welche gegen das Rosten gesch^utzt werden m^ussen.
$0098.29__Da die nur aus Gips hergestellten Ornamente sehr wenig fest und witterungs- $0098.30 best^andig sind, so verwendet man verschiedene Mittel, um sie zu h^arten und dauer- $0098.31 hafter zu machen.
$0098.32__Das H^arten erfolgt h^aufig durch Behandlung des Gipses oder des fertigen $0098.33 St^uckes mit Alaunl^osung. Hier^uber, sowie ^uber andere Verfahrungsweisen wird auf $0098.34 untenstehende Quellen verwiesen#H:180#G:).
$0098.35__Zum Schutz gegen Witterungseinfl^usse benutzt man gew^ohnlich Oelfarbenanstrich, $0098.36 der aber oft erneuert werden mu^s und deshalb die Formen stumpf macht. Das $0098.37 blo^se Tr^anken mit hei^sem Lein^ol, was sonst ganz zweckm^a^sig w^are, gibt dem $0098.38 Gips eine schmutzig gelbe Farbe. Kostspielig ist die Behandlung mit geschmolzenem, $0098.39 wei^sem Wachs, etwas billiger als diese die mit Stearins^aure. Empfohlen wird ein $0098.40 Anstrich der ganz trockenen St^ucke mit folgendem Gemisch: 3 Teile gekochtes $0098.41 Lein^ol, {1/6} vom Gewicht des Lein^ols Silbergl^atte (Bleioxyd) und 1 Teil Wachs#H:181#G:).
$0098.42__Zur Herstellung eines dauerhaften Anstriches mit Kalkfarbe wird empfohlen, die $0098.43 Gipsteile, wie die ganze Fassade zun^achst mit Seifenl^osung anzustreichen und dann<-P> $0 @@3@ ---------- $0098.44
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__
__In neuerer Zeit finden sehr ausgedehnte Anwendung die aus Portlandcement
__Lebhafte Farben sind durch Zumischung von Farbk^orpern zur Cementmasse
__
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__Das Verfahren, welches bei vorsichtiger Ausf^uhrung gute Ergebnisse, sowohl in $0099.29 Bezug auf F^arbung als Dauerhaftigkeit, geliefert hat, kann au^ser auf plastische $0099.30 Ornamente auch auf Cementputzfl^achen angewendet werden.
$0099.31__Zur Herstellung von Ornamenten f^ur Fassaden werden auch verschiedene k^unst-
__Die au^serordentliche Verbreitung des Putzbaues im landl^aufigen Sinne des
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__
__Wie im vorhergehenden Bande dieses #.>Handbuches#.< (Art. 8, S. 9) ausgef^uhrt $0100.25 wurde, werden zur Herstellung von Steinkonstruktionen auch Stoffe des Steinreiches $0100.26 verwendet, welche aus einem allm^ahlich weichen Zustande in einen harten und festen $0100.27 ^ubergehen. Dieses Ziel kann auf verschiedenen Wegen mit den in Betracht kommen- $0100.28 den Stoffen erreicht werden, und zwar: durch Zusammenstampfen und Austrocknen $0100.29 an der Luft bei Erde und Lehm -- Erdstampfbau und Lehmstampfbau (Erdpis%/e $0100.30 und Lehmpis%/e); durch Ausnutzen der chemischen Eigenschaften der M^ortel mit oder $0100.31 ohne Zuhilfenahme der k^unstlichen Dichtung -- Kalksandstampfbau (Kalksandpis%/e), $0100.32 Beton -- und endlich durch Erstarrenlassen geschmolzener Massen, wie beim Asphalt -- $0100.33 Asphaltbeton.
$0100.34__Die hier aufgez^ahlten Verfahrungsweisen m^ogen wohl geschichtlich in dieser $0100.35 Reihenfolge zur Anwendung gekommen sein. Wir werden sie daher auch in der- $0100.36 selben durchsprechen, obwohl in Beziehung auf Wichtigkeit eigentlich mit dem Beton $0100.37 begonnen werden m^u^ste.
$0100.38__Die genannten Stoffe werden bei der Herstellung von Mauern in Formen ge- $0100.39 f^ullt, die entweder nach Erreichung eines gewissen Festigkeitsgrades wieder entfernt $0100.40 werden oder welche dauernd mit denselben verbunden bleiben. Die ersteren werden $0100.41 aus Holz oder Eisen, bezw. durch Verbindung dieser beiden Baustoffe gebildet; $0100.42 die letzteren beschafft man bei Grundmauern durch die Wandungen der im Erd-<-P> $0 @@3@ ---------- $0100.43
__
__Das in Frage kommende k^unstliche Dichten der Massen wird durch Stampfen $0101.04 erreicht, weshalb diese Mauerwerke nach dem Franz^osischen oft Pis%/ebauten#H:186#G:) ge- $0101.05 nannt werden, w^ahrend wir sie hier im allgemeinen als Stampfmauerwerke bezeichnen. $0101.06 Die Anwendung des Stampfens setzt eine gen^ugende Widerstandsf^ahigkeit der Formen $0101.07 gegen die durch dasselbe erzeugten Seitendr^ucke voraus, was bei den durch blo^ses $0101.08 Einf^ullen oder Eingie^sen hergestellten Gu^smauerwerken nicht in demselben Grade $0101.09 notwendig ist. Von einem eigentlichen Gie^sen kann hierbei aber nur bei Gips und $0101.10 Asphalt die Rede sein, w^ahrend die ^ubrigen f^ur solche Mauern verwendeten M^ortel- $0101.11 materialien in einem ziemlich trockenen Zustande eingef^ullt werden m^ussen.
$0101.12__Stampfmauerwerke sind bei weitem h^aufiger, als Gu^smauerwerke. Im allge- $0101.13 meinen sind aber jetzt beide Verfahren von einer mehr untergeordneten Bedeutung $0101.14 f^ur den Hochbau, w^ahrend sie bei den V^olkern des Altertums zum Teile eine her- $0101.15 vorragende Rolle spielten. Am wichtigsten ist heutigen Tages der Beton, obgleich $0101.16 er f^ur die Herstellung von aufgehendem Mauerwerk in Deutschland trotz vielseitiger $0101.17 Bestrebungen auch noch nicht recht festen Fu^s hat fassen k^onnen, was ihm in Eng- $0101.18 land und Frankreich mehr gelungen zu sein scheint.
$0101.19__Aus den f^ur Gu^s- und Stampfmassen verwendeten Stoffen werden auch k^unst- $0101.20 liche Steine in regelm^a^sigen Formen hergestellt, welche schon fr^uher (siehe Art. 30 $0101.21 bis 35, S. 42 bis 44) eine zumeist kurze Besprechung fanden.
$0101.22 @z__Zur Herstellung der Mauern aus Erd- oder Lehmstampfmasse ist jede nicht zu
__Das Beimengen von Steinen, auch von Kalksteinen, ist durchaus nicht sch^adlich, $0101.40 wenn sie nicht die Nu^sgr^o^se ^uberschreiten; auch die im Lehm sonst vorkommenden $0101.41 Gemengteile schaden nichts, wenn sie nicht leicht verwitterbar sind; die Erde darf $0101.42 jedoch keinen Humus enthalten, weshalb Acker- oder Gartenerde nicht brauchbar ist.
$0 @@3@ ---------- $0101.43__
__
__
__Vor der Verwendung bedarf die gegrabene Masse einer Vorbereitung, die in $0102.02 einem t^uchtigen Durcharbeiten mit dem Spaten, wobei gro^se Steine und Wurzeln $0102.03 ausgelesen werden, sowie mitunter im Durchwerfen durch ein grobes, oft aus Flecht- $0102.04 werk hergestelltes Sieb besteht, welches die Steine, die gr^o^ser als eine welsche $0102.05 Nu^s sind, zur^uckh^alt.
$0102.06__Behu^s Ausf^uhrung von W^anden wird die richtig vorbereitete Erde in die
$0102.07 sp^ater zu beschreibenden Formkasten, in Schichten von etwa 10#H:cm#G: Dicke, einges^ullt
$0102.08 und so stark mit dem schon erw^ahnten St^o^ser gestampft, da^s diese Dicke auf un-
$0102.09 gef^ahr 5#H:cm#G: verringert wird. Den richtigen Grad der Zusammenpressung erkennt
$0102.10 man daran, da^s auf der Oberfl^ache durch das Sto^sen keine Eindr^ucke mehr her-
$0102.11 vorgebracht werden k^onnen. Nach vollst^andigem F^ullen des Formkastens wird der-
$0102.12 selbe im Anschlu^s an das vollendete St^uck, dieses am Ende, welches unter 60 Grad
$0102.13 oder auch 45 Grad abgeb^oscht wird, umfassend, neu aufgestellt. Ist das Mauerwerk
$0102.14 des ganzen Baues in dieselbe Gleiche gebracht, so beginnt man mit einem neuen
$0102.15 H^ohenabschnitt. Die H^ohe des letzteren ist von der des Formkastens und der
$0102.16 Herstellungsweise desselben abh^angig, aber immer mindestens um 8 bis 10#H:cm#G: geringer,
$0102.17 um welches Ma^s man den unteren Mauerteil umfassen l^a^st. Die H^ohe der Seiten-
$0102.18 w^ande der Formen wird von den verschiedenen Schriftstellern von 0,
__Bei eintretendem Regenwetter hat man die Mauern w^ahrend der Nacht durch $0102.26 ein leichtes, nach beiden Seiten etwas ^uberragendes Bretterdach zu sch^utzen.
$0102.27__Hat man die beabsichtigte Stockwerksh^ohe erreicht, so wird die Balkengleiche $0102.28 hergestellt und ein Falz f^ur die nur f^ur das Dachgeb^alk unbedingt erforderliche $0102.29 Mauerlatte eingehauen. Der Platz f^ur die Balkenk^opfe von Zwischengeb^alken kann $0102.30 auch unmittelbar durch Einhauen in die Mauern beschafft und ^uber denselben das $0102.31 Stampfen fortgesetzt werden.
$0102.32__Infolge von nicht genau lotrecht gestellten oder aus dem Lot gewichenen $0102.33 Formger^usten, sowie von nicht gen^ugend festgestampften unteren Schichten ergeben $0102.34 sich in den Wandfl^achen mitunter Ausbauchungen. Diese k^onnen durch Abhauen $0102.35 mit einem Beile beseitigt werden.
$0102.36__Die gew^ohnliche Art, Fenster- und Th^ur^offnungen in den W^anden anzubringen, $0102.37 besteht in der Aufstellung von h^olzernen Zargen, gegen welche und ^uber welche $0102.38 die Erde gestampft wird. Doch kommen auch aus Backsteinen oder Hausteinen $0102.39 aufgemauerte, bezw. ^uberw^olbte Einfassungen in Anwendung, welche aber die Aus- $0102.40 f^uhrung wesentlich verteuern und ebenso, wie die h^olzernen Zargen, noch andere $0102.41 Unannehmlichkeiten an sich haben. Das empfehlenswerteste, auch das Ausf^uhren $0102.42 der W^ande sehr erleichternde und vereinfachende Verfahren ist daher wohl das von $0102.43 #/+Sch^uler#/-#H:189#G:) angewendete, nach welchem man die Mauern ganz ohne R^ucksicht auf $0102.44 die Oeffnungen in einem St^ucke aufstampft, auf denselben die Umgrenzungen der $0102.45 Oeffnungen aufzeichnet und dann diese aushaut. Die Kanten sollen bei einiger Vor- $0102.46 sicht stehen bleiben; auch ist die gestampfte Masse fest genug, um sich ^uber den<-P> $0 @@3@ ---------- $0102.47
__
__Das immerhin schwierige Aushauen der Oeffnungen d^urfte mit Vorteil durch $0103.07 das von #/+Berndt#/-#H:190#G:) empfohlene Auss^agen ersetzt werden.
$0103.08__Die Formenger^uste zur Herstellung der Erdstampfbauten sind nach zwei Haupt-
__Gegen diese St^ander lehnen sich die aus 5 bis 6#H:cm#G: starken Bohlen hergestellten
$0103.15 Formbretter oder Formtafeln von 30 bis 90#H:cm#G: H^ohe, zwischen welche die Erde
$0103.16 gestampft wird und die daher in der der beabsichtigten Mauerdicke entsprechenden
$0103.17 Entfernung aufgestellt werden m^ussen. Die St^ander
$0103.18
__F^ur die unteren Querriegel m^ussen im Sockel $0103.33 L^ocher ausgespart und in schon fertigen Wand- $0103.34 st^ucken eingehauen werden. Diese L^ocher werden $0103.35 nach Fertigstellung des Geb^audes ausgemauert.
$0103.36__An Stelle der h^olzernen Querriegel benutzt man mitunter eiserne Spindeln.
$0103.37__F^ur die Ecken kommen entweder diagonal gestellte B^ocke in Anwendung, $0103.38 oder die gew^ohnlichen Formen werden durch ein Kopfbrett geschlossen und ab- $0103.39 wechselnd die eine oder die andere Wand bis zur ^au^seren Flucht durchgef^uhrt.
$0103.40__Die zweite Art der Formenger^uste ist einfacher, leichter zu handhaben und $0103.41 deshalb den eben beschriebenen vorzuziehen, von denen sie sich durch den Mangel $0103.42 der einzeln aufzustellenden Querjoche unterscheiden.
$0103.43__Die einfachste Art dieser Ger^uste besteht aus Formbrettern von etwa 30 bis $0103.44 36#H:cm#G: H^ohe, die auf der Au^senseite durch aufgenagelte Leisten gegen das Werfen $0103.45 gesch^utzt sind und nur durch einen durch die Leisten gesteckten Querriegel oder<-P> $0 @@3@ ---------- $0103.46
__
__
__Mit einer solchen Form
$0104.04 kann man nur einen Mauer-
$0104.05
__Noch mehr f^ordern je-
$0104.17 denfalls die von #/+Sch^uler#/-#H:193#G:)
$0104.18 benutzten Ger^uste (Fig. 115),
$0104.19 mit welchen man durch zweimaliges Aufstellen, wie bei den beschriebenen franz^osi-
$0104.20 schen Ger^usten, die ^ubliche Wandh^ohe erzielen kann. Je ein solches Ger^ust besteht
$0104.21
__
__
__Diese Formger^uste stellt man an $0105.03 den Ecken nach beiden Richtungen $0105.04 hin auf, so da^s letztere aus dem $0105.05 Ganzen aufgestampft werden und da- $0105.06 her nur zwischen denselben auf Ver- $0105.07 band der einzelnen Abschnitte zu $0105.08 achten ist.
$0105.09__Bei allen Arten der Formen $0105.10 m^ussen die Mauerseiten der Form- $0105.11 bretter glatt gehobelt sein, damit $0105.12 beim Wegnehmen nicht Teile der $0105.13 Wandfl^achen an denselben h^angen $0105.14 bleiben.
$0105.15__Der Hauptfehler der Erdstampf-
__Zu diesen geh^ort das Einstampfen von schmalen M^ortelstreifen an den ^au^seren $0105.35 R^andern jeder Schicht, mit welchen sich der Kalkputz fest verbindet.
$0105.36__Zu weit gehend, weil die Kosten ohne wesentlichen Nutzen
$0105.37
__
__
__Mit gro^sem Vorteile will #/+Hintr^ager#/- auf den #/+v. Horsky#/-'schen G^utern bei Kolin#H:196#G:)
$0106.02 nach dem Einstampfen je einer Schicht von 13 bis 16#H:cm#G: H^ohe an den R^andern
$0106.03 Steinsplitter von etwa 8 bis 13#H:cm#G: L^ange und
$0106.04 13#H:mm#G: Dicke oder entsprechend gro^se Dach-
$0106.05
__In manchen F^allen mag der Behang $0106.17 der W^ande mit Dachpappe, welche auf h^ol- $0106.18 zernen D^ubeln zu befestigen ist, ein zweck- $0106.19 m^a^siger Ersatz f^ur Putz^uberzug sein. Die D^ubel sind mit durchgestekten Holzstiften $0106.20 in der Mauer zu verankern.
$0106.21__Die von #/+Sch^uler#/- dem Erdstampfbau zugeschriebenen Vorteile: Feuerfestigkeit, $0106.22 Dauerhaftigkeit, Holzersparnis, Einfachheit und dadurch rasche F^orderung des $0106.23 Baues, sowie Wohlfeilheit, wird man demselben in der Hauptsache gern zugestehen $0106.24 k^onnen, wenn die Ausf^uhrung innerhalb der dem Baustoff von der Natur gesteckten $0106.25 Grenzen erfolgt und alle erforderlichen Vorsichtsma^sregeln getroffen werden. Man $0106.26 wird mit Nutzen in dieser Bauweise einfache l^andliche Wirtschafts- und Wohn- $0106.27 geb^aude (aber nicht Stallungen), sowie Geb^aude f^ur mancherlei gewerbliche Zwecke $0106.28 errichten k^onnen, wenn man sich mit schmucklosen, kahlen W^anden begn^ugt. Ein- $0106.29 fachheit des Planes ist erste Grundbedingung f^ur das Entwerfen solcher Geb^aude; $0106.30 Grundrisse mit geradlinigen, nicht durch Vor- und R^uckspr^unge unterbrochenen Mauer- $0106.31 z^ugen sind allein zul^assig; die mitunter zur Ausf^uhrung gelangten Gesimse und Orna- $0106.32 mente aus Erdstampfmasse sind als dem Baustoff nicht entsprechende K^unsteleien zu $0106.33 bezeichnen.
$0106.34__Die von #/+Sch^uler#/- den Erdstampfbauten ebenfalls zugeschriebenen Vorteile der $0106.35 W^arme und Zutr^aglichkeit (gesundes Wohnen) sind dagegen nicht unbedingt zuzu- $0106.36 geben. Die W^ande bestehen aus einem schlecht w^armeleitenden Stoffe und werden $0106.37 daher wohl im Winter, wenn einmal erw^armt, gut warmhaltende R^aume liefern; $0106.38 wegen der gro^sen Dicke aber, die sie erhalten m^ussen, werden dieselben R^aume im $0106.39 Sommer nur einen kellerartigen Aufenthalt bieten k^onnen.
$0106.40__Ein gro^ser Vorzug zur Ausf^uhrung der erw^ahnten Geb^audearten in Erd- $0106.41 stampfwerk ist der Umstand, da^s sie unter Leitung nur eines sachverst^andigen $0106.42 Mannes von gew^ohnlichen Tagl^ohnern hergestellt werden k^onnen. Unter der Vor- $0106.43 aussetzung einer trockenen Lage und des Vorhandenseins passender Erde kann $0106.44 man sie ^uberall da errichten, wo der Raum zur Aufstellung der Formger^uste vor- $0106.45 handen ist, also nicht unmittelbar ansto^send an schon vorhandene Bauwerke. Die $0106.46 Festigkeit von guter Stampfmasse wird schon dadurch bewiesen, da^s man Oeffnungen $0106.47 aus den Mauern heraushauen kann; auch die Dauerhaftigkeit bezeugen viele Beispiele.
$0 @@3@ ---------- $0106.48__
__
__Auf die N^utzlichkeit dieser Bauweise f^ur den Festungsbau sei hier beil^aufig auf- $0107.05 merksam gemacht#H:198#G:).
$0107.06__F^ur ein feuchtes Klima scheint der Erdstampfbau nicht zu passen.
$0107.07 @z__Das zur Herstellung der Mauern aus Kalksandstampfmasse verwendete Material
__Gew^ohnlich wird fetter Kalk verwendet, in feuchter Lage jedoch auch hydrau- $0107.12 lischer. Das Mengenverh^altnis von Kalk zu Sand hat sich nach der Ausgiebigkeit $0107.13 des ersteren zu richten und kann zwischen 1 : 8 bis 12 schwanken. Die Materialien $0107.14 m^ussen in ihren Eigenschaften denselben Anforderungen gen^ugen, welche man bei $0107.15 Bereitung eines guten M^ortels stellt; der Kalk mu^s m^oglichst gut gel^oscht, der $0107.16 Sand rein von erdigen und anderen fremden Bestandteilen sein; der letztere darf $0107.17 jedoch Steine bis zu Nu^sgr^o^se enthalten und soll ein gemischtes Korn haben.
$0107.18__Das Mengen der Stoffe erfolgt in einer Kalkbank mit geeigneten Werkzeugen,
$0107.19 unter denen sich besonders eine von #/+Engel#/- empfohlene Mengeharke bew^ahrt haben
$0107.20 soll. Der Ersatz der Handarbeit durch Maschinen hat im allgemeinen keine guten
$0107.21 Ergebnisse geliefert, sowohl was Gleichm^a^sigkeit der Mischung, als Kosten anbetrifft.
$0107.22 Nach #/+Engel#/- sollen 4 starke und flei^sige Arbeiter im stande sein, in 2 Kalkb^anken
$0107.23 von etwa 3,
__Das Mengen kann auf zweierlei Weise erfolgen. Entweder indem man der $0107.26 Kalkmilch den Sand nach und nach zusetzt, oder indem man den Kalkbrei ohne $0107.27 Wasserzusatz in der Kalkbank t^uchtig durchknetet, mit etwa 3 Teilen Sand zu ge- $0107.28 w^ohnlichem M^ortel verarbeitet und dann erst die noch fehlende Sandmenge zugibt. $0107.29 Bei hydraulischem Kalk wird das durch trockenes L^oschen gewonnene Mehl in das $0107.30 Wasser gesch^uttet, welches in n^otiger Menge vorher in die L^oschbank gethan worden $0107.31 war, und durch t^uchtiges Umr^uhren in eine d^unne Sahne verwandelt, der dann der $0107.32 Sand zugesetzt wird.
$0107.33__Das Vermengen mu^s an einem gesch^utzten Orte vorgenommen werden; auch $0107.34 darf man auf einmal nicht mehr Kalksandmasse bereiten, als an demselben Tage ver- $0107.35 stampft werden kann. Etwaige Reste sind durch Ueberdecken mit feuchten T^uchern $0107.36 gegen Austrocknen zu sch^utzen.
$0107.37__Ein Urteil ^uber die richtige Menge des zuzusetzenden Wassers kann nur durch $0107.38 Erfahrung gewonnen werden, da auf dieselbe der Feuchtigkeitsgrad der Luft und $0107.39 des Sandes von Einflu^s sind. Zu trockener Sand mu^s vor dem Vermengen mit $0107.40 dem Kalk etwas angefeuchtet werden; doch ist dann die Kalkmilch weniger zu ver- $0107.41 d^unnen. Das fertige Gemisch mu^s das Ansehen von frisch gegrabener, magerer $0107.42 Gartenerde haben. Je derber die Masse bei gleichm^a^siger Durchmengung ist, um so<-P> $0 @@3@ ---------- $0107.43
__
__
__
__F^ur Herstellung von Grundmauern empfiehlt #/+Engel#/- den Zusatz von Portland- $0108.05 cement. Er gibt folgende Mischungsverh^altnisse an: 1 Teil Luftkalk, 1 Teil Portland- $0108.06 cement und 6 bis 8 Teile Sand, oder 2 Teile Mergelkalk, 1 Teil Portlandcement $0108.07 und 8 bis 9 Teile Sand.
$0108.08__Nach den Versuchen von #/+Manger#/- k^onnen selbst sehr magere M^ortel gro^se $0108.09 Festigkeit bei dichter Lagerung der Sandk^orner erhalten. Es wird daher auch bei $0108.10 der Herstellung der Mauern aus Kalksandmasse dem Gelingen f^orderlich sein, die $0108.11 Dichtung durch das Stampfen m^oglichst vollkommen auszuf^uhren.
$0108.12__Die zweckentsprechend vorbereitete Masse wird in den Formen gleichm^a^sig $0108.13 6 bis 9#H:cm#G: hoch ausgebreitet und so lange gestampft, bis der St^o^ser beim Ausfallen $0108.14 aufspringt und einen dem Metall ^ahnlichen Klang erzeugt. Trotzdem braucht aber $0108.15 beim Kalksandstampfbau das Stampfen nicht so kr^aftig zu erfolgen, wie beim Erd- $0108.16 stampfbau. Man verwendet daher zu den Formkasten bei ersterem Bretter, w^ahrend $0108.17 bei letzterem zu diesem Zwecke Bohlen notwendig sind.
$0108.18__Die St^o^ser haben besser eine viereckige oder dreieckige Grundfl^ache, als eine
$0108.19 runde, weil man mit ersteren sch^arfer an den Formtafeln entlang stampfen kann.
$0108.20 Die Stampffl^ache wird weniger stark abgenutzt und bleibt weniger am M^ortel haften,
$0108.21 wenn man sie mit Blech beschl^agt. Zum ersten Einstampfen
$0108.22 bedient man sich mit Vorteil eines sich etwas nach unten ver-
$0108.23
__Sind die Formkasten gef^ullt, so k^onnen sie sofort abge- $0108.27 schlagen und weiter aufgestellt werden; dabei mu^s aber das $0108.28 abzub^oschende Ende des fertig gewordenen Abschnittes wieder $0108.29 mit umfa^st werden. Zweckm^a^sig ist es, das Geb^aude in seiner $0108.30 ganzen Ausdehnung in dieselbe H^ohe zu bringen, ehe ein neuer $0108.31 H^ohenabschnitt begonnen wird. Bei kleinen Bauwerken wird $0108.32 dies verh^altnism^a^sig rasch geschehen, und man mu^s dann die $0108.33 Vorsicht gebrauchen, einen Tag zu warten, bevor man weiter $0108.34 in die H^ohe geht, damit das schon Fertige gen^ugende Trag- $0108.35 f^ahigkeit erlangen kann.
$0108.36__Ueberall da, wo bereits aufgestampfte Stampfmassen mit neuen sich verbinden $0108.37 sollen, sind die bereits abgebundenen Fl^achen, die an der wei^sen Farbe kenntlich $0108.38 sind, wund zu machen, d. h. von der fest gewordenen Kruste zu befreien und etwas $0108.39 anzufeuchten.
$0108.40__Eintretende Regeng^usse machen eine Abdeckung der Formen sowohl, als auch $0108.41 der frischen Mauern mit Brettern notwendig, die dann aber etwas hohl zu legen $0108.42 sind, damit die Luft unter ihnen wegstreichen kann. Feiner, nicht dauernder Regen $0108.43 schadet dagegen nichts, wie auch die Seitenfl^achen der Mauern von einer Durch- $0108.44 n^assung nicht leiden.
$0108.45__Bei Herstellung von Ecken und Maueranschl^ussen mu^s auf Verband gehalten $0108.46 werden. Am besten kann dies bei den Ecken geschehen, wenn man keine beson- $0108.47 deren Eckformen verwendet, sondern die gew^ohnlichen Formen am Ende mit einer<-P> $0 @@3@ ---------- $0108.48
__
__Es ist nicht notwendig, die Ecken aus Backsteinen herzustellen, wie mitunter
$0109.04 geschieht. Es gen^ugt, dieselben etwas abzustumpfen. Sollen daselbst aber Backsteine
$0109.05
__In den aufeinander folgenden H^ohenabschnitten l^a^st man den aus dem Ver- $0109.10 r^ucken der Formkasten sich ergebenden Verband wechseln (Fig. 121#H:202#G:).
$0109.11__Die Riegell^ocher l^a^st man bis zur Vollendung des Baues offen, was das Aus- $0109.12 trocknen der W^ande im Inneren bef^ordert. Sie k^onnen auch zum Anbringen der $0109.13 Netzriegel f^ur die R^ustungen benutzt werden. Zuletzt schlie^st man sie mit einem $0109.14 Ziegelst^uck in Kalkm^ortel und verputzt sie.
$0109.15__Russische Rauchrohre werden durch Umstampfen von cylindrischen, herauszieh- $0109.16 baren Holzst^ucken gleichzeitig mit den W^anden hergestellt.
$0109.17__Ein Putz der W^ande ist bei sauberer Arbeit nicht notwendig. Es gen^ugt auch $0109.18 am Aeu^seren ein nach dem Austrocknen aufgebrachter Anstrich.
$0109.19__Das Einstampfen von Blockzargen zur Umrahmung der Fenster- und Th^ur-
__Eiserne Thor- und Th^urhaken werden zweckm^a^sigerweise gleich eingestampft. $0109.34 Nach der Erh^artung der Stampfmasse m^u^sten sie wie in Stein befestigt werden.
$0 @@3@ ---------- $0109.35__
__
__Bei den Erdstampfbauten k^onnen mangelhaft ausgefallene Wandfl^achen durch $0110.02 Bearbeitung mit einem Beil geebnet werden; bei den Kalkstampfbauten ist dies $0110.03 nicht m^oglich; es kommt daher bei diesen viel mehr, als bei jenen auf genau aus- $0110.04 gef^uhrte und aufgestellte Formenger^uste an, wenn dieselben in der Art der Zusammen- $0110.05 setzung auch nicht anders zu sein brauchen. Immerhin erscheint es zweckm^a^sig, $0110.06 die von #/+Engel#/- erprobte Ausf^uhrungsweise hier kurz vorzuf^uhren.
$0110.07__Danach bestehen die Formenger^uste aus zwei 62 bis 70#H:cm#G: hohen Tafeln $0110.08 aus 26 bis 32#H:mm#G: starken, gespundeten, auf der Mauerseite gehobelten Brettern, $0110.09 welche auf der ^au^seren Seite durch auf den Grat eingeschobene, ebenso starke, $0110.10 in 60 bis 80#H:cm#G: Entfernung angebrachte, 10 bis 18#H:cm#G: breite Leisten zusammen- $0110.11 gehalten und gegen Verwerfen gesch^utzt werden. Diese Tafeln von h^ochstens $0110.12 5#H:m#G: L^ange werden in dem der Mauerdicke entsprechenden Abstande aufgestellt $0110.13 und an den Stellen, wo sich die Leisten befinden, unten und oben durch h^olzerne $0110.14 Riegel oder eiserne Spindeln verbunden. Die oberen Verbindungsst^ucke sollen $0110.15 mindestens 16#H:cm#G: ^uber der Tafeloberkante liegen, um dem Ausbreiten und Stampfen $0110.16 der Kalksandmasse nicht hinderlich zu sein; entsprechend m^ussen demnach die $0110.17 Leisten h^oher als die Tafeln gemacht werden (siehe Fig. 113). Die unteren Ver- $0110.18 bindungsst^ucke m^ussen, wie bei den Formkasten f^ur den Erdstampfbau, etwas $0110.19 ^uber der Unterkante der Formtafeln liegen, damit diese eine auf dem Sockel auf- $0110.20 gemauerte Backsteinschicht, welche die Lehre f^ur die Wand abgibt, bezw. ein $0110.21 St^uck der schon darunter befindlichen, fertigen Stampfmauer umfassen k^onnen.
$0110.22__Die h^olzernen Verbindungsriegel erhalten
$0110.23 an beiden Enden einen Schlitz f^ur durchzu-
$0110.24
__Dauerhafter, als die leicht aufspaltenden $0110.36 und sich abnutzenden Holzriegel, sind eiserne $0110.37 Spindeln, welche am einen Ende einen Kopf, $0110.38 am anderen eine Fl^ugelmutter haben. Die $0110.39 Anwendung derselben war schon in Fig. 114 $0110.40 (S. 104) dargestellt worden. Auch unterliegt $0110.41 es wohl keinem Zweifel, da^s auch die in $0110.42 Art. 120 (S. 103) beschriebenen und in Fig. 115 $0110.43 u. 116 abgebildeten Spindeln mit Vorsteck- $0110.44 keilen und Klemmzwingen angewendet wer- $0110.45 den k^onnen. In beiden F^allen m^ussen zur $0110.46 Regelung der Wanddicke am oberen Rande $0110.47 der Formtafeln Spreizen von der richtigen $0110.48 L^ange eingespannt werden.
@@1@__Die besten Eckkasten sind nach #/+Engel#/- die in Fig. 122#H:203#G:) vorgef^uhrten. Sie $0111.02 werden mit den Wandformkasten durch Schraubenbolzen verbunden, welche durch $0111.03 L^ocher in die an allen Formkasten am Ende oben und unten ^uberall in gleicher $0111.04 H^ohe angebrachten Winkeleisen gesteckt und mit Fl^ugelmuttern angezogen werden. $0111.05 Auf dieselbe Weise werden auch die Wandformkasten unter sich verbunden. Die $0111.06 Winkeleisen m^ussen genau um die Brettdicke der Formtafeln von den Enden ab- $0111.07 stehen, damit am inneren Winkel nicht nur ein genauer Anschlu^s zwischen den $0111.08 Formkasten erzielt werden kann, sondern auch die eine Formtafel, welche keine $0111.09 solchen Winkel haben darf, an denen der anderen einen St^utzpunkt findet.
$0111.10__Die Formkasten mit eisernen Schraubenspindeln kann man f^ur verschiedene $0111.11 Wandst^arken benutzen, indem man zwischen Fl^ugelmuttern und Verst^arkungsleisten $0111.12 h^olzerne H^ulsen von geeigneter L^ange aufschiebt, bezw. diese wegl^a^st. Bei den $0111.13 Eckformen dagegen lassen sich Ver^anderungen nicht vornehmen, so da^s f^ur ver- $0111.14 schiedene Wandst^arken auch verschiedene Eckformen erforderlich werden. Deshalb $0111.15 ist es bequemer und wohlfeiler, von der in Art. 124 (S. 108) besprochenen und $0111.16 in Fig. 120 dargestellten Eckanordnung Gebrauch zu machen, die ohne besondere $0111.17 Eckformen ausgef^uhrt wird und auch den Vorzug besseren Verbandes besitzt.
$0111.18__Die Scheidew^ande, welche sich an Au^sen-
$0111.19
__Die Kalksandmasse l^a^st sich auch zur Herstellung der Grundmauern von Ge-
__Hat das Erdreich so viel Zusammenhang, da^s die Grabenw^ande beim Ausheben $0111.38 der Grundgr^aben lotrecht stehen bleiben, ohne abgesteift werden zu m^ussen, so ist $0111.39 die Herstellung der Grundmauern sehr einfach, indem die Grabenw^ande dann selbst $0111.40 die Formen abgeben, in welche die Masse schichtenweise eingef^ullt und gestampft $0111.41 wird. Ist dies nicht m^oglich, so m^ussen die Grundgr^aben so breit gemacht werden, $0111.42 da^s Formkasten aufgestellt werden k^onnen. Dies ist immer n^otig, wenn die Grund- $0111.43 mauer in verschieden breiten Abs^atzen aufgef^uhrt werden soll. Nur beim untersten $0111.44 Absatz sind dann die Formkasten entbehrlich.
$0111.45__Wie der Erdstampfbau wird auch der Kalksandstampfbau nur dann anderen
__
__
__Beim Kalksandstampfbau f^allt die Gefahr weg, von M^ausen durchw^uhlt zu $0112.17 werden, welcher die Erdstampfbauten oft unterliegen sollen. Jedenfalls liefert der $0112.18 erstere dauerhaftere und festere Geb^aude, als der letztere, ist daf^ur aber auch ent- $0112.19 sprechend teuerer.
$0112.20__Da die Kalksandmasse magerer Luftm^ortel ist und dieser eine gro^se Luftdurch- $0112.21 l^assigkeit besitzt#H:205#G:), also die zuf^allige L^uftung der R^aume beg^unstigt, da auch die $0112.22 Mauern nicht viel st^arker als von Backsteinen gemacht zu werden brauchen, so ist $0112.23 zu schlie^sen, da^s die Kalksandstampfbauten gesunde Wohnungen liefern. Da der $0112.24 Luftm^ortel bei Durchfeuchtung aber zum gr^o^sten Teile seine Luftdurchl^assigkeit $0112.25 verliert und sie nur langsam wieder erh^alt, so erscheint es auch f^ur die Au^senmauern $0112.26 von Kalksandstampfbauten sehr w^unschenswert, sie gegen Wasseraufnahme durch $0112.27 geeignete Ma^sregeln zu sch^utzen.
$0112.28__
__
__Unter #s+Beton, Grobm^ortel#s- oder #s+Konkret#s- ist im allgemeinen jede Mischung $0112.39 von M^ortel mit anderen mineralischen Stoffen zu verstehen, die zur Herstellung ganzer $0112.40 Bauk^orper und nicht nur zur Verbindung von Steinen benutzt wird. Danach ist die $0112.41 in diesem Kapitel (unter b) behandelte Kalksandstampfmasse auch ein Beton. Sie $0112.42 wurde aber getrennt betrachtet, wie dies auch noch mit einigen anderen Baustoffen $0112.43 geschehen wird, weil das, was man im Bauwesen schlechtweg mit Beton bezeichnet, $0112.44 stets mit hydraulischen, beim Erh^arten nicht oder doch nur wenig schwindenden $0112.45 M^orteln hergestellt wird. (Vergl. hier^uber, sowie ^uber die verschiedenen Betonarten und<-P> $0 @@3@ ---------- $0112.46
__
__
__
__Am meisten kommt hierbei als Bindemittel der Portlandcement in Betracht.
$0113.04__
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__Das schnelle Bauen, worin einer der Hauptvorteile des Betonbaues bestehen
__Als F^ullstoffe dienen Sand, Kies, geschlagene Steine, Steinkohlenschlacken, $0113.20 Hochofenschlacken, Abf^alle von Bruchsteinen, Ziegelbruch. Dieselben m^ussen rein $0113.21 gewaschen zur Verwendung kommen, da hiervon die Gr^o^se der Haftfestigkeit des $0113.22 Cementes abh^angt. Auch eckige Gestalt ist der Vermehrung der Festigkeit g^unstig.
$0113.23__Den festesten Beton erzielt man mit grob- und scharfk^ornigem, von bl^attrig- $0113.24 schiefrigen Teilchen freiem Grubensand und geschlagenem Kies in allen Gr^o^sen von $0113.25 2 bis 3#H:cm#G: Durchmesser#H:210#G:) in einer Zusammensetzung, bei welcher die Hohlr^aume $0113.26 des Sandes durch Bindestoff, die des Kieses durch M^ortel gef^ullt sind. So satter $0113.27 und fester Beton ist nun zur Bildung von W^anden im allgemeinen nicht notwendig, $0113.28 ja sogar gew^ohnlich nicht zweckm^a^sig. Wenn es auch unvorteilhaft sein w^urde, $0113.29 den Sand aus der Betonmischung wegzulassen, so kann man doch recht wohl den $0113.30 geschlagenen Kies durch andere F^ullstoffe ersetzen, wobei es indes zweckm^a^sig $0113.31 bleibt, richtige Mischungsverh^altnisse#H:211#G:) in Anwendung zu bringen. Je dichter der $0113.32 Beton ist, um so mehr W^armeleitungsf^ahigkeit wird er besitzen und um so weniger $0113.33 wird er die zuf^allige L^uftung der R^aume f^ordern; um so weniger wird er also zur $0113.34 Bildung der W^ande bewohnter, nicht k^unstlich gel^ufteter Geb^aude geeignet sein.
$0113.35__Die Dichtigkeit des Betons h^angt nicht blo^s von der Art der Mischung, son- $0113.36 dern auch von der Beschaffenheit der F^ullstoffe ab. Steinkohlenschlacken und Back- $0113.37 steine werden, da sie selbst porig sind, einen luftdurchl^assigeren und weniger w^arme- $0113.38 leitenden Beton liefern k^onnen, als Kies oder manche andere nat^urliche Steine; sie $0113.39 erscheinen also f^ur den eben erw^ahnten Zweck recht wohl brauchbar; die Backsteine $0113.40 sollen hierf^ur aber scharf gebrannt sein, da schwach gebrannte St^ucke untauglich $0113.41 sind, was bei der Schwierigkeit, solche in gr^o^serer Zahl auszuscheiden, die Anwen- $0113.42 dung von klein geschlagenen Backsteinen mi^slich erscheinen l^a^st. Die geringere $0113.43 Festigkeit solchen Betons macht gr^o^sere Mauerdicken, die geringere Wasserdichtig- $0113.44 keit geeignete Schutzma^sregeln n^otig. F^ur die Herstellung von Grund- und Keller-<-P> $0 @@3@ ---------- $0113.45
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__Das Mischen des Betons kann auf zweierlei Art erfolgen. Entweder werden $0114.04 s^amtliche Betonstoffe gleichzeitig unter allm^ahlichem Wasserzusatz durchgearbeitet, $0114.05 oder es wird erst ein M^ortel aus dem Bindestoff und dem Sand unter allm^ahlicher $0114.06 Wasserzugabe bereitet, welcher das Ansehen recht feuchter Gartenerde hat, und $0114.07 diesem werden dann die gen^ugend angefeuchteten anderen F^ullstoffe zugesetzt, worauf $0114.08 man die ganze Masse so lange durcharbeitet, bis sie ganz gleichm^a^sig aussieht. Ver- $0114.09 suche haben ergeben, da^s die letztere Bereitungsart festeren Beton liefert#H:212#G:).
$0114.10__Nach den Untersuchungen #/+Tetmajer#/-'s ^uben innerhalb gewisser Grenzen die $0114.11 bei der Bereitung zuzusetzenden Wassermengen keine so bedeutenden Einfl^usse auf die $0114.12 Festigkeit des Portlandcementbetons aus, als man gew^ohnlich anzunehmen geneigt $0114.13 ist. Wird der M^ortel ziemlich trocken, feuchter Gartenerde entsprechend, angemacht, $0114.14 so ist eine im gro^sen nicht durchf^uhrbare, sehr starke Stampfarbeit notwendig, $0114.15 bis eine Wasserabsonderung eintritt und die Masse gleichm^a^sig elastisch wird. Es $0114.16 erscheint daher zweckm^a^sig, dem M^ortel eher etwas mehr, als zu wenig Wasser $0114.17 zuzusetzen, etwa so viel, da^s er das Aussehen stark feuchter Gartenerde hat. Nie- $0114.18 mals aber darf die Masse eine breiartige Beschaffenheit bekommen, da sie sich dann $0114.19 nicht stampfen l^a^st und zu lange Zeit zum Erh^arten und Trocknen braucht#H:213#G:).
$0114.20__Es darf nie mehr Beton auf einmal zubereitet werden, als sich vor Beginn der $0114.21 Erh^artung in die Formen bringen l^a^st. Durch reichlicheren Wasserzusatz und ununter- $0114.22 brochenes Mischen l^a^st sich bei rasch bindenden Cementen der Erh^artungsbeginn $0114.23 hinausschieben. In der Erh^artung begriffener hydraulischer M^ortel kann durch Wasser- $0114.24 zusatz und erneutes Durcharbeiten nicht aufgefrischt werden#H:214#G:).
$0114.25__Betonw^ande werden entweder in monolithen Massen hergestellt oder aus Steinen $0114.26 von Beton, die wie regelm^a^sig geformte nat^urliche Steine vermauert werden. Die $0114.27 zur Herstellung der ersteren erforderlichen Formen bleiben entweder mit denselben $0114.28 verbunden und bilden eine dauernde Verkleidung der Betonmasse, oder sie werden $0114.29 nach der Fertigstellung entfernt. Der Beton wird hierbei auf zweierlei Art benutzt. $0114.30 Er wird entweder fertig gemischt in die Formen gebracht -- dies ist der eigent- $0114.31 liche Beton; oder in denselben wird lagenweise ein Cementm^ortel ausgebreitet $0114.32 und in diesen werden dann Steine, Schlacken oder andere geeignete Stoffe ein- $0114.33 gedr^uckt (die #s+Packung#s- oder #s+F^ullung#s-) -- dies ist verwandt mit der r^omischen $0114.34 Ausf^uhrungsweise von Mauerkernen, welche eine Verkleidung aus regelm^a^sigen $0114.35 Steinen haben (vergl. Art. 7, S. 11 u. Art. 62, S. 69). Auf die erstere Art kann $0114.36 jedenfalls eine viel gleichm^a^sigere und festere Masse erzielt werden, da die Mischung $0114.37 des Betons sowohl, als auch die Ausf^uhrung der Mauern leichter zu beaufsichtigen $0114.38 ist und der Beton in Lagen von etwa 10#H:cm#G: bis h^ochstens 30#H:cm 215#G:) in die Formen $0114.39 gestampft wird, w^ahrend bei der zweiten Art die Formkasten in ihrer ganzen H^ohe $0114.40 von 45 bis 65#H:cm#G: mit M^ortel und Packung gef^ullt werden und dann erst leichtes $0114.41 Rammen stattfindet. Man kann in dieser Weise allerdings rascher und billiger bauen; $0114.42 aber die G^ute der Arbeit, welche sorgf^altiges Eindr^ucken der Packung voraussetzt, ist $0114.43 hierbei ganz besonders von der Zuverl^assigkeit und Erfahrung der Arbeiter abh^angig.<-P> $0 @@3@ ---------- $0114.44
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__Anzuf^uhren w^are hier noch, da^s bei der ersten Art, dem eigentlichen Beton, $0115.06 ein zu starkes Stampfen insofern mit Nachteilen verkn^upft sein kann, als die unteren, $0115.07 im Erh^arten begriffenen Schichten durch die mit demselben verbundenen Ersch^utte- $0115.08 rungen in diesem Vorgange gest^ort werden; besonders wird dies zu ber^ucksichtigen $0115.09 sein, wenn der Beton in d^unnen Schichten eingebracht wird.
$0115.10__Nach unten genannter Quelle#H:216#G:) ist bei der ersten Herstellungsweise das ge-
__Bei einem russischen Betonbau#H:220#G:) wurde f^ur das Grundmauerwerk eine Mischung $0115.28 von 1 Teil Cement auf 7 Teile kiesigen Sand, 10 Teile groben Kies und 12 Teile $0115.29 feinen Kies verwendet, also ein Verh^altnis von 1 Teil Cement auf 30 Teile Zuschlag. $0115.30 Beim Stockmauerwerk kam dann das Verh^altnis 1 : 15 zur Anwendung.
$0115.31__#/+Dyckerhoff#/-#H:221#G:) benutzt folgende Mischungsverh^altnisse: 1) f^ur die Fundamente, $0115.32 Widerlager und Sohlen von Wasser- etc. Beh^altern 1 Teil Portlandcement, 6 bis $0115.33 8 Teile Kiessand und 6 bis 8 Teile Kiessteine, oder 8 bis 10 Teile harter Stein- $0115.34 schlag; 2) f^ur W^ande, Pfeiler, Gew^olbe und sonstige Tragk^orper 1 Teil Portland- $0115.35 cement, 5 bis 6 Teile Kiessand und 5 bis 6 Teile Kiessteine, oder 7 bis 8 Teile $0115.36 harter Steinschlag. Unter Kiessand ist dabei ein Material verstanden, welches etwa $0115.37 zur H^alfte aus Sand bis 5#H:mm#G: Korngr^o^se, zur H^alfte aus Kiessteinen zusammengesetzt $0115.38 ist. Die Kiessteine sollen zwischen Haselnu^s- und H^uhnereigr^o^se haben, der Stein- $0115.39 schlag in seinen gr^o^sten Abmessungen nicht gr^o^ser als 4 bis 6#H:cm#G: sein.
$0115.40__Je weniger Cement im Verh^altnis zu den ^ubrigen Bestandteilen im Beton ent- $0115.41 halten ist, um so weniger fest und um so poriger wird derselbe werden, was bei der $0115.42 Bemessung der Wandst^arken in Betracht kommt.
$0 @@3@ ---------- $0115.43__
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__F^ur die in Beton aufzuf^uhrenden Grundmauern eines Geb^audes werden die $0116.09 Gr^aben in einer der Mauerdicke entsprechenden Breite ausgehoben und Verschalungen $0116.10 nur dann angewendet, wenn dies die Bodenbeschaffenheit erforderlich macht. Die $0116.11 Grabenw^ande dienen als Formen f^ur die in ^ublicher Weise herzustellenden Betonmauern. $0116.12 Nach der Fertigstellung dieser werden erst die Kellerr^aume ausgegraben.
$0116.13__Zum Zweck der ohne eine bleibende Verkleidung aufzuf^uhrenden Stockwerks- $0116.14 w^ande stellt man nun f^ur alle gleichzeitig die nachher n^aher zu beschreibenden Formen- $0116.15 ger^uste auf, welche im allgemeinen aus Leitst^andern und an ihnen befestigten Form- $0116.16 tafeln von 45 bis 65#H:cm#G: H^ohe bestehen. In die so gebildeten Formen wird der Beton $0116.17 auf eine der beschriebenen Weisen eingebracht und so eine rings zusammenh^angende $0116.18 Schicht von der angegebenen H^ohe erzielt, soweit sie nicht durch die im Plane vor- $0116.19 gesehenen Oeffnungen unterbrochen wird. Die Formtafeln werden nun gehoben und $0116.20 von neuem an den Leitst^andern befestigt und so weiter fortgefahren, bis entweder die $0116.21 H^ohe des Stockwerkes oder der Leitst^ander erreicht ist, worauf, wenn erforderlich, $0116.22 die H^oheraufstellung der letzteren stattfindet. Man richtet sich gern so ein, da^s in $0116.23 ein oder zwei Arbeitstagen eine solche Schicht von Formtafelh^ohe fertiggestellt wird. $0116.24 Nach dem Umfange derselben lassen sich dann die erforderlichen Arbeitskr^afte und $0116.25 die f^ur einen Tag n^otigen Materialmengen berechnen#H:223#G:).
$0116.26__W^ahrend dieser Zeit ist der Beton gen^ugend erh^artet, um die Last einer $0116.27 folgenden Schicht aufzunehmen. Vor dem Beginne dieser ist aber die Oberfl^ache $0116.28 aufzukratzen oder aufzuhacken und mit Wasser abzusp^ulen, damit eine Verbindung $0116.29 eintreten kann und keine offenen Fugen bleiben. Um dies wirklich zu erreichen, $0116.30 erscheint es zweckm^a^sig, eine Lage Cementm^ortel aufzutragen.
$0116.31__Ebene und lotrechte Mauern sind nur zu erzielen, wenn auf die Aufstellung der $0116.32 Formen die gr^o^ste Sorgfalt verwendet wird; namentlich gilt dies f^ur die erstmalige $0116.33 Aufstellung, da Fehler hierbei in der ganzen Geb^audeh^ohe sich fortsetzen und mit $0116.34 zunehmender H^ohe immer mehr zur Geltung gelangen.
$0116.35__F^ur Oeffnungen in den Mauern werden entweder besondere, sp^ater wieder zu $0116.36 beseitigende Brettformen aufgestellt, welche mit den Formkasten verbunden werden $0116.37 und gegen welche der Beton angestampft wird; oder die Umfassungen derselben $0116.38 werden aus Ziegeln {1/2} oder 1 Stein stark aufgemauert, bezw. gew^olbt, oder sie $0116.39 werden aus Betonquadern hergestellt. Zu diesen, sowie zu den St^urzen im ersten $0116.40 Falle wird eine fettere Kiesbetonmischung (1 : 3) verwendet. Die Th^ur- und Fenster- $0116.41 nischen werden h^aufig mit Ueberlagsh^olzern (Deckh^olzern) ^uberdeckt, um Vorh^ange, $0116.42 Rollvorh^ange und dergl. bequem befestigen zu k^onnen. Da der Beton rasch so fest $0116.43 wird, da^s er nur mit dem Mei^sel bearbeitet werden kann, so stampft man bei der $0116.44 Ausf^uhrung der Mauern wohl auch Holzd^ubel zur Befestigung von Th^ur- und Fenster- $0116.45 futtern, sowie von Vert^afelungen ein. Aus dem gleichen Grunde m^ussen f^ur die $0116.46 Balkenk^opfe der Geb^alke L^ocher in den W^anden ausgespart werden, ebenso Nuten<-P> $0 @@3@ ---------- $0116.47
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__Ein im Bau begriffenes Betonhaus zeigt Fig. 124#H:224#G:).
$0117.06__Schornsteinrohre kann man leicht durch Einsetzen von Blechcylindern aus- $0117.07 sparen. Diese sind gew^ohnlich gespalten und k^onnen durch Bewegung eines Doppel- $0117.08 hebels verengert werden, um sie leicht aus der Mauermasse herausziehen und h^oher $0117.09 aufstellen zu k^onnen. Zu demselben Zwecke k^onnen diese Cylinder auch nach $0117.10 #/+Drake#/-'s Erfindung aus zwei keilf^ormigen St^ucken zusammengesetzt werden.
$0117.11__Aufsteigende Hohlr^aume k^onnen auch mit Hilfe von Holzformen ausgespart $0117.12 werden. Eine Anwendung von solchen in gro^ser Ausdehnung ist in untenstehender $0117.13 Quelle angegeben#H:225#G:).
$0117.14__Ein ^au^serer Putz der Umfassungsmauern mit Portlandcementm^ortel erscheint $0117.15 mit R^ucksicht auf das Durchschlagen der Feuchtigkeit bei der gew^ohnlich geringen $0117.16 Mauerdicke und der Porigkeit des mageren Betons zweckm^a^sig; dagegen werden $0117.17 die inneren Wandfl^achen, wenn sie tapeziert werden sollen, h^aufig nicht geputzt.
$0117.18__Zur Ausf^uhrung der Betonw^ande kann man sich derselben Formenger^uste be-
__So ist man auch fr^uher verfahren, und ^ahnliche Einrichtungen benutzt man $0117.22 wohl auch noch in manchen Gegenden, so z. B. in Nordamerika#H:226#G:). Das geringe $0117.23 Schwinden und das rasche Erh^arten des Cementbetons gestatten jedoch ein schnelleres $0117.24 Bauen, als dies mit Erde und Kalksandmasse m^oglich ist, so da^s die Anwendung $0117.25 von Formenger^usten, die diesen Eigenschaften Rechnung tragen, erw^unscht sein mu^s.<-P> $0 @@3@ ---------- $0117.26
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__Man kann die Formenger^uste in eiserne und h^olzerne unterscheiden. Die ersteren $0118.07 haben sich jedoch als widerstandsf^ahiger erwiesen und erfordern weniger Aus- $0118.08 besserungen#H:228#G:).
$0118.09__Beide Arten bestehen, wie oben schon angedeutet wurde, aus lotrecht aufzu- $0118.10 stellenden Leitst^andern, an denen die als Tafeln gebildeten Wandungen der Form- $0118.11 kasten befestigt und h^oher ger^uckt werden. Die Leitst^ander k^onnen in der L^angen- $0118.12 richtung der Mauern und seitw^arts verstrebt werden, um ihren Stand zu sichern, wenn $0118.13 dies f^ur notwendig gehalten wird. Sie werden ebenso, wie die Formtafeln, durch $0118.14 geeignete Querst^ucke verbunden, die zugleich zur Feststellung der Mauerdicke dienen. $0118.15 Diese Querst^ucke sind in der Regel entweder durchlochte Flachschienen oder Bolzen, $0118.16 die durch Rohre gesteckt sind. Letztere haben als L^ange die Mauerdicke. Alle $0118.17 Verbindungen m^ussen leicht l^osbar sein.
$0118.18__Da alle Mauern gleichzeitig einger^ustet werden, so ergibt sich daraus ein $0118.19 h^oherer Kostenaufwand f^ur die Formenger^uste, als bei denen f^ur Erd- und Kalksand- $0118.20 stampfbauten, der ^uberdies schon in der gr^o^seren Konstruktionsh^ohe begr^undet ist $0118.21 und sich noch vermehrt, wenn Eisen f^ur dieselben gew^ahlt wird.
$0118.22__Die Leitst^ander werden 3 bis 4#H:m#G: hoch gemacht, zweckm^a^sigerweise aber etwa $0118.23 10#H:cm#G: h^oher als das h^ochste Stockwerk des betreffenden Hauses (Rummelsburg). An $0118.24 denselben werden mitunter eiserne Konsolen zur Unterst^utzung von Ger^ustb^oden f^ur $0118.25 die Arbeiter befestigt.
$0118.26__Die eisernen Leitst^ander kommen in verschiedenen Querschnittsformen in An- $0118.27 wendung: {#(PR)} {T} {I} {%-#(GES)}, welche die Verschiedenheit der Querverbindungen und der $0118.28 Verbindungen mit den Formtafeln u. a. mitbedingen. Die letzteren werden ent- $0118.29 weder durch Schraubenbolzen oder Durchsteckbolzen oder Haken oder Klammern etc. $0118.30 hergestellt. Die Tafeln des Formenger^ustes von #/+Henley#/-#H:229#G:) sind zu diesem Zwecke $0118.31 seitlich oben und unten mit Zapfen versehen, um welche sie zur Bildung des Form- $0118.32 kastens einer neuen Schicht gedreht werden k^onnen, w^ahrend sie bei den anderen $0118.33 Einrichtungen emporgehoben werden m^ussen. Zum Zwecke der H^oheraufstellung $0118.34 der Leitst^ander l^a^st man in der Regel die obersten Querverbindungsst^ucke in der $0118.35 Mauer stecken und befestigt an ihnen die St^ander mit ihren unteren Enden.
$0118.36__Verschiedenheiten der Formger^uste sind auch bez^uglich der Bildung der Ecken $0118.37 vorhanden. Mitunter werden an den ^au^seren Ecken Leitst^ander aufgestellt und mit $0118.38 denen am inneren Winkel diagonal verbunden. Gew^ohnlich stellt man aber solche $0118.39 nur mehr oder weniger nahe dem inneren Winkel auf, denen an den Au^senseiten $0118.40 andere gegen^uberstehen, und benutzt besondere Eckformen. Besondere Vorkehrungen $0118.41 sind auch erforderlich, wenn an den Mauern Vorspr^unge angeordnet sind.
$0118.42__Einige der bekannteren Einrichtungen sollen in nachfolgendem besprochen $0118.43 werden.
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__Die dauernde und zugleich den Ersatz f^ur ein Formenger^uste bildende Ver-
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__Die Betonsteine und Beton-
$0122.18 quader geh^oren zu den Kunst-
$0122.19 steinen, welche schon kurz in
$0122.20 Art. 33 (S. 43) und in Teil I,
$0122.21 Band 1, erste H^alfte dieses #.>Hand-
$0122.22 buches#.< behandelt wurden. Sie
$0122.23 werden entweder hergestellt, in-
$0122.24 dem man die fertig bereitete
$0122.25 Betonmasse in Formen stampft,
$0122.26 oder nach Art des Betons mit
$0122.27 Packung, oder als kunstgerechte Mauerwerksbl^ocke mit viel M^ortelzusatz. Auf die
$0122.28 erste Weise wird man die innerlich gleichf^ormigsten und festesten Betonsteine erzielen
$0122.29 k^onnen. Dieselben haben sich auch zumeist bew^ahrt; doch erscheint es auch bei
$0122.30 ihnen zweckm^a^sig, zu ihrer Herstellung den mit langsam bindendem Portlandcement
$0122.31
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__Das Vermauern der in Quader- oder Backsteinform hergestellten Betonsteine $0123.05 bedarf keiner besonderen Er^orterung. Dagegen m^ogen einige besondere Formen $0123.06 von Betonsteinen hier Erw^ahnung finden.
$0123.07__Dies sind die von #/+J. J. Lish#/- erfundenen {Z}-f^ormigen Betonsteine#H:240#G:), welche
$0123.08 sich gut zur Herstellung hohler Mauern eignen (Fig. 139). Der Verband in solchen
$0123.09 Mauern ist ein guter; auch lassen sich die Steine f^ur die Versendung leicht inein-
$0123.10 ander packen, wenngleich sich dabei viel Bruch ergeben d^urfte. Durch Einschaltung
$0123.11
__Diesen Platten verwandt sind die von #/+W. Weyhe#/- in Bremen erfundenen#H:241#G:), $0123.17 welche an ihrer R^uckseite hakenf^ormige Rippen haben, die zur Bildung von d^unnen $0123.18 W^anden ineinander greifen oder bei st^arkeren Mauern durch Drahtklammern mit- $0123.19 einander verbunden werden. Die Platten werden auch mit Drahtgewebe- oder $0123.20 Juteeinlage hergestellt, wobei diese Einlagen auch als Ersatz f^ur die Rippen ver- $0123.21 wendet werden k^onnen. Einfacher und brauchbarer sind hohle Betonquader, welche $0123.22 in Verband vermauert werden.
$0123.23__
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__Die formale Aus-
$0124.08 bildung der Betonw^ande
$0124.09 bietet keine besonderen
$0124.10 Schwierigkeiten, wenn
$0124.11 dieselben mit einer Ver-
$0124.12 kleidung oder aus Be-
$0124.13 tonsteinen hergestellt
$0124.14 werden; sie wird sich
$0124.15 an die der W^ande aus nat^urlichen oder k^unstlichen Steinen anschlie^sen; dagegen
$0124.16 ist sie eine beschr^anktere, wenn die W^ande ganz aus Beton aufgestampft werden.
$0124.17 Sie wird in diesem Falle erleichtert, wenn die W^ande einen Putz^uberzug erhalten
$0124.18 und sich dann innerhalb der Grenzen bewegen m^ussen, welche f^ur den Putzbau gelten
$0124.19 (vergl. Art. 109, S. 97). F^ur
$0124.20 etwas reicher auszustattende Ge-
$0124.21
__Da^s bei geeigneter Behand- $0124.29 lung des ^au^seren Putzes und an- $0124.30 gemessenen einfachen Gliederun- $0124.31 gen auch ansprechende Wirkun- $0124.32 gen von Betongeb^auden sich $0124.33 erzielen lassen, zeigt das nach $0124.34 den Pl^anen #/+Dollinger#/-'s errichtete, $0124.35 in Fig. 141#H:243#G:) dargestellte W^ar- $0124.36 terhaus der oberschw^abischen $0124.37 Eisenbahn.
$0124.38__Die plastische Fl^achenbe- $0124.39 handlung ist schwierig, wenn die $0124.40 W^ande keinen Putz erhalten $0124.41 sollen, und wohl nur bei h^ol- $0124.42 zernen Formkasten ausf^uhrbar. $0124.43 Bei solchen lassen sich f^ur Bil- $0124.44 dung von F^ullungen oder Nuten $0124.45 an den Formtafeln entsprechend $0124.46 gestaltete Brettst^ucke, bezw. Lei- $0124.47 sten von rechteckigem oder dreieckigem Querschnitt befestigen.
$0124.48__Aber auch dies setzt eine fettere und feinsandigere Beschaffenheit des Betons<-P> $0 @@3@ ---------- $0124.49
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__F^ur die Ausf^uhrung der Betonbauten eignen sich die Jahreszeiten mit mittlerer
__Von den Vertretern des Betonbaues werden demselben neben anderen nament-
__Einzelne der angef^uhrten Vorteile werden auch von den Gegnern des Beton- $0125.38 baues zugestanden werden k^onnen; andere werden jedoch nur bedingungsweife zu- $0125.39 gegeben, bezw. beanstandet und auch Nachteile desselben, die seiner ausgedehnteren $0125.40 Anwendung entgegenstehen, werden angef^uhrt. Solche sollen sein: Unbequemlich- $0125.41 keit der Ausf^uhrung in Formen, die bei engen und beschr^ankten Baustellen, wie sie $0125.42 in St^adten die Regel bilden, sich geltend macht; Starrheit der Betonkonstruktionen, $0125.43 welche einer durch ver^anderte Bed^urfnisse so h^aufig notwendig werdenden Ver^ande-<-P> $0 @@3@ ---------- $0125.44
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__Bei der Verschiedenheit der Beurteilung, die der Betonbau demnach erf^ahrt, $0126.04 erscheinen einige Er^orterungen geboten.
$0126.05__Die M^oglichkeit sehr schneller Ausf^uhrung ist durch glaubw^urdige Angaben $0126.06 nachgewiesen. Dieselbe scheint jedoch nur gesichert, wenn die Leitung des Baues $0126.07 einem Sonderfachmann ^ubergeben ist und die Ausf^uhrung durch ge^ubte Arbeiter $0126.08 erfolgt; denn es liegen auch Mitteilungen ^uber eine gegenteilige Erfahrung vor#H:248#G:). $0126.09 Die Verwendung von ge^ubten und in ihrer Zuverl^assigkeit erprobten Arbeitern, also $0126.10 nicht blo^s von gew^ohnlichen Arbeitern, ist aber auch noch deshalb notwendig, weil $0126.11 davon die G^ute der Arbeit und die Vermeidung von nachteiligen Erscheinungen $0126.12 abh^angen. Insbesondere ist hiervon auch die geringste f^ur einen gegebenen Fall in $0126.13 Bezug auf Festigkeit zul^assige Wandst^arke und damit auch der Stoffverbrauch ab- $0126.14 h^angig. Da nun aus anderen, nachher und in Kap. 11 zu besprechenden Gr^unden $0126.15 die geringsten St^arken von Betonumfassungsw^anden, wenigstens in Wohngeb^auden, $0126.16 nicht unter denen von Ziegelmauern in gleicher Lage gehalten werden sollten, so $0126.17 ergibt sich eine Ersparnis an Baustoff h^aufig nur aus dem, was sich etwa durch ge- $0126.18 ringere Vermehrung an Wanddicke in unteren Stockwerken gegen^uber den {1/2} Stein $0126.19 starken Abs^atzen bei Ziegelmauern erzielen l^a^st. Eine Kostenersparnis gegen^uber $0126.20 dem Ziegelbau kann daher in der Hauptsache nur dann erreicht werden, wenn die $0126.21 Betonf^ullstoffe wesentlich billiger als die Mauerziegel zu haben sind; denn dem ge- $0126.22 w^ohnlich f^ur letztere verwendeten Luftkalkm^ortel steht der teuerere Cementm^ortel $0126.23 beim Betonbau, dem bei diesem etwa geringeren Arbeitslohn die Bereithaltung der $0126.24 kostspieligen Formenger^uste gegen^uber.
$0126.25__Die Feuchtigkeit und K^alte von Wohnr^aumen in Betongeb^auden, welche in $0126.26 einzelnen F^allen beobachtet wurden#H:249#G:), scheint von der zu geringen Dicke der $0126.27 betreffenden Umfassungsw^ande herzur^uhren. Die Ursache der unangenehmen Er- $0126.28 scheinung kann dabei zweierlei Art sein. Entweder der Beton besitzt eine zu gute $0126.29 W^armeleitungsf^ahigkeit, so da^s sich bei Abk^uhlung der Au^senluft die Feuchtigkeit $0126.30 der Innenluft an den W^anden niederschl^agt, da diese rasch dem W^armewechsel $0126.31 folgen; oder der Beton ist zu wenig dicht und wird vom Schlagregen ganz durch- $0126.32 feuchtet. In beiden F^allen verh^alt sich eine dickere Wand g^unstiger, als eine d^unnere. $0126.33 Die Erfahrung hat auch gezeigt, da^s die erw^ahnten Uebelst^ande bei Betonw^anden $0126.34 nicht auftreten, welche die St^arke erhalten, die man Ziegelmauern geben w^urde. $0126.35 Da bei einer gr^o^seren Mauerdicke die Festigkeit des Betons eine verh^altnism^a^sig $0126.36 geringere sein kann, so erscheint auch deshalb die Anwendung eines porigen Betons $0126.37 f^ur W^ande gut zul^assig, wobei es nur w^unschenswert bleibt, da^s die Au^senfl^achen $0126.38 vor der Durchfeuchtung durch Schlagregen durch einen Putz oder einen Behang $0126.39 gesch^utzt werden, was ^ubrigens f^ur W^ande aus porigen Backsteinen ebenso gilt#H:250#G:). $0126.40 Wenn man bei d^unnen W^anden aus dichtem Beton geeignete Verkleidungen an- $0126.41 wendet, um die W^armeleitungsf^ahigkeit zu verringern, was allerdings mit einer Er- $0126.42 h^ohung des Kostenaufwandes verbunden ist, und dabei f^ur gen^ugende L^uftung der $0126.43 R^aume sorgt, bezw. Anordnungen f^ur k^unstliche L^uftung trifft, so werden sich mit<-P> $0 @@3@ ---------- $0126.44
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__Die Forderung der Trockenheit, welche man aus R^ucksicht auf die Gesundheit $0127.11 der Bewohner an alle Mauern von Wohngeb^auden, also auch an Betonmauern stellen $0127.12 mu^s, steht einigerma^sen mit dem Umstande in Widerspruch, da^s die hydraulischen $0127.13 Bindemittel, auch der Portlandcement, dauernder Feuchtigkeit f^ur sicheren Bestand $0127.14 bed^urfen. Hieraus ergibt sich ein Bedenken gegen die Anwendung des H^auser- $0127.15 baues aus Beton, zum mindesten f^ur L^ander mit trockenem Klima, w^ahrend er f^ur $0127.16 feuchte Himmelsstriche sich deshalb besser eignet.
$0127.17__Einer Beschr^ankung unterliegt der Betonbau, wie der Erd- und Kalksand- $0127.18 stampfbau, in der R^ucksichtnahme auf m^oglichst einfache Planbildung. Vor- und $0127.19 R^uckspr^unge in den Mauerz^ugen veranlassen immer umst^andliche und kostspielige $0127.20 Anordnungen an den Formenger^usten. Dagegen nehmen die letzteren nicht mehr $0127.21 Raum, als andere Bauger^uste in Anspruch.
$0127.22__Ver^anderungen lassen sich an Betonw^anden nur mit mehr Arbeit ausf^uhren, als $0127.23 bei anderen Mauerwerksarten; auch ist das gewonnene Material nur in geringem $0127.24 Ma^se weiter verwendbar. Sichere Angaben ^uber die Unterhaltungskosten von Beton- $0127.25 bauten liegen noch nicht vor; doch k^onnen dieselben f^ur Mauern aus gutem Beton $0127.26 und von sorgf^altiger Ausf^uhrung nur unerheblich sein; auch l^a^st bei Verwendung $0127.27 von gutem Cement eine lange Dauer sich erwarten.
$0127.28__Cementbeton hat sich als sehr feuerbest^andig erwiesen und ^uberragt in dieser $0127.29 Beziehung die meisten nat^urlichen Steine#H:252#G:). Dies mag den Wert des Beton auch $0127.30 f^ur den Mauerbau erh^ohen.
$0127.31__Wenn nun auch Beton den eben erw^ahnten Vorzug besitzt, so ist doch auch $0127.32 sicher, da^s wegen der allgemeinen Eigenschaften der Cementbeton in seiner Er- $0127.33 h^artung durch h^ohere W^armegrade gest^ort wird und derselben Trockenheit der Luft $0127.34 nicht f^orderlich ist, da^s daher auch das erw^ahnte gute Verhalten von Beton gegen $0127.35 Erhitzung nur nach vollst^andiger Erh^artung zu erwarten ist. Bei Erhitzung ^uber $0127.36 200 Grad nimmt ^ubrigens auch die Festigkeit eines gut erh^arteten Cementm^ortels $0127.37 ab#H:253#G:). Dennoch hat man bisher keine Bedenken getragen, Rauchrohre von Wohn- $0127.38 geb^auden, ja sogar gro^se Fabrikschornsteine, aus Beton aufzuf^uhren#H:254#G:).
$0127.39__Den Betonmauern wird nachger^uhmt, da^s sie monolithe Massen in ihrer ganzen $0127.40 Ausdehnung bilden. Es ist die Frage, ob dies wirklich der Fall ist. Vor dem Auf- $0127.41 tragen einer neuen Schicht, bezw. dem Anschlu^s an ein in derselben H^ohe befind- $0127.42 liches St^uck einer solchen hat die darunter oder daneben liegende Schichtenstrecke<-P> $0 @@3@ ---------- $0127.43
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__Der Vorwurf mangelhafter ^au^serer Erscheinung der Betonbauten trifft wohl f^ur $0128.10 die meisten Ausf^uhrungen zu, da^s dies aber nicht unbedingt n^otig ist, geht aus $0128.11 dem in Art. 138 (S. 124) Gesagten hervor. Allerdings bleibt der Beton ein Stein- $0128.12 ersatzstoff; doch wird man auch einem solchen bei nach anderen Richtungen hin $0128.13 vorhandenen guten Eigenschaften seine Berechtigung in ^asthetischer Hinsicht zu- $0128.14 gestehen m^ussen, wenn sich seine Formenausbildung innerhalb verst^andiger und den $0128.15 Eigenschaften des Stoffes entsprechender Grenzen bewegt.
$0128.16__Seit auf Veranlassung des #.>Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur- $0128.17 Vereine#.< eine Zusammenstellung der im Gebiete desselben ^uber Betonbauten ge- $0128.18 machten Erfahrungen ver^offentlicht wurde#H:256#G:), ist wesentlich Neues ^uber diesen Gegen- $0128.19 stand nicht bekannt geworden, so da^s das Gesamtergebnis in der Hauptsache noch $0128.20 G^ultigkeit haben d^urfte und deshalb hier abgedruckt werden mag:
$0128.21__#.>Die Herstellung von Hochbauten aus Beton hat sich in einer Anzahl von F^allen $0128.22 als eine brauchbare Bauweise bew^ahrt, durch welche unter g^unstigen Preisverh^altnissen $0128.23 der dazu zu verwendenden Materialien, besonders, wenn Kies und Sand in guter $0128.24 Beschaffenheit in der N^ahe der Baust^atte gewonnen werden kann, nicht unerhebliche $0128.25 Ersparungen gegen^uber der gew^ohnlichen Bauweise herbeigef^uhrt werden k^onnen. $0128.26 Immerhin sind aber die bisher gewonnenen Erfahrungen noch nicht so allgemein $0128.27 g^unstige, da^s eine uneingeschr^ankte Empfehlung der Bauweise angezeigt w^are.
$0128.28__Es stellt sich nach den bisherigen Ergebnissen der Betonbau f^ur Au^senmauern $0128.29 von Hochbauten doch nur als ein Surrogatbau dar, welcher nur in Einzelf^allen An- $0128.30 wendung gefunden hat und der voraussichtlich auch f^ur die Folge nur dann umfang- $0128.31 reichere Verwendung finden wird, wenn nach den bestehenden Preisverh^altnissen von $0128.32 Cement und Mauersteinen Betonbauten sich erheblich billiger, als gew^ohnliche Bau- $0128.33 ausf^uhrungen stellen#.<#H:257#G:).
$0128.34 @z__In Frankreich und auch in Amerika sind die #/+B%/etons agglom%/er%/es#/- von #/+Coignet#/- $0128.36 zu einer gewissen Ber^uhmtheit gelangt und zu zahlreichen Ausf^uhrungen gro^ser $0128.37 Ingenieurbauwerke und auch von Hochbauten (so zum Bau der Kirche zu V%/esinet $0128.38 und einer Anzahl vielst^ockiger Wohnh^auser in Paris) verwendet worden. Das #/+Coignet-#/- $0128.39 sche Verfahren hat jedoch in Frankreich auch heftige Angriffe erfahren, die zun^achst $0128.40 durch den erw^ahnten, nicht ganz gegl^uckten Kirchenbau hervorgerufen wurden, und $0128.41 scheint jetzt nur noch zur Herstellung k^unstlicher Steine und von Ornamenten ben^utzt $0128.42 zu werden#H:258#G:).
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__ __Der #s+verdichtete Beton#s- von #/+Coignet#/- ist eigentlich nichts anderes als eine
$0129.02 ^au^serst sorgf^altig gemischte und stark gestampfte Kalksandmasse, der nur die unbe-
$0129.03 dingt n^otige Wassermenge zugesetzt wurde. Da ein kleiner Wasser^uberschu^s sich
$0129.04 nicht vermeiden l^a^st, so werden geringe Mengen Wasser ansaugende Stoffe zuge-
$0129.05 geben, wie Asche, Steinkohlengries, Ziegelmehl, Puzzolane oder statt letzterer, wenn
$0129.06 besondere H^arte oder Widerstandsf^ahigkeit erreicht werden soll, etwas Portlandcement.
$0129.07 Als Kalk wird Fettkalk oder besser hydraulischer Kalk in Pulverform verwendet#H:259#G:). __#/+Coignet#/- begann seine Th^atigkeit im Stampfbau mit der nachher zu besprechenden __Eine zum Stampfbau geeignete Masse liefert eine Mischung von Steinkohlen- __Der Aschestampfbau oder Cendrinbau ist seit etwa Mitte dieses Jahrhunderts
$0129.30 in ziemlicher Ausdehnung in der Gegend von Lyon verwendet worden. Ein Be-
$0129.31 richt #/+Louvier#/-'s an die #/+Soci%/et%/e centrale des architectes#/- macht dar^uber n^ahere Mit-
$0129.32 teilungen#H:262#G:). Nach demselben ist das ^ubliche Mischungsverh^altnis: 4 Teile Schlacke
$0129.33 auf 1 Teil Kalk. Man hat gefunden, da^s mit Fettkalk bei etwas h^oherem Kalk-
$0129.34 zusatz mehr Festigkeit erzielt wird als mit hydraulischem Kalk in dem angegebenen
$0129.35 Verh^altnis. Die Herstellung der Mauern aus Aschestampfmasse erfolgt in derselben
$0129.36 Weise wie beim Erdstampfbau, wobei die H^ohe der zu stampfenden Schichten zu
$0129.37 12#H:cm#G: angenommen wird. Da die gew^ohnliche St^arke von Au^senmauern 50#H:cm#G:, die
$0129.38 von Scheidemauern 15 bis 20#H:cm#G: ist, so kann die Festigkeit der Masse keine sehr
$0129.39 bedeutende sein; sie ist offenbar wesentlich geringer als die des beim Betonbau be-
$0129.40 sprochenen Schlackenbetons mit Portlandcement. Die Mauern sollen sich sehr gut
$0129.41 im Feuer gehalten haben.
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__Nach unten stehender Quelle#H:263#G:) ist in M%/enilmontant ein vierst^ockiges Haus
$0130.02 aus #/+M%
__Auch in Deutschland ist der Aschestampfbau in Anwendung gekommen und $0130.10 nach den Mitteilungen #/+Berndt#/-'s#H:265#G:) mit gro^sem Erfolg. Derselbe mischt Stein- $0130.11 kohlenasche, Kalk und Stra^senschmand (Kot). Frische Steinkohlenasche wird nur $0130.12 empfohlen bei Zumengung von trockenem Stra^senschmand (2 Teile Asche auf 1 Teil $0130.13 von letzterem). Vorgezogen wird alte ausgewitterte Asche, bei welcher auf 3 Teile $0130.14 1 Teil Stra^senschmand genommen wird. Der zur Verwendung kommende hydrau- $0130.15 lische Kalk mu^s sehr gut zu Staub gel^oscht sein. Es werden von demselben 1 Teil $0130.16 auf 3 Teile Mischung von Asche mit Stra^senschmand gerechnet. Das Mengen mu^s $0130.17 sehr innig erfolgen, und die Masse darf nur so feucht werden, da^s sie sich in der $0130.18 Hand zu festen Klumpen ballen l^a^st. Die Ausf^uhrung der Mauern erfolgt genau, $0130.19 wie beim Erdstampfbau. Wegen der Einzelheiten ist auf das in Fu^snote 265 er- $0130.20 w^ahnte Schriftchen zu verweisen.
$0130.21__Nach einer anderen Mitteilung#H:266#G:) ist die Verwendung von Asche und Kohlen- $0130.22 schlacke zum H^auserbau auch in Westfalen und im Braunschweigischen weit ver- $0130.23 breitet, f^uhrt aber Mi^sst^ande mit sich und gilt nur als ein Notbehelf bei Mangel $0130.24 an Sand und Kies. Die Bedenken gegen die Verwendung von Kohlenschlacke zum $0130.25 H^auserbau erscheinen gerechtfertigt, wenn man das gro^se Wasserfassungsverm^ogen $0130.26 der Schlacken und deren Neigung zur Wasseraufnahme in das Auge fa^st.
$0130.27__Die vielen ^ublen Erfahrungen, die man mit aus Gips angefertigten Bauteilen $0130.28 bez^uglich ihrer Witterungsbest^andigkeit gemacht hat, haben es mit sich gebracht, $0130.29 da^s man den Gipsm^ortel im allgemeinen nur zu Konstruktionen im Inneren von $0130.30 Geb^auden verwendet und auch da nur mit Vorsicht, weil die verh^altnism^a^sig starke $0130.31 Ausdehnung, die derselbe beim Erstarren erleidet, zu erheblichen Nachteilen f^uhren $0130.32 kann. Die ausgedehntere Verwendung des Gipses zu Baukonstruktionen ist, trotz $0130.33 seiner gro^sen Bindekraft und raschen Erh^artung und der auf letzterer beruhenden $0130.34 Verwendungsf^ahigkeit bei geringeren K^altegraden, wohl auch durch sein begrenztes $0130.35 Vorkommen und das rasche Verderben bei ungen^ugender Verpackung, beschr^ankt $0130.36 worden. Doch auch da, wo der Gips in gro^sen Mengen vorkommt, wo also die $0130.37 Schwierigkeiten und Kosten des Verschickens geringer sind, hat man meist, wie in $0130.38 Paris, W^ande nur im Inneren von Geb^auden daraus hergestellt.
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__Nach dem Verfahren #/+Goupil#/-'s#H:269#G:) sollen auch Umfassungsmauern aus hohlen $0131.02 oder vollen Gipsbl^ocken hergestellt werden k^onnen, indem man sie mit einem Ueber- $0131.03 zuge von Cement und anderen wasserundurchl^assigen Stoffen versieht. Der Cement- $0131.04 putz soll sich infolge eines vom Erfinder angewendeten besonderen Mittels fest mit $0131.05 dem Gips verbinden.
$0131.06__Die geringe Best^andigkeit des Gipses gegen Witterung und Feuchtigkeit r^uhrt $0131.07 wohl haupts^achlich davon her, da^s man ihn ohne geeigneten Zusatz und zu fl^ussig $0131.08 zum Gie^sen verwendet und in solcher Weise sehr porige und wenig feste Massen $0131.09 erzielt. Denn in einigen Gegenden, insbesondere im Harz, wo der Gips schon im $0131.10 fr^uhen Mittelalter sehr ausgedehnt und in Mischung mit Grand benutzt wurde, hat $0131.11 man sehr gute Erfahrungen mit ihm als Baustoff gemacht. So findet man ihn in $0131.12 Ruinen, z. B. an der Burg von Osterode, welche schon 1350 in Tr^ummern lag, jetzt $0131.13 noch fester als die Steine, die er verbindet. Dies hat in neuerer Zeit zur Anwendung $0131.14 des #s+Gipsbetons#s- oder #s+Annaliths#s- zum Bau von H^ausern, Einfriedigungsmauern $0131.15 und Fabrikschornsteinen veranla^st. Derselbe besteht aus scharf gebranntem (lang- $0131.16 sam bindendem) Osteroder Gips, reinem, scharfem, grobk^ornigem Sand oder Grand $0131.17 und gr^o^seren (erdfreien) Steinen (Flu^skieseln, Abf^allen von Bruchsteinen, Back- $0131.18 steinen u. s. w.) und wird in Formen gef^ullt, die entweder als feste Form f^ur das $0131.19 ganze Bauwerk, oder als bewegliche Form, ganz ^ahnlich denjenigen f^ur die Stampf- $0131.20 bauten, oder als eine Verbindung dieser beiden Weisen hergestellt werden. Das $0131.21 Bauen geht in der Weise vor sich, da^s man in die Formen zun^achst die Steine $0131.22 f^ullt und dann die Zwischenr^aume mit einer Mischung aus 2 Teilen Gips, 1 Teil $0131.23 Sand und {1{1/2}} Teil Flu^s- oder Regenwasser ausgie^st. Bei den beweglichen Formen $0131.24 (etwa 1#H:m#G: hoch und 2 bis 3#H:m#G: lang) werden, nachdem dieselben gef^ullt sind, in die $0131.25 fl^ussige Masse gr^o^sere Steinst^ucke eingedr^uckt, welche zur H^alfte vorstehen und so $0131.26 eine gute Verbindung mit dem dar^uber folgenden H^ohenabschnitte liefern. Die Schorn- $0131.27 steine erhalten ein Backsteinfutter. Die W^ande k^onnen auch hohl hergestellt werden. $0131.28 Wagrechte Vorspr^unge sind m^oglichst zu vermeiden, so da^s die architektonische $0131.29 Ausbildung noch schwieriger als bei den Cementbetonbauten ist.
$0131.30__Zur Abdeckung von Sockeln und Einfriedigungsmauern werden gew^ohnlich $0131.31 Sand- oder Backsteine verwendet; auch h^alt man es f^ur zweckm^a^sig, die Gipsbeton- $0131.32 mauern durch Isolierschichten von den Grundmauern zu trennen; doch nimmt man $0131.33 keinen Anstand, diese auch aus Annalith herzustellen. Eine ausf^uhrliche Darstellung $0131.34 dieser Bauweise findet sich in unten angegebener Quelle#H:270#G:). Nach derselben sind zum $0131.35 Bau von W^anden im Harz auch volle und hohle Quader aus Annalith gefertigt worden.
$0131.36__Von Einflu^s auf die Festigkeit und Wetterbest^andigkeit des Gipsm^ortels scheint $0131.37 auch der Hitzegrad beim Brennen des Gipses zu sein. Der gew^ohnlich zur Ver- $0131.38 wendung kommende Gips (Stuckgips) wird bei 120 bis 130 Grad gebrannt und ver- $0131.39 liert nur etwa {3/4} seines Wassers; er erh^artet beim Anmachen mit Wasser sehr rasch, $0131.40 erlangt aber nur wenig Festigkeit und Wetterbest^andigkeit. Anders ist es mit dem $0131.41 bei 400 bis 500 Grad, bezw. Rotglut gebrannten und vollst^andig entw^asserten Gips; $0131.42 derselbe nimmt Wasser nur sehr langsam (erst im Verlaufe von Wochen) und in ge- $0131.43 ringerer Menge wieder auf; er wird aber sehr fest, dicht und wetterbest^andig#H:271#G:).<-P> $0 @@3@ ---------- $0131.44
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__Der Asphaltbeton wird bis jetzt nur zur Herstellung von Maschinengr^undungen $0132.06 benutzt. Die Ausf^uhrungsweise derselben ist im vorhergehenden Bande (Art. 411, $0132.07 S. 293 [2. Aufl.: Art. 421, S. 327]) dieses #.>Handbuches#.< besprochen worden.
$0132.08 @z__Im Hinblick auf den Baustoff sind von W^anden, die mit Hilfe von Holz er- $0132.13 richtet werden, zwei Hauptgattungen zu unterscheiden: solche, die nur aus Holz be- $0132.14 stehen, und solche, die aus Holz und anderen festen oder fest werdenden Stoffen $0132.15 zusammengesetzt werden. Die ersteren nennen wir #s+Holzw^ande,#s- die letzteren, der $0132.16 ^ublichsten Bezeichnungsweise folgend, #s+Holzfachwerkw^ande.#s- Bei den letzteren, $0132.17 wie bei der Mehrzahl der ersteren, werden Gerippe aus beschlagenem oder ge- $0132.18 schnittenem Bauholz gebildet und die Zwischenr^aume derselben, die F^acher oder $0132.19 Gefache, in irgend einer geeigneten Weise ausgef^ullt oder ^uberdeckt, um eine ge- $0132.20 schlossene Wand herzustellen. Beide Gattungen von W^anden haben also in vielen $0132.21 F^allen einen wichtigen Bauteil, das Holzgerippe oder Holzger^ust, gemeinsam und $0132.22 k^onnten demnach, was auch meist der Fall ist, zusammenfassend besprochen werden. $0132.23 Wir haben jedoch die in diesem Teile des #.>Handbuches der Architektur#.< durch- $0132.24 gef^uhrte Trennung der in Beziehung auf den Zweck in Gruppen vereinigten Kon- $0132.25 struktionen nach den wichtigsten Baustoffen vorgezogen. Der geschichtlichen Ent- $0132.26 wickelung entsprechend w^urden allerdings die ganz aus Holz gebildeten W^ande den $0132.27 Fachwerkw^anden im engeren Sinne voranzustellen gewesen sein. Bei den letzteren $0132.28 tritt jedoch das erw^ahnte Holzgerippe am deutlichsten und ausgebildetsten auf, wes- $0132.29 halb die vorangehende Besprechung derselben zweckdienlich erschien.
$0132.30 @z__F^ur die Anordnung der Fachwerkw^ande, welche oft auch mit den Namen $0132.32 #.>Fachw^ande, Riegelw^ande, Bundw^ande#.< bezeichnet werden, ergeben sich Verschieden- $0132.33 heiten, je nachdem dieselben nur ein Gescho^s hoch sind oder in mehreren Stock- $0132.34 werken aufeinander folgen, je nachdem sie einen Unterbau haben oder ^uber dem $0132.35 Hohlen auszuf^uhren sind, und je nachdem ihr Holzwerk verh^ullt wird oder sichtbar $0132.36 bleibt. Abgesehen von R^ucksichten, die auf die Einwirkung von Witterung und $0132.37 Feuchtigkeit zu nehmen sind, werden nach letzterer Richtung hin auch Unterschiede $0132.38 zwischen Umfassungsw^anden und Scheidew^anden zu machen sein. W^ahrend bei $0132.39 diesen das Holzgerippe fast immer verh^ullt wird und daher auf die n^otigen Teile $0132.40 einzuschr^anken ist, bleibt es bei jenen h^aufig ^au^serlich sichtbar und wird deshalb $0132.41 nur des Aussehens wegen oft noch mit Bestandteilen ausgestattet, die f^ur die Aus- $0132.42 f^uhrung nicht unbedingt n^otig sind.
@@1@__Bei allen Gattungen von Fachwerkw^anden kehren gewisse Konstruktionsteile $0133.02 immer wieder und auch sehr h^aufig in derselben allgemeinen Anordnung des Ge- $0133.03 rippes, so da^s es sich empfiehlt, zun^achst diese zu besprechen.
$0133.04__Die Holzgerippe der Fachwerkw^ande bestehen aus lotrechten und wagrechten